Nach der Meisterschaft wollen die Frauen des VC Offenburg auch den Aufstieg. Doch die zweite Liga ist teuer und braucht Personal. Daher ist der Verein in Gesprächen mit Sponsoren. „Ich bin optimistisch“, sagt der Sportliche Leiter Florian Scheuer.
Die Freude in der Halle war grenzenlos, als die Volleyballerinnen vom VCO Offenburg mit dem Sieg im Spitzenspiel gegen Stuttgart die Meisterschaft am Wochenende sicher hatten. Die sportliche Qualifikation für die zweite Liga ist damit geschafft, aber trotzdem ist noch nicht sicher, ob die VCO-Damen auch in der kommenden Runde gegen Drittligisten antreten müssen.
Für einen Aufstieg gibt es mehr Hürden als nur den richtigen Tabellenplatz, wie Florian Scheuer, Sportlicher Leiter des VCO, im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert. „Für Lizenzgebühren und Schiedsrichter müssen wir einmalig bis zum 2. Mai 15 000 Euro an die Liga zahlen“, so Scheuer. Und nach diesem Stichtag kommen die laufenden Kosten selbstverständlich noch dazu. „In der zweiten Liga spielen 14 Mannschaften statt zehn Teams in der dritten Liga. Wir haben also mehr Auswärtsfahrten und diese sind auch länger und damit teurer. Zudem brauchen wir mehr Personal“, zählt Scheuer auf.
Bei jedem Heimspiel ist ein Physiotherapeut Pflicht, der allerdings nicht hauptamtlich angestellt sein muss. Außerdem braucht es einen Heimspiel-Koordinator und zudem müssen die Spiele aufwendiger gestreamt werden. „Wir filmen jetzt schon unsere Spiele, allerdings mit Stativ und Handykamera. In der zweiten Liga müssen wir eine Schwenkkamera bedienen und brauchen auch einen Kommentator. Die Technik bekommen wir gestellt, aber die drei Leute, die das übernehmen, müssen wir einbringen“, so der Sportliche Leiter des VCO.
Der Etat für den Kader wird derweil nicht höher. „Unsere Volleyballerinnen werden auch in der zweiten Liga als Hobbyspielerinnen an den Start gehen. Wir werden keine ausländischen Kräfte verpfichten und uns höchstens in der Region nach Verstärkungen umschauen. Dieses Team soll die Chance bekommen, sich zu beweisen“, stellt Scheuer heraus.
Liga-Neulinge werden bei der Lizenzierung weniger zur Kasse gebeten
Die Halle bringt von der Infrastruktur her alles für die neue Liga mit. „Wir haben unser Bandensystem aus Zweitligazeiten beibehalten. Wir waren vor sechs Jahren ja schon einmal dabei“, erinnert Scheuer. Dass der VCO eine Zweitligavergangenheit hat, die noch gar nicht so lange zurückliegt, macht einen Aufstieg für das Team nun allerdings teurer. „Wir wurden in die Stufe vier eingeteilt. Für diese Einteilung zählen die vergangenen zehn Jahre. Ein Team, das in diesem Zeitraum noch nicht in der zweiten Liga war, hätte nun für einen Aufstieg weniger gezahlt“, so Scheuer.
Der Sportliche Leiter ist guter Dinge, dass bis zum 2. Mai das Geld und das Personal da ist, damit in der Messestadt verspätet noch der Aufstieg gefeiert werden kann. „Ich bin optimistisch. Wir sind in bilateralen Gesprächen mit Sponsoren. Ein Unterstützer hat schon zugesagt, sein Engagement auszuweiten. Auch mit der Stadt Offenburg sind wir im Austausch“, sagt Scheuer.
Sonderförderung für Bundesligamannschaften aus dem Topf der Stadt
Das bestätigt auch Mark Gregotsch aus der Pressestelle der Stadt nach unserer Anfrage. „Sportvereine wie der VCO leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in unserer Stadt“, betont er. Der VCO kann auch auf mehr Geld aus städtischen Töpfen hoffen, denn Bundesligamannschaften bekommen laut den Sportförderrichtlinien in Offenburg eine Sonderförderung.
„Darüber hinaus erhält der VCO immer wieder Unterstützung durch Stiftungen in der Stadt, darunter die Regionalstiftung der Sparkasse Offenburg-Ortenau und die Bürgerstiftung. Zudem soll – vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderats im Sommer – die Vereinsförderung ab 2026 deutlich steigen, um den gestiegenen Herausforderungen der Vereine gerecht zu werden“, kündigt Gregotsch an.
Auch wenn die Meisterschaft schon fix ist, ist die Saison für die Offenburgerinnen noch nicht beendet. Am letzten Spieltag steht noch ein Duell in Bad Vilbel an.