Im Juni dieses Jahres wurde der Glasfaserausbau in Heumaden offiziell eingeläutet. Calws Oberbürgermeister Florian Kling durfte dabei selbst symbolisch den Bagger bedienen. Foto: Klormann

Die ersten Haushalte in Calw haben Glasfaser. Doch der Zeitplan der Deutsche GigaNetz GmbH wird wohl kaum zu halten sein. Und: Der Ausbau von Calws Westen scheint weiter ungewiss.

Ohne einen Glasfaseranschluss wird in Zukunft in Sachen Internet wohl vieles nicht mehr möglich sein. Das fürchten zumindest zahlreiche Experten seit geraumer Zeit.

 

Die Freude war daher groß, als Anfang Juni dieses Jahres zahlreiche Vertreter der Stadt Calw und der Deutsche GigaNetz GmbH (DGN) in Heumaden zusammenkamen – um mit einem symbolischen Spatenstich den Glasfaserausbau durch die DGN einzuläuten.

Rund 15 Millionen Euro fließen in ersten Abschnitt des Glasfaserausbaus

Bereits seit Frühjahr 2023 steht der Plan, ein etwa 225 Kilometer umfassendes Glasfasernetz im Calwer Stadtgebiet zu errichten; insgesamt geht es um bis zu 6328 Adressen, die dadurch FTTH (engl.: fiber to the home, dt.: Glasfaser bis in die Wohnung) erhalten können.

In einem ersten Schritt, so hieß es im Sommer, investiere die DGN nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Euro in den ersten Ausbau-Abschnitt. Konkret geht es dabei um den Calwer Osten – also Heumaden, Stammheim und den östlich der Nagold liegenden Teil der Kernstadt.

Rund 3000 Adresspunkte mit etwa 5600 Wohn- und Geschäftseinheiten sollen angeschlossen werden. Noch im Sommer dieses Jahres, kündigten die Verantwortlichen im Juni an, könnten die ersten Kunden das neue Netz nutzen können.

Bis zum Sommer 2026 sei geplant, in Calw-Ost mit allem fertig zu sein – insgesamt 61 Kilometer Glasfaserleitungen, zuzüglich rund 40 Kilometer Kabel, die benötigt werden, um die Häuser mit der Leitung zu verbinden. Doch ob dieser Plan zu halten sein wird?

Vertreter der Stadt und der DGN feierten im Juni den symbolischen Spatenstich zum Glasfaserausbau in Heumaden. Foto: Klormann

„Der Glasfaserausbau der Deutschen GigaNetz GmbH in Calw-Ost schreitet derzeit voran“, erklärt Ronja Wiedbrauk, PR & Communications Managerin bei der DGN auf Anfrage unserer Redaktion. Der Glasfaser-Hauptverteiler sei Ende November in Betrieb genommen worden.

Anders als vorgesehen konnten somit nicht bereits im Sommer, sondern erst ab Ende November nach und nach Anschlüsse von Kunden aktiviert werden. „Aktuell surfen bereits rund 50 Haushalte mit ultraschnellem Internet. Täglich kommen weitere hinzu“, berichtet Wiedbrauk.

1300 Haushalte inzwischen ans Glasfasernetz angeschlossen

Bislang seien in Calw-Ost (Heumaden) rund zehn Kilometer Trasse im öffentlichen Bereich sowie fast vier Kilometer Kabel auf Privatgrund verlegt worden. 1300 Haushalte in Calw-Ost habe die DGN inzwischen an das Glasfasernetz angeschlossen.

„Die nächsten Bauabschnitte sind in Abstimmung. Zum aktuellen Zeitpunkt finden aufgrund der Winterpause keine Tiefbau-Maßnahmen statt“, führt die DGN-Sprecherin weiter aus. Weitere Abschnitte würden dann entsprechend kommuniziert.

Und wie sieht es für Calws Westen aus? Im Sommer jedenfalls war die erforderliche Quote von 35 Prozent aller Haushalte noch immer nicht erreicht. Nur wenn diese zustande kommt, lohnt sich der Ausbau auch für die DGN wirtschaftlich. Und nur dann wird auch ausgebaut.

Konkreter Zeitplan für Calw-West liegt nicht vor

Beim Spatenstich im Juni hieß es dazu jedoch, insgesamt fehlten dafür nur noch 160 Verträge. Calws Westen umfasst Hirsau, Ernstmühl, Wimberg, Alzenberg, Oberriedt, Altburg, Weltenschwann, Speßhardt und den westlichen Teil der Kernstadt. Wird hier jetzt auch ausgebaut? Und wenn ja, wann?

Die DGN gibt sich diesbezüglich zurückhaltend. „Der Fokus des Ausbaus liegt aktuell in Calw-Ost“, erklärt Sprecherin Wiedbrauk. „Die Lage in Calw-West wird zu einem späteren Zeitpunkt erneut bewertet. Da die Nachfrage dort derzeit geringer als im Osten ausfällt, konzentriert sich die Deutsche GigaNetz zunächst auf die Arbeiten im Osten.“

Ein konkreter Zeitplan für Calw-West liege daher derzeit nicht vor.