Wolterdingen feiert 1250 Jahre mit einem Bankett. Zahlreiche Gäste sind dabei. Glückwünsche kommen auch aus Berlin. Vor 3000 Jahren wurde der Ort erstmals erwähnt. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm sorgte für Stimmung bei den rund 350 Gästen.
Das Jubiläumsjahr steht für Wolterdingen wohl wirklich unter einem guten Stern: Nicht nur der stimmige Auftakt ins Geburtstagsjahr in der Silvesternacht auf dem Dorfplatz und das lautstarke Neujahrsschießen, dem über 200 Bürger beiwohnten, waren mehr als gelungen. Auch das Festbankett am Samstag kam sehr gut an. Es sei ein „Mega-Festabend“ gewesen, sind sich die Macher im Nachhinein einig.
Ein abwechslungsreiches und kurzweiliges, dreistündiges Bühnenprogramm mit lokalen Akteuren sowie Tanz, Musik, Gesang und Historie sowie Grußworten aus der Kommunal- und Bundespolitik sorgten für festliche und trotzdem lockere Stimmung bei den rund 350 einheimischen und auswärtigen Gästen.
Musikkapelle eröffnet
Die Musikkapelle unter der Leitung von Björn Sermersheim hat den Abend mit dem Stück „Liberty-Fanfare“ eröffnet. Ortschaftsrat Michael Doser und Ortsvorsteherin Angela Giesin führten durch das Programm. Sie streiften dabei optisch und inhaltlich auch etwas die Gemeindegeschichte, was die Gäste erfreute.
So ließ Doser nochmals Revue passieren: Vor fünf Jahren habe man bereits mit der Detailplanung für das Jubelfest begonnen. Allerdings durfte es wegen eines historischen Kalenderfehlers, auf den Kreisarchivar Clemens Joss damals bei seinen Recherchen aufmerksam geworden war, um drei Jahre verschoben werden.
Ohne Pandemie-Wehen
In diesem Fall „Gott sei Dank“, denn: „So können wir nun ohne Pandemie-Wehen voll durchstarten“, fügte Doser schmunzelnd an. Dann sprach er in historischer Kleidung zur „Wuldadinga“ Bevölkerung. Er sei auf dem Gau Bertholdsbaar gewesen, wo Sigihard einen genialen Vertrag mit dem Kloster St. Gallen geschlossen habe. Die Keltenzeit hätte die ganze Gegend sonst unbewohnbar gemacht. Doch Ortsvorsteherin Angela Giesin, ebenfalls historisch gekleidet, erinnerte daran, dass die Geschichte des Ortes schon vor etwa 3000 Jahren begann, was der Fund eines Lappenbeiles und Spitzbarrens belege.
Eine Entdeckungsreise
Oberbürgermeister Erik Pauly dankte in seinen Grußworten, dass er die Schirmherrschaft für das Jubiläum übernehmen durfte: „Das Jubiläums-Programm nimmt uns alle mit auf eine Entdeckungsreise in die Geschichte des Dorfes und stellt uns Wolterdingen als aktive, lebens- und liebenswerte Heimat vor.“
Eingemeindung 1971
Er ging auch kurz auf die Eingemeindung am 1. Dezember 1971 ein. Dies sei doch ein guter Entschluss gewesen. „Eine Win-win-Situation für alle“, sagte Pauly. Auch hob er das bürgerschaftliche Engagement in Wolterdingen mit seinen 16 Vereinen hervor. Dazu gehöre viel Heimatliebe und Verbundenheit.
„Wolterdingen ist nicht nur der größte Ortsteil, sondern auch einer der schönsten“, sagte der Oberbürgermeister und fügte an: „Die Herausforderungen unserer Zeit sind groß, doch mit dem gleichen Gemeinschaftsgeist, der Wolterdingen über Jahrhunderte geprägt hat, bin ich überzeugt, dass Wolterdingen auch diese gemeinsam mit der Stadt erfolgreich meistern wird.“
Unglaublich viel zu bieten
„Wenn der Doppelspitzbarren und das Lappenbeil nicht gefunden worden wären, hätte man das Hochwasserrückhaltebecken nicht bauen können“, witzelte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei und gratulierte zur Ersterwähnung. Wolterdingen habe unglaublich viel zu bieten. „Eine Gemeinschaft entsteht nicht dadurch, dass man sie ausruft, sondern dass man sie lebt“, so Frei.
Via Videobotschaft schickte die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur ihre Glückwünsche nach Wolterdingen. Kreisarchivar Clemens Joos gratulierte in Vertretung für Landrat Sven Hinterseh und überreichte einen Spaten für die Einpflanzung eines Obstbaumes, der nachgereicht werde.
Den Abschluss des gelungenen Jubiläumsabends bestritten der Akkordeonverein, die Immerfroh-Narren mit Showtanz, die Mittwochs-Turnvereinsriege, der Projektchor sowie die Glonkifrauen mit einem Tanz. Die Halle wurde von den heimischen Landfrauen geschmückt.
Das Jubiläumsprogramm
Ausstellung
„Erklär mir Wolterdingen anhand von 50 Artefakten und Objekten“ heißt die Ausstellung, die von Sonntag, 6. April, bis Sonntag, 18. Mai, in den Fürstlichen Fürstenberg-Sammlungen in Donaueschingen, Karlsplatz 7, zu sehen ist.
Fest und Freilichtspiele
Das Jubiläumsfest findet von 5. bis 7. Juli auf dem Gelände rund um die Mehrzweckhalle statt, unter anderem mit einer Ausstellung mit dem Namen „Überraschendes aus Wolterdingen“, einem Naturpark-Markt und Kinderprogramm mit Zauberer Hannes vom Wald. Die historischen Freilichtspiele in der Dammarena werden am Wochenende von 12. bis 14. September, jeweils ab 20 Uhr, gezeigt.