Auch bei der Finissage der Ausstellung „Wolterdingen in 50 Sachen“ in den F.F. Sammlungen Donaueschingen, von Walter Köhler auf einem Original Bregtäler Holzbänkle musikalisch umrahmt, waren viele Interessierte zugegen. Rechts im Bild der Heimathistoriker Hubert Mauz. Foto: Anita Reichart

Viele Besucher wollen „Wolterdingen in 50 Sachen“ in den F.F. Sammlungen sehen. Mit diesen Objekten „verkauft“ Hubert Mauz das Jubiläumsdorf hervorragend.

Ein weiteres Mal muss man sagen: Der größte Donaueschinger Stadtteil steht in seinem 1250. Jubiläumsjahr auf der Sonnenseite des Lebens. Dies bewies auch die jüngste AusstellungWolterdingen in 50 Sachen“, welche sechs Wochen in den Fürstlich Fürstenbergischen Sammlungen Donaueschingen zu bestaunen war. Sie wurde von Heimathistoriker Hubert Mauz, in Zusammenarbeit mit dem Leiter des fürstenbergischen Archivs Jörg Martin, initiiert. Und sie war von Erfolg gekrönt.

 

Damit nicht genug: So wie es aussieht, entpuppte sich die eineinhalb Monate andauernde Präsentation der Objekte aus der Geschichte, Kultur und Gesellschaft der Gemeinde, auch noch als eine so genannte Win-Win-Aktion. „Anhand von Objekten die Geschichte des Ortes ablauschen können“, wie Hubert Mauz zu sagen pflegt, habe wohl dafür gesorgt, dass diese Ausstellung eine der erfolgreichsten gewesen sei, die in den vergangenen Jahren in den F.F. Sammlungen zu bestaunen war. Das habe er vom Aufsichtspersonal gehört.

Der Heimathistoriker, der mit der Beschaffung der Objekte sehr viel Arbeit auf sich genommen hatte, war mit Herzblut bei der Sache. Er hat Wolterdingen mit Stil, Charakter und hohem Niveau „verkauft“. Jedoch nicht für sich persönlich, sondern für die Gemeinde, betonte er energisch. Auch Archivar Martin zeigte sich beeindruckt und freute sich über die große Anziehungskraft dieser Ausstellung und „die wunderbare Zusammenarbeit“.

Diese Ausstellung – geprägt von Stein, Glas, Wasser und Holz – nahm die Besucher mit auf eine Reise von der Bronze- und Keltenzeit bis in das Heute: von Bronze-Lappenbeilen, die vor über 3000 Jahren zum Bearbeiten von Holz und zum Bäumefällen genutzt wurden, bis zu eisernen Doppelspitzbarren, die auf Wolterdinger Gemarkung gefunden wurden. Eine 1250 Jahre alte klösterliche Urkunde leitete eine Zeit großer Vielfalt mit Nutzung der Bodenschätze, des Klimas, der Flora, der Wasserkraft und der Verkehrswege ein. All diese Merkmale des Jubiläumsortes wurden mithilfe von Exponaten erklärt und dargestellt.

Die wachen Augen von Hubert Mauz brachten noch etwas ans Licht: Im Zuge der Ausstellungsvorbereitungen stieß man im F.F.-Archiv auf eine aus dem Jahr 1790 stammende Flur-Grundbuchkarte, die damals der Fürst erstellen ließ. In dieser ist auch eine Diechel-Leitung von den Enslenquellen bis auf den Kirchbühl eingezeichnet. Von dort aus verteilte sich die Druckleitung. Demzufolge habe Wolterdingen schon vor etwa 250 Jahren eine Wasserversorgung gehabt. Heinrich Jägle stellte eine Nachbildung eines solchen Verteilsteins zur Verfügung – einen Rohling aus einem Sandstein vom Hallenberg. Dieser stand vor den Sammlungen. Nun reist der Stein zurück auf den Kirchbühl, wo er bei der Kirche aufgestellt wird.

Historische Freilichtspiele

Die Vorstellungen
Wolterdinger Vereine, Bürgerinnen und Bürger spielen Szenen aus der Geschichte, am 12., 13. und 14. September, jeweils um 20 Uhr, in der Hochwasser-Dammarena. Einlass ist ab 18 Uhr. Die Glasamulett-Eintrittskarten sind schon jetzt in den Vorverkaufsstellen Thedy Donaueschingen, Bäckerei Schmid, Donaueschingen, Bäckerei Scherzinger in Wolterdingen, Dagn's Hofstadel in Wolterdingen, dem Kulturamt Bräunlingen, in der Naturseifen-Manufaktur Pfaffenweiler und ab dem 31. Mai im Wolterdinger Schwimmbad erhältlich. Erwachsene bezahlen im Vorverkauf 15 Euro (Abendkasse 18 Euro), Zehn- bis 18-Jährige bezahlen zwölf Euro (Abendkasse 15 Euro), Kinder unter zehn Jahren haben freien Eintritt. Idee, Texte und Regie: Hubert Mauz.