Ein Blick über das winterliche Achdorf mit der Pfarrkirche St. Nikolaus: Der Ort feiert in diesem Jahr sein 1250-jähriges Dorfjubiläum. Den Auftakt bildet ein Festbankett am 22. März. Foto: Simon Bäurer

Die Gemeinde begeht dieses Jahr ihre 1250-Jahr-Feier. Ein Blick auf bewegte Zeiten und prägende Ereignisse.

Die Ortschaft Achdorf wurde erstmals im Jahre 775 nach Christus urkundlich erwähnt und feiert aus diesem Grund in diesem Jahr ihr 1250-jähriges Dorfjubiläum. Gemeinsam mit seinen heutigen Teilorten Aselfingen, Überachen, Eschach und Opferdingen spricht man gerne vom Achdorfer Tal oder von den so genannten Talorten. Diese Bezeichnung taucht erstmals 1457 in Urkunden des Klosters St. Blasien auf, zu dem die Ortschaften zum damaligen Zeitpunkt alle gehörten.

 

Zugehörigkeit gewechselt

Die Jahrhunderte zuvor wechselte Achdorf häufiger seine Zugehörigkeit. So gehörte Achdorf bereits dem Kloster St. Gallen, den Herren von Blumberg sowie einzelnen Adeligen der damaligen Zeit an. Nach der Säkularisation und der damit verbundenen Auflösung des Klosters und Reichsstiftes St. Blasien gelangten die Talorte recht bald in den Besitz des Großherzogtums Baden. Im Jahr 1848 schloss sich die Gemeinde Überachen der Gemeinde Aselfingen an. Mit Wirkung vom 1. April 1934 wurden die Gemeinden Aselfingen/Überachen, Eschach und Opferdingen mit der Gemeinde Achdorf zur Gesamtgemeinde Achdorf vereinigt. Bis zur Eingemeindung mit Blumberg im Jahr 1972 im Zuge der Verwaltungsreform war Achdorf also eine eigenständige Gemeinde.

Zu den markantesten Ereignissen der jüngeren Geschichte Achdorfs zählt sicherlich die Hochwasserkatastrophe vom 16. Mai 1924 in Aselfingen. Nach einem wolkenbruchartigen Regen über der Gegend von Mundelfingen strömten die Wassermassen auch dem kleinen Aubach zu, der durch Aselfingen führt und in die Wutach mündet. Die ungeheuren Wassermassen brachen letztlich aus dem Bachbett und überfluteten die Keller und unteren Räume der Häuser.

Kriegerische Zeiten erlebt

Eine weitere Naturkatastrophe ereignete sich am 7. Januar 1966, als ein heftiger Erdrutsch des Eichbergs Teile der Straße zwischen Achdorf und Eschach zerstörte. Leid und Not brachten die Kämpfe in kriegerischen Zeiten wie etwa im so genannten Schweizerkrieg 1499, dem Bauernkrieg 1524 oder auch dem Zweiten Weltkrieg. In den letzten Kriegswochen litt die Bevölkerung der Talorte sehr unter direkten Kampfeinwirkungen. So gab es etwa am 26. April 1945 zwei Feuerüberfälle durch Artilleriebeschuss auf der Straße zwischen Achdorf und Fützen. Das bezeugen die Tagebucheintragungen des damaligen Pfarrers Franz Beugel sowie des Oberlehrers Karl Schweickert.

Das Bild aus der Dorfchronik „Blumberg-Achdorf einst und jetzt“ zeigt die Auswirkungen der Hochwasserkatastrophe 1924 im Ortsteil Aselfingen. Foto: Simon Bäurer

Mit dem Hangrutsch des Eichbergs 1966 sowie dem Hochwasser der Wutach 1990 zählen zwei Naturereignisse zu den prägenden Erinnerungen der jüngeren Geschichte. Die Erschließung des Neubaugebiets „Im Großgarten“ 1977 zeigte die verstärkte Nachfrage an Bauplätzen im Achdorfer Tal. Nur ein Jahr später folgte der Baubeginn des Hauses des Gastes, welches bis heute als Gemeindehalle der Talorte dient. Für 64 000 Deutsche Mark wurde 1983 ein Tragkraftspritzenfahrzeug für die Feuerwehrabteilung angeschafft und ein Jahr später erfolgte ein Dorfentwicklungsplan mit Bau des Dorfbrunnens.

Ans schnelle Internet

Im Jahr 2006 wurde das Neubaugebiet Kirchacker erschlossen und ein neuer Hochbehälter in Achdorf eingeweiht. Als erster Ortsteil wird Eschach im Jahr 2017 an das schnelle Internet angeschlossen, der restliche Glasfaserausbau startete dann 2018. Nach dem Verkauf der alten Schule in Aselfingen sowie mittlerweile auch des Rathauses wurde 2020 das neue Feuerwehr- und Vereinshaus fertiggestellt.

Die Aufhebung der unechten Teilortswahl, zahlreiche Sanierungen sowie die Thematik der Wasserkraft sind weitere wichtige Eckpunkte der Achdorfer Geschichte.

So wird gefeiert

Dorfjubiläum
Das Jubiläumsjahr startet mit einem Festbankett am 22. März im Haus des Gastes. In diesem Rahmen stehen Grußworte sowie die Vorstellung der neuen Dorfchronik an. Die Feierlichkeiten zum Jubiläumsfest finden vom 4. bis 6. Juli rund um das Haus des Gastes statt. Auf dem Programm stehen unter anderem die Aufführung eines historischen Theaters sowie ein Oldtimer-Treffen. Ein Feuerwehrfest am 13. und 14. September rundet die Feierlichkeiten des Jubeljahres ab.