Der Musikverein „Lyra“ Obernheim war mit ordentlich Regen gesegnet an seinem Jubiläumswochenende – doch zum Festumzug schien dann die Sonne.
Zum Beginn des Festes hatte sich Bürgermeister Alexander Hofer höchstpersönlich um den Fassanstich gekümmert – gemeinsam mit dem Lyra-Vorsitzenden Steffen Schnee. Hofer dankte dem Verein mit herzlichen Worten für sein ehrenamtliches Engagement und die wertvolle kulturelle Arbeit in der Heuberggemeinde.
Schnee hingegen dachte als Vereinschef an seine rührigen Planungsteams: „Ihr seid es, die dieses Fest überhaupt erst möglich gemacht habt.“ Ein weiteres Dankeschön galt der Obernheimer Vereinsgemeinschaft: „Danke dafür, dass Ihr immer da seid, wenn man Euch braucht.“ Zuerst hatten die Musiker und ihre Helfer jedoch eine komplett andere Art von Einsatz hinter sich zu bringen müssen – wetterbedingt. Grundsätzlich hätten alle Besucher dem Verein weniger Regen und mehr Sonne gewünscht.
Besonders knifflig war die Lage am Donnerstag während des Aufbaus gewesen. Das schwere Gewitter, das über den Heuberg zog, setzte Wiesen und Festzelt unter Wasser.
Die Musiker und ihre Helfer fackelten nicht lange: Am Zelt wurde eine Drainage zur Entwässerung gezogen. Zusätzlich schützte ein Wall aus Sandsäcken die Infrastruktur im Inneren. Bänke und Tische, längst im Zelt aufgestellt, mussten noch einmal raus: damit gegen die Nässe eine dicke Hackschnitzelschicht verteilt werden konnte. Vorsitzender Steffen Schnee dankte allen für ihren nassen Nachteinsatz, darunter auch DRK und Feuerwehr.
Das Programm des dritten Veranstaltungstags war mit einem zünftigen Frühschoppen gestartet. Diesen gestaltete der Musikverein Rosswangen. Um die Mittagszeit war das Zelt vollbesetzt, die vielen Helfer des MV hatten alle Hände voll zu tun. Danach wagten die Obernheimer und ihre Gäste immer wieder bange Blicke nach oben: Würde das Wetter zum Umzug wohl halten? Doch plötzlich brachen die Wolken auf, und die Sonne schien. Was wollte man mehr?
Rund 30 Vereine, Gruppen und Organisationen zogen also – warm beschienen – in einem bunten und fröhlichen Lindwurm hinauf ins Zelt an der „Blah“. Die benachbarten Musikvereine machten ihre Aufwartung, genauso örtliche Vereine wie TSV oder Männergesangverein, etliche Volkstanz- und Trachtengruppen sowie einige Tanzensembles. Die Obernheimer Schneemänner waren dabei, die Tanz-Teens aus Oberdigisheim und die Fanfarenzüge aus Nusplingen und Wehingen. Die Obernheimer Schul- und Kitakinder mischten sich ebenfalls unter die Umzugsteilnehmer. Alle Fußgruppen hatte sich mit viel Liebe zum Detail und Einfallsreichtum auf den 125. Geburtstag der „Lyra“ vorbereitet.
Für die jüngsten Festbesucher gab es im Zelt ein großes Kinderfest mit viel Bewegungs- und Kreativprogramm, für die Erwachsenen eine Fahrzeug-Ausstellung und einige Vorführungen zur Hackschnitzel-Herstellung. Das heftige Gewitter, das am Nachmittag über den Heuberg zog, sorgte ungewollt für eine Umgestaltung des Programms, da die die Anlage im Zelt ausfiel. Gemeinsam schuf man Abhilfe, so dass dem Ausklang des Fests nichts im Wege stand. Für den sprichwörtlich guten Ton sorgten hierbei die Musikvereine Egesheim und Zepfenhahn – ganz ohne Strom.