Der Gemeindechor sorgte für den musikalischen Rahmen beim Jubiläumsfest Foto: Schweizer

Mit einem Festgottesdienst hat der 125. Geburtstag der Neuapostolischen Kirche Albstadt begonnen. Priester Günter Bott geht in den Ruhestand.

Albstadt-Tailfingen - Durch die Pandemie musste das Jubiläum der Neupostolischen Kirche in Albstadt, das 2021 anstand, um ein Jahr verschoben werden. Der Pfingstsonntag war für die Feierlichkeiten der Gemeinde mit derzeit 515 Mitgliedern geradezu prädestiniert. Im würdigen Festgottesdienst passte einfach alles.

Viele Gründe, um dem Herrn zu danken

Zu Beginn schickte nach dem morgendlichen Gewitter und dunklen Wolken die Sonne ihre Strahlen durch die Kirchenfenster, als mit dem gemeinsamen Lied "Gott Vater, dir sei Lob und Dank" der Gottesdienst begann. Apostel Martin Schnaufer aus Karlsruhe hielt mit seiner persönlichen Ausstrahlung eine Predigt, die voller Glaubensfreude war und noch lange in Erinnerung bleiben wird. "Es gibt so viele Gründe von Erlebnis und Dankbarkeit, um vor den Herrn zu treten, um für das Werk, das an Pfingsten entstanden ist und der Heilige Geist zu euch kommt, zu danken", sagte der Apostel. Pfingsten beinhalte ganz viele Facetten, "so auch den Geist der da wirkt, wenn man in die Gemeinde blickt". Schnaufer erinnerte an jenen Tailfinger Bürger, an dessen Arbeitsplatz im Schwarzwald er von der Neuapostolischen Kirche erfuhr. Und sich als Apostel auf den Weg machte, um die Kunde in der Heimat zu verbreiten. "Was daraus hier entstanden ist, kann man nur mit Freude begleiten", betonte Martin Schnaufer.

Die Gnade Gottes steckt in den 125 Jahren

In diesen 125 Jahren steckten nicht nur viele Erlebnisse, sondern auch die Gnade Gottes. Daher lade das Pfingstfest neu dazu ein, diese Aufbruchsstimmung wieder mit in den Alltag zu nehmen. Der Apostel habe den Auftrag, die Liebe Gottes aufrecht zu erhalten und Jesus Christus, um den sich alles drehe, in die Mitte zu nehmen. "Er ist das große Vorbild bis zum heutigen Tag", so der Prediger. Ein weißer Mann soll einmal gesagt haben: "Glauben beginnt mit Staunen", daher sei Pfingsten als Anlass zu nehmen, auf die Kraft Gottes und den Heiligen Geist zu bauen.

Musik und Grußworte

Den feierlichen Gottesdienst gestalteten der Gemeindechor und der Männerchor unter Leitung von Markus Hueber mit. Organist war Markus Gottschalk. Der Auftritt des Kinderchores, von Andrea Dölker geleitet, stimmte ein auf die Versiegelung für die sechs Monate alte Luana Conzelmann. Sie ist nun Vollmitglied der Kirche. Günter Bott geht in den Ruhestand. Mehr als 46 Jahre war er nicht nur Amtsträger, sondern "in allen Dingen die gute Seele der Gemeinde Albstadt". Der 67-Jährige sei immer da gewesen, habe zuvorderst beim Kirchenanbau gewirkt, sei einst als Jugendleiter und lange als Seelsorger tätig gewesen, erinnerte Apostel Schnaufer.

Bereicherung für das Leben in der Stadt

Stadtrat Uli Metzger überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und betonte, was im Jahr 1896 als kleines Pflänzlein begonnen habe, sei längst zu einer Bereicherung des geistlichen Lebens in der Stadt geworden. Mehr als ein Jahrhundert hätten viele Menschen bei der Neuapostolischen Kirche Heimat und Geborgenheit erfahren. Er attestierte eine lebendige Verbundenheit zwischen Kirche und Gemeinde.

Aus Sicht des evangelischen Pfarrers Gottfried Engele hätte kein besserer Termin als das Pfingstfest gewählt werden können für das Jubiläum. Pfingsten, so der katholische Pastoralreferent Michael Holl, sei Beginn der weltweiten Kirchen. Die Neuapostolische Kirche sei im kirchlichen Arbeitskreis vertreten, mit der Ökumene öffneten sich Türen und Herzen.