Mareike Schmid aus Bittelbronn konnte dank der Spende des Ortschaftsrates Cresbach Werkzeuge, Lebensmittel und diverse Baumaterialien für die bedürftigen Familien im Ahrtal anschaffen. Foto: Wagner

Der Ortschaftsrat Cresbach spendete seine Sitzungsgelder in Höhe von 1200 Euro in das von der Flutkatastrophe betroffene Ahrtal.

Waldachtal-Cresbach - Seit dem vergangenen Jahr machte sich Ortsvorsteher Gebhard Weißgerber darüber Gedanken, an welche Einrichtung oder Organisation der Ortschaftsrat Cresbach seine Sitzungsgelder spenden kann. Die Telefonate mit verschiedenen Organisationen hätten jedoch nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis geführt. "Uns war es vor allem wichtig, dass das Geld auch dort ankommt, wo es notwendig ist", verdeutlichte Weißgerber bei der symbolischen Spendenübergabe am vergangenen Montag.

Wiederaufbau kann sehr lange dauern

Über Empfehlungen erfuhr Weißgerber dann von Mareike Schmid aus Bittelbronn, welche sich für die Spendenopfer im Ahrtal aktiv engagiert. Unter anderem Werkzeug, Lebensmittel und diverse Baumaterialien werden in dem Krisengebiet noch immer dringend benötigt. "Ich hoffe, dass die Menschen dort nicht in Vergessenheit geraten. Der Wiederaufbau wird nämlich vermutlich noch sehr lange andauern", betonte Weißgerber. Dem konnte Schmid nur voll und ganz zustimmen.

Spende aus Cresbach kommt im Ahrtal an

Im vergangenen Monat machte sich Schmid mit etwa 75 weiteren freiwilligen Helfern und einem bis unters Dach gefülltem Lkw (15 Tonnen) auf den Weg ins Ahrtal, um den Bedürftigen beim Wiederaufbau ihrer Häuser kräftig unter die Arme zu greifen. Mit im Gepäck hatte sie auch die Spendengelder des Ortschaftsrates in Höhe von 1200 Euro. Schmid dankte dem Gremium für das Vertrauen und die Spende, denn: "Die Spendengelder werden mittlerweile immer weniger."

Manche Menschen können das Elend nicht verkraften

Unter anderem konnte durch die Spende einer Frau eine Waschmaschine angeschafft werden, welche bisher mit einer Bundeswehr-Waschmaschine die Wäsche der freiwilligen Helfer wusch. "Da kam an Schluss nur noch Dreck raus", verriet Schmid. Die Männer im Ahrtal seien am Ende ihrer Kräfte und in vielen Familien wurde bisher Suizid begangen, weil manche Menschen das Elend nicht mehr verkraften konnten. Auch vom Frühlingsbeginn war nicht viel in dem eigentlichen Touristengebiet zu spüren. "Man hört keine Vögel zwitschern. Es gibt aber auch keine Bäume mehr, auf denen sie ihre Nester bauen könnten", schilderte Schmid ihre Eindrücke.

Handwerker werden dringend benötigt

Die Böden seien stark kontaminiert, die letzte Rasenaussaat sei kurz nach dem Aufgehen verrottet. Der Wiederaufbau werde definitiv ein sehr langes Unterfangen, wie Schmid verdeutlichte. Was ebenso dringend benötigt werde, seien Handwerker, die sich langfristig gesehen miteinbringen können. "Jeder kann helfen – und Hilfe wird weiterhin auch dringendst benötigt im Ahrtal", betonte Schmid.