Sonja Schneider, Friedel Kehrer und "Anstandslos Taktlos" Quelle: Unbekannt

Doppelgeburtstag: Adelbert Barth, Roland Single und ihr Publikum feiern "120 Johr echt schwäbisch"

Roland Single aus Winterlingen und Peter Fidel aus Melchingen begrüßten ihre zahlreichen Gäste unter freiem Himmel vor dem Melchinger Rathaus zum schwäbischen Benefiz-Mundart-Abend anlässlich ihres 60. Geburtstags unter dem Motto: "120 Johr echt schwäbisch".

Burladingen-Melchingen. Horst Lamparth lud die Gäste zu einer kleinen "Tour durch den Flecka" ein und überbrachte im Namen der Stadt Burladingen eine 100-Euro-Spende, um der Benefizveranstaltung einen Teil beizusteuern.

Mit ihrem Humor wollten sich die schwäbischen Mundartkünstler einem guten Zweck widmen, und sie unterstützten mit den Einnahmen den Tübinger Verein "Clowns im Dienst."

Annett Vithlani stellte die Arbeit der "Clowns im Dienst" vor. Diese versuchen mit viel Humor und guter Laune, den Kindern in der Tübinger Klinik durch schwere Momente zu helfen: "Lachen befreit, gibt Luft zum Atmen und hilft auch den Kleinsten", sagte Vithlani. Sie bedankte sich für den Einsatz der Mundartkünstlern und den des Publikums herzlich.

Als ersten musikalischen Beitrag des Abends sangen die beiden "Geburtstagskinder" Adelbert Barth alias Peter Fidel und Roland Single ihren Geburtstagshit "Jetzt be I 60ge". Das Stück war eigens für diesen Anlass von Michael Eisele für die Beiden komponiert worden.

Als Überraschungsgast trat Peter Nagel aus Rottenburg mit Gedichten von Sebastian Blau auf. Es ging um das Örtle, das zur eigenen Heimat wird, und Geschichten aus dem Ländle, die teilweise direkt nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind und vom Thema bis heute sehr aktuell sind: "Wie wir unseren Dialekt im Alltag leben, und was die Schwaben ausmacht."

Friedel Kehrer & Sonja Schneider brachten die Gäste mit ihrem derben Humor zum Schmunzeln: Von "Was Corona mit den Menschen macht" bis hin zu berührenden Liedern zum Mitsingen, stellten sie ein unterhaltsames Programm zusammen –­ um schwäbischen Ausdrücken ein neues Zuhause zu geben, ihre Muttersprache mit viel Liebe am Leben zu halten und auch an die junge Generation weiterzugeben.

"Anstandslos Taktlos" lud zwischendurch zum Schunkeln ein und unterhielt die Zuhörer mit humorgeladenem Gesang. Das Publikum war ausgelassen und freute sich über die bunten Beiträge.

Werner Gaus bot ein Repertoire aus schwäbischen Gedichten und brachte dabei sehr gut auf den Punkt, "was die schwäbische Welt zusammenhält, und wo der Schwabe an seine Grenzen kommt".

Den Abschluss des überaus gelungenen Mundart-Programms machten die "Heiligen3Zimmener", die schwäbische "Rockband", die mit Witz und rockigen Texten das Publikum in Stimmung brachte. Auch nach mehreren Zugaben wollten die Fans sie nicht von der Bühne gehen lassen.