Simon Klostermann brachte die TSG Balingen zwar mit 1:0 in Führung; am Ende siegte aber der TSV Schott Mainz mit 2:1. Foto: Eibner

Klassenerhaltsparty vertagt: Die TSG Balingen hat in der Fußball-Regionalliga beim TSV Schott Mainz trotz einer 1:0-Pausenführung eine 1:2-Niederlage einstecken müssen und ist damit rechnerisch noch nicht ganz durch.

Allerdings hätte auch ein Sieg nicht gereicht, weil der FC Bayern Alzenau, der den ersten Abstiegsplatz belegt, zu einem überraschenden Unentschieden beim SSV Ulm kam. Dennoch haben die Eyachstädter komfortable 18 Punkte Vorsprung und ein Spiel weniger absolviert als die Alzenauer.

Ungünstiger Spielbeginn für TSG

In Mainz war TSG-Trainer Martin Braun zu mehreren Umstellungen in der Hintermannschaft gezwungen: Die Verteidiger Jonas Vogler (Risswunde) und Adrian Müller (Oberschenkel) fehlten verletzt, dazu verzichtete Torwart Julian Hauser auf einen Einsatz wegen des Kunstrasenbelags beim TSV Schott. Für ihn kam Marcel Binanzer ins Tor.

Das Spiel begann schon ungünstig für die TSG: Bei dem Versuch, eine Ecke zu vermeiden, rutschte Wöhrle unglücklich aus (16.). "Es könne eine Knieverletzung sein, er könnte schon längere Zeit ausfallen", sagt Trainer Braun nach dem Spiel. Der Verteidiger sei ins Balinger Krankenhaus gebracht worden.

Die erste große Chance des Spiels bot sich den Rheinhessen nach einer knappen halben Stunde. Nach Pass von der linken Seite versuchte Janek Ripplinger den Ball mit der Hacke an Torwart Binanzer vorbei zu lenken, traf den Ball aber nicht richtig. Cedric Guarino klärte dann endgültig. Glück hatten die Gäste auch, dass Schiedsrichter Christian Ballweg bei einem Treffer von Ripplinger auf Abseits entschied (32.). Der 1:0-Führung der TSG nach bis dahin verteiltem Spiel ging ein Ballgewinn von Marc Pettenkofer im Mittelfeld voraus. Leander Vochatzer kam an das Leder, schaltete schnell und spielte es in den Lauf von Simon Klostermann, der Torwart Tim Bjarne Hansen keine Chance ließ (36.).

"Es hapert gerade im Offensivspiel"

Die Mainzer hatten auch noch vor und direkt nach der Pause das Chancenplus. Auf der anderen Seite ließ Vochatzer bei einem Schuss von der Strafraumgrenze auch das mögliche 2:0 liegen (55.). Stattdessen fiel nach einer Stunde der nicht unverdiente Ausgleich durch Ripplinger, der eine schöne Kombination über die rechte Seite vollendete.

Noch einmal gab es die große Gelegenheit für die TSG, erneut in Führung zu gehen: Doch Hansen mit einem Reflex – und dann der Innenpfosten – retteten im Verbund nach einem Kopfball von Vochatzer, der das Leder im Nachsetzen über die Latte jagte (62.).

Fallen sollte der Treffer stattdessen auf der Gegenseite. Es war ein Freistoß aus 22 Metern zentral, dessen Berechtigung der spielende Co-Trainer Lukas Foelsch, der dabei auch die Gelbe Karte sah, heftig anzweifelte: "Es war kein Freistoß, ich grätsche und spiele klar den Ball." Der eingewechselte Jost Mairose hatte bei seinem Schuss das Glück, dass der Ball von der Mauer unhaltbar ins rechte Eck abgefälscht wurde – Binanzer war schon in die andere Ecke unterwegs gewesen (85.). "Vielleicht hatten wir heute die Gier nicht, es hapert gerade im Offensivspiel", sparte Foelsch nicht mit Kritik. "Jeder schwätzt mehr als er Leistung zeigt und denkt vielleicht in höheren Sphären oder er sei zu Besserem berufen."

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