In einem intensiven Testspiel trennen sich Nagold und Holzhausen 1:1. Während der FCH vor der Pause das Spiel im Griff hat, sind die Hausherren nach dem Seitenwechsel tonangebend.
Immer wieder werden im Fußball von Partien mit „zwei verschiedenen Halbzeiten“ gesprochen. Bei Testspielen, in denen traditionell viel gewechselt wird, kommt dies wohl sogar häufiger vor als in Pflichtspielen. Und so nahm auch Marcel Schuon, Trainer des VfL Nagold, jene Formulierung in den Mund.
Gegenüber unserer Redaktion erklärte er nach dem 1:1 gegen den FC Holzhausen zudem: „Wir hatten ja zur Pause acht Mal gewechselt. In der 1. Halbzeit sind wir mit der Dreierkette von Holzhausen nicht zurecht gekommen und haben auch nach einer Umstellung keinen Zugriff bekommen. Wir haben ein wenig um das 0:1 gebettelt.“
Tim Steinhilber köpft ein
Beim angesprochenen Treffer flankte Vladan Djermanovic butterweich auf Tim Steinhilber, der zum 1:0 für den Verbandsligisten einköpfte (33.). Die beiden Akteure liefen zusammen in der Sturmspitze auf. Steinhilber hatte in der 20. Minute bereits die bis dato größte Chance der Gäste gehabt. Diese hatten mehr Ballbesitz, ungenaue Pässe verhinderten aber immer wieder weitere Einschussmöglichkeiten.
Die beiden größten Nagolder Chancen in der 1. Halbzeit hatte der agile Linksaußen Niklas Watzl. In beiden Fällen – einmal aus kurzer Distanz per Grätsche und einmal per Kopf – konnte Julian Hauser im FCH-Tor aber parieren.
Nagold ist besser
Nagold kam dann wie erwähnt mit acht frischen Akteuren zurück auf den Kunstrasen, bei Holzhausen waren es inklusive Keeper Henning Schwenk deren sechs. Der VfL war nun aber klar tonangebend, Daniel Seemann hörbar unzufrieden, was er auch nach der Partie bestätigte. „Die 2. Halbzeit war viel zu wenig. Wir hätten uns das Leben deutlich einfacher machen können, sind aber zu wild geworden. Nagold hat gut gepresst. Nach dieser intensiven Woche war ich sogar verwundert über die 1. Halbzeit. Da war vieles von dem dabei, was ich mir vorstelle.“
So drückte der VfL lange Zeit merklich auf den Ausgleichstreffer. Gerade über Nico Gaiser auf der linken Seite wurde viel Betrieb gemacht. Ein Schuss von Burak Tastan rauschte knapp am Tor vorbei (56), Nagold blieb aber dran und Holzhausen wurde immer fahriger. Eben jener Gaiser prüfte nach einem schlimmen Ballverlust von Niklas Schäuffele Keeper Schwenk. Dieser war dann sieben Minuten vor Ende aber ohne Chance.
Verdienter Ausgleich
Nach einem Steilpass war Gaiser frei durch und legte auf Sturmspitze Panagiotis Karapidis ab, der noch einschieben musste. Die Nagolder zeigten also wie schon beim 3:5 gegen Oberachern eine beachtliche Leistung gegen einen höherklassigen Gegner. Schuon meinte zu Recht: „Ich kann meinen Jungs ein Kompliment aussprechen. Wir hätten sogar noch mehr Chancen kreieren können, aber es war gut, dass wir noch das 1:1 erzielt haben.“