107 Mitarbeiter müssen das Freiburger Fahrradleasingunternehmen bis Jahresende verlassen. Ursprünglich war von bis zu 170 Mitarbeitern die Rede.
Beim Fahrradleasingunternehmen Jobrad verlieren weniger Menschen ihren Arbeitsplatz als zunächst befürchtet. Nach Gesprächen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat müssen 107 Mitarbeiter das in Freiburg ansässige Unternehmen bis zum Ende des Jahres verlassen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervor.
Im vergangenen Herbst war von einem Fünftel der Stellen die Rede gewesen, was in etwa 170 Stellen entsprochen hätte. Bei der Jobrad GmbH waren seinerzeit 850 Mitarbeiter. Genaue Zahlen hatte ein Sprecher allerdings im Herbst nicht genannt. Die Jobrad-Gruppe insgesamt hat nach jüngsten Angaben mehr als 1400 Beschäftigte.
Seit Oktober 2025 führten Geschäftsführung und Betriebsrat intensive Verhandlungen über die strategische und strukturelle Weiterentwicklung sowie den angekündigten Stellenabbau. Die Gespräche sind nun abgeschlossen. „Im Rahmen der Einigung werden insgesamt 107 Mitarbeitende das Unternehmen bis zum Ende des Jahres verlassen. Das Abfindungsprogramm umfasst überdurchschnittliche Konditionen und berücksichtigt soziale Aspekte umfassend“, teilt Jobrad mit.
„Der Stellenabbau ist schmerzhaft - aber er ist im Rahmen unseres Transformationsprozesses notwendig, um Jobrad langfristig erfolgreich und wettbewerbsfähig aufzustellen“, sagte Geschäftsführer Florian Baur.
Betriebsrat hat um jede Stelle gekämpft
„Als Betriebsrat haben wir um jeden einzelnen Arbeitsplatz gekämpft“, erklärt die Betriebsratsvorsitzende Helena Heitzer. „In der Einigung sehen wir dennoch eine tragfähige Lösung, die soziale Verantwortung mit der langfristigen Stabilität des Unternehmens verbindet“, so Heitzer.
Jobrad zählt zu den bekanntesten Dienstradleasing-Anbietern in Deutschland und ist nach eigenen Angaben Marktführer. Das Unternehmen arbeitet den Angaben nach mit mehr als 7200 Fahrradgeschäften in Deutschland im Hinblick auf Leasing zusammen. Schon zwei Millionen Diensträder habe man auf die Straße gebracht.
Jobrad hört auch als Trikotsponsor beim SC Freiburg auf
Nach dem Boom während der Coronapandemie ist der Fahrradmarkt und auch das Dienstradleasinggeschäft eingebrochen. Aufgrund der sinkenden Nachfrage wurden Ende September die Jobrad-Mitarbeiter darüber informiert worden, dass aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage und der anhaltenden Konsolidierung im Fahrradmarkt eine Anpassung der Personalstruktur erforderlich sei.
Im Jahr 2024 hatte die gesamte Jobrad-Gruppe einen Umsatz von knapp 1,4 Milliarden Euro erzielt. Zum vergangenen Jahr machte ein Sprecher auf Nachfrage keine Angaben.
In der Folge der Transformation zieht sich Jobrad, das seit der Saison 2023/24 Haupt- und Trikotsponsor von Fußball-Bundesligist SC Freiburg ist, auch als Trikotsponsor zurück. Das Unternehmen soll dem SC aber als Premiumpartner erhalten bleiben.