Die Todtnauer Kirche im Jahr 1954 als die ersten Glocken ein paar Jahre klangen. Das Bild gehört auch zum Kalender zum Stadtjubiläum von Steffen Rees. Foto: /Pfarrarchiv Todtnau

Die Todtnauer St. Johannes Kirche bekommt eine neue Glocke – und das im Rahmen des Jubiläums „100 Jahre Todtnau“. Für die Finanzierung wird um Spenden gebeten. Außerdem können Interessierte beim Glockenguss dabei sein.

Die Todtnauer Pfarrkirche St. Johannes Baptist ist ein Wahrzeichen der Stadt. Ihr Glockengeläut kennen die Todtnauer und auch die Gäste gut.

 

Die Kirche hat ein auf zwei Glockentürme verteiltes fünfstimmiges Geläut der Glockengießerei Junker aus dem Jahr 1949. In der Melodielinie erklingt das alte Molldurquintett. Im Westturm hängt in einem Holzglockenstuhl die große Glocke 1. Sie übernimmt den Stundenschlag. Im Ostturm befinden sich in einem zweigeschossigen Holzglockenstuhl die Glocken 2 bis 5. Die Glocken 2, 3 und 4 schlagen den Viertelstundenschlag, informiert das Erzbistum Freiburg auf seiner Seite.

Renovierung notwendig

Bald soll hier eine weitere Glocke schlagen, kündigt die Seelsorgeeinheit Oberes Wiesental an. Denn bei einer Turmbegehung des Erzbischöflichen Glockeninspektors im September 2023 sei festgestellt worden, dass sich beide Glockenstühle in den Kirchtürmen in einem sehr renovierungsbedürftigen Zustand befinden, so die Seelsorgeeinheit. Demnach seien in den nächsten Jahren dringend Maßnahmen notwendig, damit die Glocken weiterhin läuten können. Im Hinblick auf das 1000-jährige Bestehen von Todtnau entstand die Idee, auf das Jubiläum das Geläute um eine Glocke zu erweitern. Nach einem umfassenden Statikgutachten sei bestätigt worden, dass im Westturm der Pfarrkirche noch Platz für eine solche Jubiläumsglocke wäre.

Die Jubiläumsglocke

Die Jubiläumsglocke wird ein Gesamtgewicht von 1300 Kilogramm und einen Durchmesser von 1,27 Meter aufweisen und auf den Schlagton es1 gestimmt sein. Außerdem soll sie den Namen Christusglocke erhalten

Auf der Vorderseite wird sie vom Altarmosaik der Pfarrkirche mit Christus geziert sein und die Inschrift „Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat“ enthalten. Auf der Rückseite wird die Todtnauer Kirche als Wahrzeichen der Stadt und das Stadtwappen abgebildet sein. Außerdem wird sie den Schriftzug „In Erinnerung an das 1000-jährige Bestehen von Todtnau (1025-2025)“ tragen, teilt die Seelsorgeeinheit in ihrem Bericht mit.

Den Guss miterleben

Die Anschaffung einer neuen Glocke bringe immer gleich drei Höhepunkte mit sich: den Gusss, die Weihe und das erste Läuten. „Eine Glockenweihe miterleben zu dürfen, stellt ein einmaliges und unvergessliches Ereignis dar“, heißt es im Bericht der Seelsorgeeinheit.

Glockenguss in der Gießerei Grassmayr Foto: zVg/Gießerei Grassmayr

Der Glockenguss der Todtnauer Jubiläumsglocke wird am Donnerstag, 10. April, im österreichischen Innsbruck von der Glockengießerei Grassmayr vorgenommen. Interessierte können hier dabei sein.

Die Weihe der Todtnauer Jubiläumsglocke soll am Dreifaltigkeitssonntag, 15. Juni, am Ende des Pontifikalamtes mit Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz auf dem Kirchvorplatz erfolgen, teilt die Kirchengemeinde in ihrer Ankündigung mit.

Das erste Läuten

Das erste Läuten der neuen Glocke wird nach Abschluss der Turmsanierungsmaßnahmen zu hören sein, die voraussichtlich im Jahr 2026 beginnen sollen. Bis dahin wird die Glocke in einem Schaugestell in der Pfarrkirche zu sehen sein.

Unterstützer gesucht

Da ein solches Projekt nicht durch Eigenfinanzierung und Zuschüsse stemmbar sei, ist die Kirchengemeinde auf Spenden angewiesen – auch, um die Sanierungsmaßnahmen im Glockenturm durchführen zu können. Als Dankeschön und Wertschätzung erhalten Unterstützer ab einer Spende von 150 Euro eine Tischglocke. Diese soll zu Hause eine Erinnerung an die Glockenweihe sein und trägt die Inschrift „1000 Jahre Todtnau“.

Infos zum Projekt „Jubiläumsglocke“

Die Fahrt zum Glockenguss:
 Zum Gusstermin ist für Donnerstag, 11. April bis Freitag, 12. April eine Busfahrt organisiert. Start ist um 8 Uhr am Busbahnhof in Todtnau, so dass die Delegation um 15 Uhr beim Glockenguss in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck dabei sein wird. Nach dem Abendessen und der Hotelübernachtung geht es am folgenden Tag zur Zugspitze hinauf, wo Pfarrer Helmut Löffler mit der Gruppe um 12 Uhr eine Bergmesse in Deutschlands höchstgelegener Kapelle auf 2600 Metern feiern wird, bevor nach einem kleinen Aufenthalt die Rückfahrt nach Todtnau erfolgt. Eine Anmeldung ist bis zum 31. März möglich. Das Anmeldeformular liegt in der Kirche aus oder online unter www.seobwi.de.

Der Klang der Glocken:
 Unter www.ebfr-glocken.de könn man die Todtnauer Kirchenglocken läuten lassen und zudem hören, wie die neue Glocke klingen soll.

Spenden für die Sanierung des Glockenturms kann man an:
 Römisch-katholische Kirchengemeinde Oberes Wiesental, IBAN: DE62 6835 1557 0018 0066 01, BIC: SOLADES1SFH, Verwendungszweck: Glockenprojekt Todtnau