Das von den Koalitionsspitzen geschnürte Entlastungspaket sorgt für deutlichen Unmut beim südbadischen Handwerk.
„Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenbündel für die Bürger geschnürt, für das andere zahlen sollen. Das kann in der aktuellen wirtschaftlichen Lage kein Lösungsansatz sein“, wird Christof Burger, Präsident der Handwerkskammer Freiburg. in einer Mitteilung zitiert.
Gemeint ist die geplante steuer- und abgabenfreie Prämie von bis zu 1000 Euro, die Arbeitgeber an ihre Beschäftigten auszahlen können. „Das bedeutet eine zusätzliche Herausforderung für viele unserer Betriebe.“
Unsicheres Umfeld
Denn angesichts der fragilen wirtschaftlichen Situation bleibt offen, wie viele Betriebe aufgrund ihrer angespannten Ertrags- und Liquiditätslage tatsächlich in der Lage sein werden, hiervon Gebrauch zu machen. „Unsere Unternehmen arbeiten in einem unsicheren Umfeld daran, Arbeitsplätze und Ausbildung zu sichern – und sollen nun unabgesprochen zusätzlich für die Entlastung der Bürger sorgen“, macht Burger deutlich. „Das stößt viele Unternehmen vor den Kopf und löst kein einziges strukturelles Problem.“
Ruf nach Nachhaltigkeit
Gleichzeitig fehlten im Entlastungspaket vergleichbare kurzfristig wirksame Entlastungsschritte für Betriebe und Unternehmen, etwa beim Solidaritätszuschlag. „Wir brauchen nachhaltige Entlastungen bei Energie- und Rohöl-Preisen und endlich einen sinnvollen Abbau von bürokratischen Hürden“, fordert Burger. „Unsere Betriebe können ihren Beitrag zu einem wirtschaftlich stabilen Standort nur leisten, wenn sie nicht über Gebühr belastet und ausgebremst werden.“ Hier müsse die Regierung endlich nachlegen.
Die Handwerkskammer
Die Handwerkskammer Freiburg ist Dienstleister und Ansprechpartner für fast 16.000 Handwerksbetriebe mit mehr als 100.000 Beschäftigten und rund 6500 Auszubildenden in den Landkreisen Ortenau, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach sowie dem Stadtkreis Freiburg.