Für das Lustspiel „Der 31. November“ sind die erfahrenen Laienspieler (von rechts) Alex Kellner, Roland Welker, Thomas Glatz, Alexander Perkuhn, Judith Glatz, Tobias Heuft, Inge Beha Tatjana Schilling, Melina Dotter und Leon Tomse mit ihrer Regisseurin Vera Zimmermann in Obereschach seit Monaten kräftig am Proben. Foto: Kurt Weiß

Auf eine 100-jährige Laientheatertradition kann Obereschach in diesem Jahr mit Stolz zurückblicken.

1925 beschloss der Männergesangverein Frohsinn, der 1900 gegründet wurde, zu seinem 25-jährigen Vereinsbestehen zur Weihnachtsfeier ein Theaterstück aufzuführen.

 

Aus den Jahresberichten des Vereins geht weiterhin hervor, dass 1927 auch am Ostersonntag ein Theaterstück aufgeführt wurde. 1929 wurde wiederum beschlossen, dass zu Weihnachten ein Theaterstück zur Aufführung kommen soll, um „wieder etwas Geld in die Kasse zu bringen“.

Da es in Obereschach zu dieser Zeit noch an einer Festhalle mangelte, wurden regelmäßig zur Weihnachtsfeier im Gasthaus Schweizerhof ein oder oft sogar zwei Theaterstücke aufgeführt. Wegen der guten Resonanz mussten ab 1931 Anfang Januar die Theaterstücke mehrmals wiederholt werden. Den Annalen ist auch zu entnehmen, dass zu den Aufführungen sehr viele Gäste aus den Nachbargemeinden gekommen sind. In den Kriegsjahren 1939 bis 1945 musste die Theatertradition unterbrochen werden.

Von 1946 an bis heute wurde die Tradition ununterbrochen fortgeführt, worauf der MGV Frohsinn sehr stolz ist, auch wenn er 2020 die Theaterabende aus Altersgründen an den Chor Colours of Pop und an den Tennisclub abgeben musste.

Beliebte Aufführungen

Die Beliebtheit der Theateraufführungen führten sogar soweit, dass diese in den 1950-er Jahren in Mönchweiler im Gasthaus Ochsen und in Neuhausen im Kreuz wiederholt werden mussten. 1964 kam erstmals in der neuen Festhalle das Stück „Bergheimat“ zur Aufführung. Allerdings mussten 2020 und 2021 die Aufführungen wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Die Theateraufführungen in Obereschach waren dermaßen beliebt, dass die Aufführungen in der Weihnachtszeit auf drei erhöht werden mussten und verschiedene Verfasser der Theaterstücke die Aufführungen in Obereschach zum Teil besuchten.

Erste Regisseurin

Trotz des Wechsels hielt Vera Zimmermann, die ab 2006 als erste Frau erstmals Regie führte, die Theatergruppe zusammen und bringt in diesem Jahr das Lustspiel „Der 31. November“ von Thomas Gehring zur Aufführung. Dabei geht es vor allem um den Streit zwischen Adalbert Kröt und seiner Tochter Annemarie, den sie nach fünf Jahren beenden will.

Um ja nichts Falsches zu sagen, hat sie eine Szene ausgearbeitet. Mutter und Freund sind als Komplizen und Schauspieler gleichermaßen eingeweiht. Doch die Sache geht schief, aber für Annemarie noch lange kein Grund, aufzugeben.

Termine und Tickets

Um ihren Vater mürbe zu machen, wiederholen die drei das Ganze einfach am nächsten Tag noch einmal. Da zweifelt nicht nur der Vater zunehmend an seinem Verstand.

Die Theaterabende finden am Sonntag, 21.Dezember, 17 Uhr, am Samstag, 27. Dezember, 19.30 Uhr, und am Sonntag, 28. Dezember, 17 Uhr, in der Turn- und Festhalle am Schlossberg in Obereschach statt.

Der Kartenvorverkauf findet am Samstag, 13. Dezember, zwischen 10 und 12 Uhr, in der Alten Schule am Kirchberg statt.