Das Sparen hat eine lange Tradition, wie man etwa hier auf dieser historischen Aufnahme der Kreissparkasse Waiblingen in den 60er-Jahren sieht. Foto: Kreissparkasse Waiblingen/Archiv

100 Jahre Weltspartag – was bedeutet dieses Jubiläum heute? Ist Sparen überhaupt noch „angesagt“? Wir haben bei der Volksbank Rottweil nachgefragt.

Vor 100 Jahren wurde die Idee des Weltspartags ins Leben gerufen. Aber was hat es damit eigentlich auf sich? Ob die altbekannte Spardose überhaupt noch genutzt wird, verrät Yasemin Lux von der Volksbank Rottweil.

 

Sparen die Menschen heutzutage überhaupt noch auf herkömmliche Weise, oder geht der Trend eher in Richtung alternativer Formen der Geldanlage?

Es gibt es immer noch viele Menschen, die ihre Rücklagen auf traditionelle Weise sparen – besonders in Deutschland hat die klassische Sparanlage eine lange Tradition. Allerdings hat sich der Fokus in den letzten Jahren deutlich in Richtung alternativer Anlageformen verschoben. Viele unserer Kunden kombinieren heute klassische Spareinlagen mit Investments in Fonds oder Aktien.

Was ist der eigentliche Sinn des Sparens? Hat sich dieser in den letzten Jahrzehnten verändert?

Der Kern des Sparens ist und bleibt die Vorsorge und Sicherheit. Sparen ermöglicht es, einen finanziellen Puffer aufzubauen, um auf unerwartete Ereignisse vorbereitet zu sein – sei es ein defektes Auto, ein unvorhergesehener Umzug oder größere Anschaffungen. Aber Sparen ist auch ein Ausdruck von Weitsicht. Man spart, um Träume zu verwirklichen, sei es das Wohneigenheim oder eine größere Reise. Ein weiterer, immer bedeutender werdender Sinn des Sparens ist die Altersvorsorge. Wer nicht zusätzlich fürs Alter vorsorgt, wird seinen Lebensstandard in der Rente kaum halten können.

Nutzen Menschen nach wie vor klassische Spardosen, oder ist dieses Konzept weitgehend veraltet?

Nach wie vor werden von den Kindern gefüllte Spardosen vorbeigebracht, dieses Konzept ist keineswegs veraltet. Gerade für Kinder ist es immer eine Freude, als Belohnung für die gefüllte Spardose ein Geschenk zu erhalten und gleichzeitig ein Ansporn, fleißig weiter zu sparen.

100 Jahre Weltspartag – was bedeutet dieses Jubiläum heute? Und was ist die Geschichte hinter dem Weltspartag?

Der Weltspartag wurde ins Leben gerufen, um den Spargedanken weltweit zu erhalten und weiterzugeben. Dabei ist der Weltspartag aber mehr als nur ein Anlass, um Sparbüchsen zu leeren oder Zinsen zu sammeln. Er ist eine Tradition, die uns daran erinnert, wie wichtig finanzielle Eigenverantwortung ist – insbesondere für die jüngeren Generationen. Darum ist der Weltspartag für uns genauso relevant wie vor einem Jahrhundert.

Wie hat sich das Sparverhalten der jüngeren Generation entwickelt? Gibt es Veränderungen im Vergleich zu früheren Generationen?

Eine aktuelle Studie des Bundesverbandes der Volks-und Raiffeisenbanken zum Sparverhalten zeigt, dass die Sparquoten stabil bleiben. Dabei spart die junge Generation zunehmend renditeorientiert. Im Schnitt spart die Generation Z 13 Prozent ihres Einkommens für Urlaub, Wohnraum und Altersvorsorge. Knapp ein Drittel (28 Prozent) investiert und setzt bei der Geldanlage auf Investmentfonds und ETFs.