Eintrag ins Goldene Buch: Vertreter der Leichtathleten sowie (vorne von links) VfL-Vorsitzender Holger Ehnes, OB Jürgen Großmann und DLV-Chef Jürgen Kessing. Foto: Neumann

Zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Leichtathletikabteilung des VfL wurde der Vorsitzende des DLV nach Nagold geladen. Dort durfte sich Jürgen Kessing in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

Nagold - 2022 war ein Jahr der vielen Jubiläen. Neben vielen anderen Firmen- oder Vereinsjubiläen ragen aber zwei in Nagold besonders hervor: 175 Jahre VfL Nagold und 100 Jahre Leichtathletik in Nagold. Anlässlich dessen wurde der Vorsitzende des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Jürgen Kessing ins Nagolder Rathaus eingeladen, um sich dort – in Anwesenheit von Oberbürgermeister Jürgen Großmann und Vertretern des VfL Nagold – in das Goldene Buch der Stadt einzutragen.

Neben seiner Tätigkeit beim DLV, die er seit 2017 ausführt, ist Kessing – der bei der SPD Mitglied ist – seit 2001 hauptberuflich Oberbürgermeister der Stadt Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg). Als dieser ist er also auch ein Kollege von OB Großmann. Wesentlich wichtiger ist jedoch in diesem Zusammenhang seine Arbeit beim Leichtathletik-Verband. Auch in seiner Heimatstadt, Bietigheim-Bissingen, "wird ein wenig Leichtathletik gemacht", scherzt der 65-jährige, der ursprünglich aus Worms in Rheinland-Pfalz stammt und dessen eigenen, aktiven Sportzeiten schon länger hinter ihm liegen.

Freude über langen Bestand

Innerhalb von 175 Jahren, oder, im Falle der Leichtathletikabteilung des VfL, 100 Jahren, ist einiges geschehen. "Wenn man bedenkt", meint OB Großmann, "was in der Zeit passiert ist an Kriegen und Wirtschaftskrisen, dann wirken unsere heutigen Umstände deutlich geringer." Doch Vereine werden immer von Menschen ausgemacht "und die Menschen haben durchgehalten." Die Freude über den langen Bestand soll an diesem Tag und mit Kessings Eintragung im Goldenen Buch der Stadt nachhaltig festgehalten werden.

"Leichtathletik", sagt Jürgen Kessing, "ist letztendlich immer noch ein ehrlicher Sport." Er bezieht sich dabei darauf, dass in seinem Sport, anders als etwa im Fußball, nicht entscheidend ist, welches Team am meisten Geld hat. Zuletzt sei der Sport aber etwas in den Hintergrund gerückt. Demnach sei es nicht mehr die zentrale Sportart in der Schule und auch gesellschaftliche Veränderungen hätten dazu geführt, dass die Leichtathletik ihren Stand verloren hätte. "Vielleicht wissen Kinder nicht mehr, wie wichtig es ist, für Erfolge hart zu trainieren", meinte Kessing.

Kein Mangel an Talenten

Beim VfL Nagold aber scheint man sich über mangelnde Begeisterung der Leichtathletikjugend nicht beklagen zu wollen. Mit der Marathonläuferin Domenika Mayer, die beim VfL ihren sportlichen Wurzeln hatte und heute national und international für Furore sorgt und dem aktuellen Talent Samuel Werner, der bei den Deutschen U22-Meisterschaften vertreten war, ist das Talent jedenfalls vorhanden. Auch die anwesenden Vertreter bestätigen, dass es nicht an jungen Athleten mangelt. Ein Vorteil, da sind sich alle im Raum einig, ist, dass die Leichtathletik eine ideale Grundlage für viele andere Sportarten ist. Laufen, Springen und Werfen sind essenzielle sportliche Kenntnisse. Damit ist die Leichtathletik gut im Sport eingebettet.

100 Jahre Leichtathletik beim VfL Nagold

1922 wurde die Leichtathletik-Abteilung beim Vorgängerverein des VfL Nagold gegründet. Wie auch heute noch – die Leichtathleten trainieren im Nagolder Reinhold-Fleckenstein-Stadion of parallel mit den Kickern des VfL – herrschte damals schon eine enge Bindung zum Fußball. Unter dem damaligen Vorsitzenden des SV Nagold wurde entschieden, dass die Fußballer auch Leichtathletik betreiben sollen, um die Kondition zu verbessern. Heute ist die Leichtathletik-Abteilung die drittgrößte Gruppe des Vereins.