100 Jahre gibt es Foto und Drogerie Schlumberger in Altensteig. Gefeiert wird das Jubiläum vom 6. bis zum 19. April mit Sonderpreisen.
Geführt wird das Fachgeschäft in der dritten Generation. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte 1925, als Drogist Fritz Schlumberger aus Stuttgart und seine aus München stammende Frau Frieda – eine gelernte Fotolaborantin – von der Altensteiger Familie Lauk Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Poststraße 55 anmieteten.
Gegessen und geschlafen wurde in den ersten Jahren im gegenüberliegenden Gasthof Grüner Baum. Aus finanziellen Gründen konnte man nur nach und nach Zimmer im ersten Stock des Gebäudes käuflich erwerben, um dort nicht nur zu arbeiten, sondern auch zu wohnen.
Den Beruf des Drogisten und Fotofachverkäufers gelernt
Als Frieda Schlumberger 1944 starb – Sohn Fritz war damals erst elf Jahre alt – heiratete der Ehemann zum zweiten Mal. Ihm und seiner Frau, einer geborenen Dieterle aus Grömbach, wurden zwei Kinder geschenkt. 1961 schloss Fritz Schlumberger junior mit Ursula Reutter aus Neubulach den Bund fürs Leben. Vier Jahre später kam Sohn Wolfgang zur Welt.
Nach dem viel zu frühen Tod des Vaters mit 61 Jahren übernahm das Einzelkind die Verantwortung für ein florierendes Einzelhandels-Fachgeschäft in der Altensteiger Unterstadt. Gelernt hat Wolfgang Schlumberger den Beruf des Drogisten und Fotofachverkäufers in einer großen Herrenberger Firma.
Der Laden in Altensteig wurde umgebaut und modernisiert. Friedhilde Henßler, Carmen Wüthrich, Sabine Hiller und Simone Reime wurden im Laufe der Zeit als zuverlässige und engagierte Teilzeitmitarbeiterinnen eingestellt. Um die Buchhaltung und schriftliche Arbeiten kümmert sich Ehefrau Gaby. Trotz ihrer 84 Jahre steht Mutter Ursula fast jeden Tag im Laden und kann aus langjähriger Erfahrung wertvolle Tipps bei Drogerie- und Kosmetikartikeln geben.
Es habe sich viel verändert, blickt die gelernte Einzelhandelskauffrau auf vergangene Zeiten zurück. Fotos und Passbilder habe man in der eigenen Dunkelkammer entwickelt, Gesundheitsartikel und Chemikalien teilweise offen verkauft, Salmiakgeist in großen Glasballons auf dem Hof gelagert.
„Und klassische Seifen erleben eine Renaissance“
Geändert habe sich auch das Kundenverhalten, ergänzt Wolfgang Schlumberger und nennt als Beispiel den Onlinehandel und die zunehmende Digitalisierung. Heute würden mehr Handys und weniger Spiegelreflexkameras verkauft. „Und klassische Seifen erleben eine Renaissance“.
Um für die Kunden gute Preise zu erzielen, habe man sich der Optimal-Fotogruppe angeschlossen und das Geschäft auch am Mittwochnachmittag offen. Die Interessen des stationären Handels in Altensteig vertrat Schlumberger lange Zeit als zweiter Vorsitzender des Werberings, er gehört dem Verein aktuell als Beisitzer an.