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100 Jahre Ritter Sport Von Bad Cannstatt nach Waldenbuch: Schwabens Schokoladenseite

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Romantischer Start einer Erfolgsgeschichte. Am Anfang von Ritter Sport steht die Liebe. Clara Göttle, Inhaberin eines Süßwarengeschäfts, heiratet am 4. Juli 1912 den ... Foto: Ritter Sport

Stuttgart/Waldenbuch - Seit 100 Jahren duftet es in Stuttgart-Bad Cannstatt und später in Waldenbuch nach Schokolade. Wir haben mit Firmenchef Alfred T. Ritter im Interview über Tradition, Nachhaltigkeit und runde Geburtstage gesprochen.

Herr Ritter, dieses Jahr feiert Ritter Sport Jubiläum. Seit einem Jahrhundert ist das Unternehmen im Besitz Ihrer Familie. Ist diese Tradition für Sie ein Geschenk oder auch eine Bürde?

„Ich bin stolz und froh, Ritter Sport gemeinsam mit meiner Schwester Marli in dritter Generation führen zu dürfen. Aber natürlich spürt man auch eine große Verantwortung – sowohl den rund 900 Mitarbeitern als auch der eigenen Familie gegenüber. Ich will aber beileibe nicht jammern. Im Gegenteil: Ich sehe diesen ‚Traditions-Druck‘ als großen Vorteil.“

Worin liegt dieser Vorteil?

„Er bewahrt davor, Fehler zu machen. Ich glaube, Familienunternehmer handeln grundsätzlich weitsichtiger, vielleicht auch vorsichtiger, weil ihnen bewusst ist, was auf dem Spiel steht. Denn der Gedanke an die Vorgänger- und Folgegenerationen ist immer präsent.“

Wie macht sich dieser Vorteil konkret in Ihrer Unternehmensführung bemerkbar?

„Wir können, ohne lange und komplizierte Abstimmungsprozesse, Entscheidungen treffen. Auch wenn sie unkonventionell erscheinen. Als wir 2002 begannen, auf Atomstrom zu verzichten, galt das für ein produzierendes Unternehmen als unmöglich. Die angeblich bessere Variante war es, folgenden Generationen ein giftiges Atommüll-Erbe zu hinterlassen. Heute ist der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen und wird allseits befürwortet. Ich freue mich über diesen Fortschritt und denke, nachhaltiges Wirtschaften ist gut und wichtig. Besser und wichtiger ist aber Nachhaltigkeit aus Überzeugung.“

Offensichtlich schadet Ritter Sport dieser Ansatz nicht. Ihr Unternehmen wirtschaftet erfolgreich.

„Tatsächlich konnten wir den Umsatz 2011 steigern und schreiben – wenn auch bescheidene – schwarze Zahlen, was bereits ein Erfolg im schwierigen Tafelschokolademarkt ist. Deshalb sind wir sehr zufrieden. Aber unsere Familie bewertet Erfolge langfristig und nicht allein an Jahresergebnissen. Nur so haben wir es geschafft, 100 Jahre alt zu werden.

Womit wir beim Jubiläum sind. Wird 2012 groß gefeiert?

„Jede Familie feiert runde Geburtstage. Auch wir. Weil wir aber nicht jeden Ritter Sport Liebhaber zu Kaffee und Kuchen nach Waldenbuch einladen wollen – Reisen zu Familienfeiern können erfahrungsgemäß sehr mühselig sein – besuchen wir 19 Städte mit unserer ‚Bunten SchokoTour‘ (vom 3. bis 6. Mai zu Gast in Ludwigsburg auf der Bärenwiese, Anm. d. Red.). Der Eintritt in unser Schoko-Haus ist kostenlos und es wird einiges geboten: vom unterhaltsamen Chocolatier bis zur live kreierten Sondertafel.“

Info: das Jubiläum wird im Museum Ritter mit der Ausstellung "Kunst mit Schokolade" vom 13. Mai bis 30. September gefeiert. Vom 5. bis zum 8. Juli wird die "Schoko-Tour" zuhause in Waldenbuch Station machen. Am 8. Juli öffnet Ritter Sport von 11 bis 18 Uhr seine Tore für Besucher und feiert ein "Fest der Sinne".

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