Die Banken-Vertreter Simone Engel (von links) und Sebastian Lebek, die stellvertretende Bundes-Vorsitzende Regina Schmidt Kühner, Bürgermeister Siegfried Scheffold, Vereins-Vorsitzender Peter Reeb, Landes-Vorstand Michael Kober und die SPD-Abgeordnete Derya Türk-Nachbaur waren die Ehrengäste beim 100. Geburtstag der Naturfreunde. Foto: Störr

Die Hornberger Naturfreunde haben ihren 100. Geburtstag im Hornberger Schloss am Samstagabend gebührend gefeiert. Der Spiegelsaal war voll besetzt, Musik und kurzweilige Unterhaltung umrahmten die Feier.

Hornberg - Die Fest-Fanfare von Helmut Dold eröffnete den Jubiläumsabend. Zunächst luden die Naturfreunde ihre vielen Gäste zu einem gemeinsamen Abendessen ein, bevor Vorsitzender Peter Reeb ans Mikrofon trat.

"Es ist mir eine besondere Ehre, Sie und Euch alle recht herzlich zum 100-jährigen Vereinsjubiläum zu begrüßen", schickte er seinem Rückblick in die Vereinsgeschichte voraus. "Viele Höhen und Tiefen mussten bis zum heutigen Tage überwunden werden. Sei es aus politischen oder gesellschaftlichen Gründen. Der Gründergeist von 1922 ist aber bis heute erhalten geblieben", bilanzierte der Vorsitzende. Bei allen Aktivitäten habe immer der Gedanke der Völkerverständigung, das Bekenntnis zur Demokratie und die Umweltverträglichkeit im Vordergrund gestanden.

Freundschaftliche Verbindung ins Elsass

Davon zeuge auch die jahrzehntelange, freundschaftliche Verbindung zu den Naturfreunden und dem Naturfreundehaus "Molkenrain" in Thann (Elsass). "100 Jahre Naturfreunde Hornberg in teilweise schwierigen Zeiten geben uns Anlass zu der Hoffnung, dass sich unser Verein auch den Herausforderungen des noch jungen Jahrhunderts gewachsen zeigt", blickte Reeb schließlich voraus und bedankte sich bei allen Mitgliedern, Vorstandsmitgliedern, Freunden und Gönnern des Vereins. Mit dem Naturfreunde-Gruß "Berg – frei" übergab er das Mikrofon an die Gastredner.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur nannte die Naturfreunde die erste rot-grüne Bewegung in Deutschland, die sich Solidarität und den Schutz der Natur auf die Fahnen geschrieben habe. "Naturfreunde waren und sind weit mehr, als unpolitische Freunde der Natur", verwies sie auf die enge Verbindung zur eigenen Partei.

Die Naturfreunde wären ein Verband der Nachhaltigkeit, der schon 1972 die kühne Forderung aufgestellt hätte, alle ökonomischen Maßnahmen den ökologischen unterzuordnen, weil die Welt aus dem ökologischen Gleichgewicht gerate. Was sich in den letzten Jahren an sozialpolitischen Diskussionen in Deutschland zeige, wäre schon immer Thema der Naturfreunde gewesen. "Ihr seid ein Akteur, dessen Stimme gehört werden muss", rief sie den Hornbergern zu.

Seitens des Bundesverbandes war Regina Schmidt Kühner aus Berlin angereist und blickte auf die Anfänge in den 1920er-Jahren, als eine Gründungs-Welle der Naturfreunde durchs Land ging. Naturfreundehäuser wären als eigene Begegnungsstätten der Arbeiter gebaut worden und die Solidarität schon immer das Wesen der Naturfreunde gewesen. "Wir sind ein sozial-ökologischer und gesellschaftspolitisch aktiver Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur", betonte sie. Damit man auch in den kommenden 100 Jahren die gute Tradition der Naturfreunde voranbringe, brauche es die Aktivität eines jeden einzelnen.

Für den Landesverband gratulierte Vorstand Michael Kober und sah in der Stärkung des ÖPNV ein wichtiges politisches Thema für die Naturfreunde. Die Pandemie sei für die Naturfreunde-Häuser eine schwierige Zeit gewesen, dafür gebe es im Bereich des Natursports eine sensationelle Nachfrage.

Lob für Pflege der Wanderwege

Für die Bezirksgruppen sprach Heiko Jakubowski und Hornbergs Bürgermeister Siegfried Scheffold gratulierte im Namen der Stadt: "Die Ziele und Aktivitäten der Naturfreunde haben nichts an Attraktivität verloren. Sie sind ein wunderbarer Partner und engagieren sich in Hornberg beispielsweise für die Wanderwege, die wiederum für den Tourismus wichtig sind." Das gehe nur mit einem aktiven Vorstand, der personifiziert in Peter Reeb zu finden wäre, der seit 1985 an der Spitze des Vereins stehe.

Mit den Glückwünschen von Sparkassen-Vorstand Sebastian Lebek und Vereins-Sprecher Rolf Hess endete der offizielle Teil der Jubiläumsfeier.

In seiner bekannt unterhaltsamen Art hatte Helmut Dold den großen Applaus auf seiner Seite. Egal, ob er als Festgedicht den Badener als Solchen beschrieb oder das längste hohe "C" zum Jubiläum blies – die Unterhaltung gestaltete sich kurzweilig. Für Wochentags-Wanderleiterin Gerda Lehmann sangen alle gemeinsam das Geburtstagslied "Viel Glück und viel Segen", bevor die Musikerinnen Jenny Jahnz und Sandra Schwörer auftraten. Eine Bilderschau von Kinder- und Jugendleiter Markus Müller rundete das Programm ab.