Fred Kopf erkennt auf einer Aufnahme Heinrich Silberer, der in jungen Jahren für den TuS im Tor stand. Foto: Bohnert-Seidel

Die Handballabteilung des TuS Schuttern wird 100 Jahre alt. Ein großes Fest bahnt sich an. Bis es soweit ist, begleitet eine Fotoausstellung zur Vereinshistorie die Spieltage.

Die Handballabteilung im TUS Schuttern feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Ein Jahrhundert Handball bringt in dem Ortsteil vier Generationen im Ballsport zusammen. Vom Großvater oder Urgroßvater bis zum Enkelkind greifen die Generationen zum Ball. Eine Reise in die Vergangenheit verspricht eine Bilderausstellung im Foyer der Offohalle. Gelten darf sie, von den Heimspielen einmal abgesehen, als visueller Start in den runden Geburtstag.

 

Immer an den Heimspieltagen lächeln Männer von der Stellwand, die sich im Handballsport vereinen. Die Idee zu einer Fotowand kam aus der Mitte des Vorstands mit Bernhard Eble, Leiter Abteilung Handball und von Hobby-Heimatforscher Fred Kopf. Er schöpfte aus dem Fundus von Heinrich Silberer, der vor vielen Jahren nicht nur Lokalreporter für die Lahrer Zeitung war, sondern ein leidenschaftlicher Handballspieler und Chronist des Handballsports in Schuttern.

Und was Heinrich Silberer nicht hatte, übernahm Fred Kopf aus seinem eigenen Fundus oder von jenen, die selbst noch Aufnahmen zuhause haben. Die Fotoausstellung wird immer an den jeweiligen Heimspieltagen gezeigt und ergänzt oder erneuert. Den Start machen die Anfänge von 1921, dem Gründungsjahr, damals noch namentlich des TV Schutterns, gefolgt vom Gründungsjahr der Handballabteilung Schuttern von 1926 bis 2026. Ein großes Fest wird im Sommer vom 12. bis zum 14. Juni gefeiert.

Hunderte Berichte analysiert

Fred Kopf breitet beim Besuch unserer Redaktion die Hände aus und versucht, bildlich mehrere riesige Ordner mit mehr als 600 Berichten zu beschreiben. Akribisch festgehalten sind in den Ordnern Berichte aus der Zeit von 1967 bis 2009 – 42 Jahre als Schriftführer, Abteilungsleiter Handball, Sportler und Persönlichkeit, für die der TUS eine große Familie war.

Alte Aufnahmen aus dem Archiv des Rathauses

Die meisten Fotos hat Heiner Silberer aufbewahrt. Zu sehen sind auch Bilder aus den Familienalben. Die früheren und ersten Fotos waren mehrheitlich im Archiv des Rathaus. Aber auch der ein oder andere Schutterner kam und meinte: „Du ich habe noch ein altes Foto.“

Fred Kopf wusste, dass Heiner Silberer über einen reichen Fundus verfügte. Einige Jahre vor dessen Tod überreichte Silberer seinen Fundus an Geschichten und Dokumentationen direkt an Kopf. Dieser spricht von vier riesigen Taschen gefüllt mit Ordnern, die er jetzt eigens zuhause in stundenlanger Sichtungsarbeit für die Dokumentation geordnet und nach Jahreszahlen selektiert hat. Fred Kopf bekennt: „Natürlich habe ich auch sehr viele Berichte gelesen.“ Auch er habe einmal in Schuttern 30 Jahre Handball gespielt und kennt die Handballfamilien, von denen er regelmäßig zu den Heimspieltagen Freunde trifft.

Sport auf dem Acker

Handball fand seinen Platz damals auf dem Feld. Ein alter Acker im Gewann Gänsalm, heute ist es das Neubaugebiet „Alter Sportplatz.“ Für den Handball wurde der Platz ständig verbessert und teilweise auch vergrößert. Die Männer packten gemeinsam an. Handball war in Schuttern schon immer von einer starken Gemeinschaft getragen. Außerdem wurde auf dem Gelände in Eigenleistung ein „Umkleidehaus“ errichtet und 1963 eingeweiht. Zwei Mal wurde dieses erweitert und zum Vereinsheim erkoren.

Entscheidende Spiele und Erfolge wurden gefeiert. Die erste Mannschaft stieg 1954 in die Landesliga auf. Gespielt wurde weiterhin auf dem Feld. Erst in den 1970er Jahren mit dem Bau der Hallen reihum, fand auch das Training in der Rheintalhalle in Lahr statt. Die erste Mannschaft SG Scutro spielt in der Verbandsliga.

Auf dem Feld

Viele können sich heute kaum noch vorstellen, dass der Handballsport früher oft auf dem Rasen betrieben wurde. In Schuttern wurde von April bis August auf dem Großfeld „Alter Sportplatz“ trainiert und von September bis März trafen sich die Handballer zum Training meist in der Rheintalhalle in Lahr. Nach der Eingemeindung 1975 fanden die Heimspiele in der Sporthalle in Friesenheim statt. Mit der Einweihung der Offohalle im September 1988 hatte der TuS dann seine eigene Sporthalle. Den Beginn der Foto-Ausstellung macht die Chronik zunächst bis zu den 50er Jahren. Weitere Abschnitte folgen immer zu den Heimspielen.