Gestartet als Naturschutzverein hat sich die Bergwacht besonders in den letzten 15 Jahren stark professionalisiert – der Ortsverein Furtwangen feiert nun sein 100-jähriges Jubiläum und lädt zu einer großen Festveranstaltung ein.
In der Natur zu Fuß auf Streife gehen, um diese zu schützen – das machte sich die Bergwacht bei der Gründung zur Aufgabe. Mittlerweile helfen die Bergwächter, zusätzlich zum Naturschutz, bei Rettungen in unwegsamen Gelände und sind Erstversorger von Verletzen vor Ort. 1924 gründete sich die Ortsgruppe Furtwangen, deren Hilfe heutzutage immer mehr benötigt wird.
Ortsverein Furtwangen
Circa 20 aktive Einsatzkräfte zählt der Ortsverband laut Janik Probst, Planungschef des Jubiläums und seit Anfang Mai neuer erster Vorsitzender. Auch Yasmin Koch könne sich als Jugendleiterin nicht über zu wenig Nachwuchs im Verein beschweren – 16 Jugendliche würden derzeit trainieren, um Anwärter zu werden. „Aber mehr können es natürlich immer sein“, meint Koch lachend.
Auf 80 bis 120 Einsätze pro Jahr komme der Furtwanger Ortsverband, Tendenz steigend, so Koch, die auch Pressebeauftragte ist. Und für diese Einsätze benötigt die Bergwacht modernstes Equipment und Fahrzeuge.
Modernstes Equipment
Anton, Maximus und Nils – das sind nicht in etwa die neusten Mitglieder des Vereins, sondern die liebevoll benannten, hochmodernen Einsatzfahrzeuge. Anton und Maximus sind für das Gelände umgebaute Transporter. Maximus, das aktuell größte Fahrzeug des Ortsverbands, hat dem Verein 100 000 Euro gekostet – finanziert durch Spenden von der Bevölkerung, Kommunen und Firmen in und um Furtwangen. Nils ist ein sogenanntes ATV, ein All-Terrain-Vehicle, mit dem man selbst dann noch fahren könne, wenn die zwei anderen Einsatzfahrzeuge nicht mehr mit dem Gelände klarkämen.
In den 2010er-Jahren sei die Bergwacht fast pleite gewesen, erzählt Janik Probst. Aber nachdem Adrian Probst, Bürgermeister von St. Blasien und Landesvorstand der Bergwacht, sich bei Politik und Wirtschaft für die Bergwacht stark gemacht habe, flossen mehr Gelder. Doch diese habe es nicht einfach so gegeben. Voraussetzung sei eine Professionalisierung, mehr Einsatz im Katastrophenschutz und die Teilnahme an gemeinsamen Übungen mit Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Polizei gewesen.
Professionelle Ausbildung
Die Professionalisierung spiegele sich auch in der Ausbildung wider. Wer zu alt für die Jugendbergwacht sei oder quer einsteigt, werde zum Anwärter. In zwei praktischen Prüfungen müssen diese ihr Wissen und Können in den Bereichen Notfallmedizin, Naturschutz, Funk, Organisation, Lawinenkunde, Orientierung mit Kompass, Karte und GPS und vieles mehr beweisen. Dazu müssen sie körperlich fit sein. Die Anwärter müssen beispielsweise sicher Ski fahren können oder mit Gewicht in einer Stunde 400 Höhenmeter zu Fuß bewältigen. Ebenso untersucht ein Arzt jeden Anwärter ärztlich auf körperliche Eignung.
Das Jubiläumsfest
Öffentlich geht es am Samstag, 15. Juni, ab 20 Uhr in der Festhalle mit einem Party-Abend für alle Altersgruppen über 18 Jahren los. Die Band Wilde Engel begleitet den Abend musikalisch. Karten gibt es bei der Bregapotheke und Mode vor Ort für 15 Euro zu erwerben, an der Abendkasse kosten sie 18 Euro.
Der Sonntag beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst, den die Stadtkapelle Furtwangen musikalisch begleitet. Danach beginnt der Familientag. Besucher dürfen sich auf eine Fahrzeugshow, eine Hüpfburg und ein Kinderprogramm freuen. Auch für die Bewirtung ist gesorgt.