Der frühere US-Außenminister 2010 vor seinem Porträt in seiner Heimatstadt Fürth Foto: dpa/Daniel Karmann

An diesem Samstag wird der gebürtige Fürther und frühere US-Außenminister 100 Jahre alt. Bis heute verzichtet kaum ein Mächtiger auf Henry Kissingers Rat. Dabei steht der Jubilar nicht nur für erfolgreichen Pragmatismus, sondern auch für eine brutale Durchsetzung internationaler Machtansprüche der USA.

Henry Kissinger wird an diesem Samstag zwar 100 Jahre alt, doch der große alte Staatsmann hat sich noch lange nicht von der öffentlichen Bühne zurückgezogen. Beinahe im Jahrestakt schreibt er ein Buch, zuletzt erschien 2022 seine 500 Seiten langen diplomatischen Memoiren. Noch immer mischt er sich leidenschaftlich in das Weltgeschehen ein. Rund um seinen Geburtstag gibt er unermüdlich Interviews, auch wenn Kissinger seit seiner Zeit als US-Außenminister vor rund 50 Jahren ein eher kompliziertes Verhältnis zur Presse hat. Er will, dass man hört, was er zu den großen Themen der Zeit zu sagen hat. Zum Verhältnis zwischen den USA und China, das er seinerzeit als Diplomat entscheidend geprägt hat, beispielsweise oder zur russischen Besetzung der Ukraine und der geopolitischen Lage in Mitteleuropa.