Magdalene Pause wurde 100 Jahre alt – sie ist Heimbewohnerin des ASB-Seniorenzentrums Sonneninsel Dobel. Die reiselustige Jubilarin hat viel erlebt.
Mit 100 Jahren blickt Magdalene Pause nicht nur auf ein langes und bewegtes Leben zurück, sondern auf eine Ära, die fast wie eine Legende wirkt, heißt es in einer Pressemitteilung.
Sie wurde demnach am 22. Januar 1926 als einziges Kind der Eheleute Paul und Paula Sparig in Leipzig geboren. Die Mutter war Hausfrau, der Vater verdiente sein Geld als Vertreter für ätherische Öle. Durch einen Bezirkswechsel nach Süddeutschland zog die Familie 1933 nach Karlsruhe.
Mädchen-Gymnasium besucht
Magdalene besuchte dort erst die Volksschule und später ein Mädchen-Gymnasium. Wie es zu dieser Zeit üblich war, mussten die Mädchen nach dem Schulabschluss für vier Wochen in einem Krankenhaus oder einer ähnlichen Einrichtung arbeiten. Magdalene fand eine Anstellung in einem städtischen Kinderhaus. Es gefiel ihr dort gut, andere Arbeit war eh schwer zu finden und so blieb sie dort als Kinderpflegerin. Mit 18 Jahren heiratete sie und wurde laut Pressemitteilung nur ein paar Tage später auf tragische Weise zur Witwe. Nach Kriegsende zog die junge Frau mit ihren Eltern nach Alpirsbach. Sie arbeitete in einer Apotheke, heiratete ihren zweiten Mann und wurde 1950 Mutter einer Tochter. Die Ehe hielt nicht, sie ließ sich scheiden.
Durch die „Mithilfe“ von Verwandten fand sie noch einmal das große Glück und zog mit ihrem Mann und ihrer Tochter nach Waldprechtsweier. Später noch mit einem Zwischenstopp nach Würzburg, bis die kleine Familie in Wittlich an der Mosel ihre Heimat fand. Nach dem Tod ihres Ehemannes zog sie 1973 nach Bad Herrenalb-Neusatz zu ihrer Tochter und dem Schwiegersohn in eine eigene Wohnung unterm Dach.
Viele Reisen
Von dort unternahm sie viele Reisen mit dem Bus, fuhr ins Theater, war ein großer Fan von Marshall und Alexander sowie den Ötigheimer Freilichtspielen. Mit den Jahren ging das Verreisen jedoch nicht mehr und sie meldete sich bei der Tagespflege der Diakonie in Bad Herrenalb an.
Jetzt war sie nun tagsüber gut versorgt und unterhalten. Als ihr das Treppensteigen immer schwerer fiel, zog sie mit kleinen Umwegen 2022 ins neu gebaute Seniorenzentrum Sonneninsel Dobel, in dem sie ihren 100. Geburtstag feiern durfte.
Den Auftakt machten die ASB- Belegschaft des Seniorenzentrums und ihre Mitbewohner, die ihr ein Geburtstagsständchen sangen. Melanie Lausegger (Geschäftsführerin), Veronika Kruppa (Heimleiterin)und Nicole Munisi (Pflegedienstleiterin) überreichten eine selbst gebackene Schwarzwälder Kirschtorte und Blumen, was die Jubilarin sehr freute.
Viele Gratulanten
Und so ging es den ganzen Tag weiter. Die Familie, einige Bekannte und Freunde schauten vorbei und zwischendrin wurde natürlich auch telefoniert. Ein Team der Diakonie Bad Herrenalb war ebenso unter den Gratulanten. Und auch der Bürgermeister, der die Glückwunschurkunde der Gemeinde Dobel und des Landes Baden-Württemberg überreichte. Der katholische sowie der evangelische Pfarrer gratulierten ebenso.
Die Jubilarin genoss die Aufmerksamkeiten in vollen Zügen und wurde nicht müde, sich zu unterhalten und Geschichten aus ihrem Leben zu erzählen. Bei der Frage, wie man denn so alt werde, meinte sie nur: Immer was fürs Gedächtnis machen, sich bewegen und der Wille.