Viele Gäste kamen zum Festakt zum „10-Jährigen“ des Dreyland-Dichterwegs in der Garnisonskirche in Huningue. Foto: Beatrice Ehrlich

Bei einem Festakt in der Garnisonskirche in Huningue wird deutlich, dass Freundschaft davon lebt, dass sie mit Leben gefüllt wird. Anlass dafür ist ein runder Geburtstag.

Die alemannische Sprache als Bindeglied in der französisch- schweizerisch-deutschen Grenzregion war Thema einer Zusammenkunft mit reichhaltigem Programm, den der Kulturverein Elsass-Freunde Basel zum 10-jährigen Bestehen des Dreyland-Dichterwegs in der Garnisonskirche in Huningue – Hüningen – veranstaltet hat.

 

Dieser Weg zieht sich, ausgehend vom Basler Voltaplatz am französischen Rheinufer entlang über die Dreiländerbrücke auf die andere Seite des Rheins.

Mit dabei beim Festakt: die Weiler Oberbürgermeisterin Diana Stöcker, Jules Féron,der Bürgermeister von Huningue, sowie Conradin Cramer, Regierungspräsident des Kantons Basel-Stadt sowie einige der Dichter, deren Werke auf den Stationen des Dichterwegs festgehalten sind.

Auch die ehemaligen Stadtoberhäupter von Hüningen und Weil am Rhein, Jean-Marc Deichtmann und Wolfgang Dietz waren in die Garnisonskirche gekommen. Durchs Programm führte Vivienne Gaskell, die Präsidentin des Kulturvereins.

Lyriker tragen ihre Werke vor

Auf dem Dichterweg wird dem alemannischen und elsässischen Dialekt ein Denkmal gesetzt. Der besondere Reiz der dort verewigten Gedichte und Prosatexte liegt aber im mündlichen Vortrag, der die verschiedenen Färbungen dieser vielgestaltigen und klangreichen Sprache erst richtig wirken lässt.

In der Garnisonskirche gab es davon eine beeindruckende Kostprobe, als sechs Autoren ihre Gedichte und die anderer Autoren vortrugen. Etwa Edgar Zeidler aus Colmar, der zu den Initiatoren des Dichterwegs gehört.

Die Autorin Sandhya Hasswani aus Herrsichried las einen Text zum Thema Frieden. Foto: Beatrice Ehrlich

„Unter dr Bruck zwiiselt dr Rhi, Gschichtsbüach vo viela Völker...“ – sein eindrückliches Gedicht „Bruck“ handelt vom Rhein als Bindeglied der Dreilandregion und der Brücke als Friedenssymbol.

Diesen Faden greift die Herrischrieder Autorin Sandhya Hasswani in ihrem eindrücklichen Text „Friide“ auf, für den sie 2024 mit dem Landespreis für Dialekt in Baden-Württemberg ausgezeichnet worden ist.

Daniel Muringer und Uli Führe singen Mundart

Daniel Muringer und Uli Führe, die bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal zusammen auf der Bühne standen, ergänzten diese Vorträge mit wechselseitig vorgetragenen Gedichtvertonungen bekannter Lyriker aus der Region von Johann Peter Hebel bis Nathan Katz. Mit Geige, Gitarre, Laute und Bandoneon übernahm der jeweils andere kunstreich die musikalische Begleitung des Vortrags.

Erstmals auf der Bühne vereint: die Mundart-Sänger Daniel Muringer (r.) und Uli Führe. Foto: Beatrice Ehrlich

Carola Horstmann berichtete vom „Dichterwegli“ mit Werken von Paula Hollenweger in Feldberg, das bei der Schaffung des Dreyland-Dichterwegs Pate stand. 

Während auf der politischen Ebene bereits die nächste Generation die Verantwortung übernommen hat, ist man bei den Elsass-Freunden Basel noch auf der Suche nach einer dauerhaften Lösung für die Finanzierung und Instandhaltung des Dichterwegs.

Weiterbestehen des Wegs soll vertraglich festgeschrieben werden

Wie Hugo Neuhaus vom Kulturverein im Nachgang erläuterte, arbeitet der Verein daran, das Weiterbestehen des Wegs durch einen entsprechenden Vertrag mit den beteiligten Städten nun auf dauerhafte Füße zu stellen.

Stationen des Dreyland-Dichterwegs mit der Dreiländerbrücke im Hintergrund Foto: Tonio Paßlick

Schon bisher haben diese sich diese immer wieder an der Pflege und Instandhaltung des Wegs beteiligt.

Ein Apéro im Anschluss bot Gelegenheit zum Austausch und zum Kennenlernen. Foto: Beatrice Ehrlich

So hat die Stadt Weil am Rhein erst vor kurzem alle acht Texttafeln ausgetauscht und eine Info-Tafel im Rheinpark zum Dreyland-Dichterweg aufgestellt, woran Diana Stöcker in ihrem Grußwort erinnerte. Ein Apéro im Anschluss bot Gelegenheit zum Austausch und zum Kennenlernen.

Hintergrund: Der Dreyland-Dichterweg wurde am 23. April 2016 zeitgleich mit dem Rheinuferweg zwischen Basel, Huningue und Weil am Rhein eingeweiht. Er wurde von dem Kulturverein Elsass-Freunde Basel initiiert, konzipiert und inhaltlich gestaltet. Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden Weil am Rhein und Huningue sowie mit dem Tiefbau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt und mit deren finanzieller Unterstützung. Der Dreyland-Dichterweg umfasst 30 Gedichte, verteilt auf 27 Stationen und drei Informationstafeln.

Auf der Internetseite www.dreylanddichterweg.eu können alle Gedichte in ihrer jeweiligen alemannischen Variante aus Basel, Süd-Baden und aus dem Elsass angehört werden. Ergänzt wird dies durch Porträts der Autorinnen und Autoren sowie weiterführende Informationen – alles ebenfalls viersprachig.

Info: Zu einem geführten Spaziergang auf dem Dreyland-Dichterweg wird für Samstag, 2. Mai, 14 Uhr, eingeladen. Treffpunkt ist an der Tramstation Novartis Campus in Basel, der Spaziergang endet bei Tafel 16 an der Dreiländerbrücke in Huningue. Der Kostenbeitrag beträgt 5 Euro. Die Führung wird von Steffi Lüthi zusammen mit Carmen und Hugo Neuhaus organisiert.