Auftaktsieg gegen Mönchengladbach: Jubel über das 1:0 beim VfB Stuttgart. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen B

Der Youngster Chema Andres hat dem VfB Stuttgart den ersten Saisonsieg beschert. Gegen Borussia Mönchengladbach reichte am Ende eine Aktion.

Sebastian Hoeneß lächelte und umarmte jeden, der ihm in die Quere kam. Die Erleichterung über den erlösenden Erfolg im Spiel eins nach dem Rekordabgang von Nick Woltemade war beim VfB Stuttgart fast mit den Händen zu greifen. Die Cannstatter Kurve feierte die Spieler um den bärenstarken Alexander Nübel, das 1:0 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach täuschte jedoch nicht darüber hinweg, dass die Schwaben zwar mit fast 90 Millionen Euro mehr, aber einigen Lücken im Kader und offensiven Defiziten in die Länderspielpause gehen.

 

„Der Lucky Punch war auf unserer Seite. Ich bin überglücklich“, sagte Ermedin Demirovic bei Sky - und dennoch gab der VfB-Angreifer zu, dass der Abgang Woltemades das Team weiter beschäftigt. „Es ist ein Verlust für uns. Er wird uns schon fehlen. Wir sind alle Menschen, wir gönnen es ihm von Herzen - auch wenn es für uns schwerer wird.“

Chema erlöst den VfB

Der eingewechselte Chema (79.) hatte den VfB erlöst - neben dem Verlust von Woltemade machte sich bei der Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß aber auch der Abgang von Enzo Millot nach Saudi-Arabien (30 Millionen Euro) bemerkbar, zu allem Überfluss musste Deniz Undav in der 14. Minute verletzt aufgeben. Die offensiv harmlosen Gäste konnten diese Defizite der Stuttgarter nicht nutzen und warten nach dem 0:0 zum Auftakt gegen den Hamburger SV weiter auf den ersten Treffer in dieser Saison.

Zusätzlich emotional aufgeladen durch eine imposante Choreo vor dem Anpfiff, mit der „100 Jahre Brustring“ auf dem Trikot gefeiert wurden, wollte der VfB beweisen: Es geht auch ohne Offensivallrounder Woltemade. „Jetzt ist endlich mal Ruhe mit dem ganzen Woltemade-Hin-und-Her“, sagte Jamie Leweling vor dem Anpfiff bei Sky. Nach einigen guten Gelegenheiten klappte es wenigstens beim Treffer von Chema.

Für dieses eine Spiel, hatte Hoeneß zuvor gemutmaßt, könne der „herbe Verlust“ von Woltenmade kompensiert werden - danach allerdings müsste der Kader bis zum Transferschluss am Montag noch verstärkt werden. Was Hoeneß da noch nicht wusste: Weil ihm Gladbachs Shuto Mochino unglücklich ins linke Bein gefallen war, fehlte früh im Spiel auch Undav.

Chema erzielt in der 79. Minute das entscheidende Tor. Foto: AFP

Für Undav kam Chris Führich, Tiago Tomás rückte in die Zentrale: Beide zeichneten umgehend verantwortlich für die erste große Chance des VfB, nach Vorlage von Führich parierte Torhüter Moritz Nicolas den Schuss des aus Wolfsburg zurückgekehrten Portugiesen (17.). Gladbach? Vergab die Führung, als Philipp Sander an Alexander Nübel scheiterte (25.).

Ohne Undav, Woltemade und Millot blieb beim VfB in der Offensive vieles Stückwerk. Darüber hinaus stand die Abwehr, für die erneut Jeff Chabot und Luca Jaquez nicht zur Verfügung standen, nicht gerade sicher, ausgenommen der äußerst aufmerksame Nübel. Die defensiv gut sortierten Gladbacher waren freilich viel zu schwach im Abschluss, um dem VfB zu schaden - etwa, als Kevin Stöger freistehend über das Tor schoss (51.). Chema, Sommer-Zugang aus dem Nachwuchs von Real Madrid, machte es besser, per Kopf traf er zur Führung.