Gemeinsam gegen rechts: So lautete das Motto beim Maifest der Foto: DGB

Zum vierten Mal feierten die Naturfreunde und Gewerkschaften am Naturfreundehaus Stadtmühle in Balingen den 1. Mai. Bei tollem Sommerwetter konnten die Teilnehmer im Biergarten den Rednern und der Musik zuhören und sogar mitsingen.

„Der Berührungspunkt zwischen Kirchen und Gewerkschaften besteht darin, dass es um Menschen geht, die von Gott geschaffen sind in ihren Möglichkeiten und Grenzen, die es zu fördern, beziehungsweise zu berücksichtigen gilt, auch und gerade in der Arbeitswelt“, beginnt Salvatore Bertolino eine Rede. „So schmeckt der Frieden“, meint der Vorsitzende von Verdi im Zollernalbkreis.

22 Kriege und sechs bewaffnete Konflikte im Jahr 2022

Und weiter: „Anderswo auf der Welt ist der Frieden weit weg. 2022 fanden weltweit 22 Kriege und sechs sogenannte bewaffnete Konflikte statt“, berichtet er. „Die Veränderung zum Frieden ist sehr schwierig, aber machbar. Der beste Beweis ist die Europäische Gemeinschaft.“ Denn: „Seit es diese Gemeinschaft gibt, sind die meisten Europäischen Länder befriedet“, sagt Bertolino. „Zuvor wurden in Europa ständig Kriege geführt. Frieden heißt für mich auch Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Gleichstellung von Mann und Frau, generationenübergreifendes Handeln und vieles mehr“.

Demonstrationszug durch Balingen

Der Demonstrationszug zog entlang der Eyach zum Festplatz am Naturfreundehaus. Dort eröffnete Carsten Heinz, Betriebsratsvorsitzender der Lebenshilfe Zollernalb, im Namen des DGB die Maikundgebung und betonte die Bedeutung der Solidarität im Kampf für bessere Arbeitsbedingungen. Er hob hervor, dass im Zollernalbkreis aktive Kollegen fehlen, die bei Demonstrationen und Kundgebungen den Gewerkschaften zur Seite stehen. Zudem unterstrich er die Rolle der Gewerkschaften im Kampf gegen den Rechtsruck in Deutschland.

Kevin Paal, Juso-Kreisvorsitzender, stellte anschließend die diesjährigen Maibotschaften vor. Diese forderten unter anderem mehr Rechte für Arbeitnehmer, Solidarität und mehr Frieden auf der Welt. Paal appellierte: „Passt auf unsere Demokratie auf“ und verwies auf das Erstarken rechtsradikalen und antidemokratischen Gedankenguts. Am Ende verwies er auf die Kommunalwahlen am 9. Juni.

Bekenntnis für die Demokratie

„Gewerkschafter sind Menschen, unabhängig des Geschlechts, des Glaubens oder des Status“, sagte außerdem Nicole Platzdasch, erste Bevollmächtigte der IGM Albstadt. „Wir sind solidarisch ob Angestellte oder Arbeiter in der Produktion, ob mit Migrationshintergrund oder mit Beeinträchtigung, ob erwerbslos oder in der Erwerbstätigkeit.“ Die Gewerkschaftsmitgliedschaft sei das Bekenntnis für Demokratie, Absicherung und Sicherung der Arbeits- und Lebensbedingungen.

Anständige Renten und Löhne

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Robin Mesarosch war unter den vielen Teilnehmer und solidarisierte sich mit den gewerkschaftlichen Forderungen: „Manche wollen uns einreden, dass wir die Renten kürzen müssen, um der Wirtschaft zu helfen“, sagte er. „Das ist Quatsch, das ist menschenfeindlich und das machen wir nicht mit.“ Gerade in schwierigen Zeiten müsse man für anständige Renten und Löhne kämpfen. „Wir sind ein fleißiges Land, noch nie wurde bei uns so viel gearbeitet, und das können wir selbstbewusst sagen“, so Mesarosch.