Traten nach der Pleite geschlossen vor die mitgereisten Fans: Die Spieler des VfB Stuttgart. Foto: Pressefoto Baumann/Cathrin Müller

Nach der 0:3-Pleite des VfB Stuttgart stellte sich die Mannschaft geschlossen den rund 2600 mitgereisten und erbosten Fans. Torhüter Fabian Bredlow gibt Einblick.

Als Gang nach Canossa bezeichnet man gemeinhin einen Bitt- und Bußgang. Nach der bitteren 0:3-Pleite des VfB Stuttgart beim 1. FC Union Berlin bot sich das geflügelte Wort für die schwarz gekleidete Truppe aus Stuttgart an, als sie nach der Partie geschlossen zum mitgereisten Anhang trottete.

 

In den 90 Minuten zuvor war die Mannschaft zuerst ordentlich aufgetreten und beinahe auch in Führung gegangen, ehe sie nach Wiederbeginn plötzlich ängstlich und fahrig wurde. Es schien rund 25 Minuten lang, als wäre der VfB wie gelähmt. Fehler reihten sich an Fehler. Die Eisernen aus Köpenick wussten sie eiskalt und effizient zu nutzen. Spätestens als der VAR in Köln den zweiten Treffer als regulär einstufte, war das Spiel entschieden (65. Minute). Nach dem 0:3 packten die frustrierten Anhänger, die zu Spielbeginn noch eine große Auswärts-Choreografie gezeigt hatten, genervt ihre Fahnen ein.

„Wir haben die letzten Wochen immer wieder dieselben Themen. Wir drehen uns im Kreis“, stöhnte Keeper Fabian Bredlow nach der Partie. Lösungsansätze hatte er keine parat. „Wenn ich die hätte, hätte ich die schon während des Spiels publik gemacht“, so Bredlow weiter.

„Es ist keine Schande, bei den heimstarken Unionern zu verlieren. Aber die Art und Weise geht nicht. Wir haben erst wieder an die gute erste Halbzeit angeknüpft, als der Drops nach dem 0:3 gelutscht war“, bilanzierte der Torhüter. Für die aufgebrachten Anhänger hatte er Verständnis. Man habe von ihnen über den Zaun klar kommuniziert bekommen, „dass wir uns auf gut Deutsch „den Arsch aufreißen“ sollen. Das werden wir auch tun“, so Bredlow. Der auch kleinlaut einräumte, „ein Stück weit zu verstehen, dass man einen anderen Eindruck gewinnen kann, wenn man uns von außen zusieht.“ Bereits am Mittwoch geht es für die Mannschaft nun im DFB-Pokal weiter. Der VfB wird auswärts in Nürnberg von mehreren Tausend Fans begleitet werden.