Geschenke zum 100. Geburtstag des 1. FC Egenhausen überbrachten der Sportkreis-Vizepräsident Jürgen Prchal und Bürgermeister Sven Holder (Zweiter und Dritter von rechts) den Vereinsvorständen um Vorsitzenden Benjamin Finis (rechts). Foto: Stadler

Der 1. FC Egenhausen feierte sein 100-jähriges Bestehen. Die eigens für diesen Festakt zusammengestellte zweiteilige Bilderschau soll auch bei der bevorstehenden Weihnachtsfeier gezeigt werden.

Egenhausen - "Mutige Menschen waren sich im Jahr 1921 darüber einig, dass sie gemeinsam Sport treiben und deshalb einen Verein gründen wollten", sagte der FCE-Vorsitzende, Benjamin Finis, zum Gründungsjahr des 1. FC Egenhausen während der schwierigen Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. "Wir alle sind uns einig und freuen uns darüber, dass es den Verein auch heute noch gibt", setzte er seine Eröffnungsrede vor rund 80 geladenen Gästen im Vereinsheim am Ortsrand von Egenhausen fort. Finis zeigte sich sehr erfreut darüber, dass der Verein unterschiedliche Generationen zusammenführe und eine lebendige Außenerscheinung vermittle.

Im Vorfeld zum Festakt anlässlich des 100. Geburtstags des größten Egenhauser Vereins waren Diskussionen über die Dimension der Jubiläumsfeier ebenso an der Tagesordnung wie die Überlegung, das Fest zu einem späteren Zeitpunkt auszurichten. Die Mehrheit sprach sich jedoch für die nunmehr durchgeführte kleinere Feier mit geladenen Gästen aus, statt zu einem späteren Zeitpunkt ein großes Fest auf die Beine zu stellen, wenn der eigentliche Geburtstag schon längst vorbei sei. Finis lud die Gäste zu einem genussvollen Abend ein und verzichtete dabei auf Ehrungen zugunsten des Vereins und seinem einhundertjährigen Bestehen, das im Mittelpunkt des kleinen Festaktes stand.

Egenhausens Bürgermeister Sven Holder thematisierte in seinem Grußwort zur 100-jährigen erfolgreichen Vereinsarbeit und Sportgeschichte den früheren Einsatz und das große Engagement der Mitglieder des 1. FC Egenhausen. Er sprach darüber, dass zur Zeit der Vereinsgründung im Jahr 1921 die Menschen andere Sorgen oder Probleme hatten und der Verein mit seinem starken und herausragenden Signal damals sozusagen ein "Mutmacher" in der Gemeinde war.

"Der Verein ist mit seinen Mitgliedern stets in Bewegung geblieben, hat neue Akzente gesetzt, neue Abteilungen gegründet und bietet zahlreiche Aktivitäten, wie Jahresfeiern, Strandbar und ein aktives Sportheim", so Holder weiter. Er brachte auch die Hindernisse und die schwierigen Momente zur Sprache, zu denen der Sportheimbrand im Jahr 2015 ebenso zählt wie die durch Corona entstandene Ausnahmesituation. Trotz allem richte der Verein seinen Blick nach vorne, zähle so viele Mitglieder wie noch nie und sei der stärkste Verein in Egenhausen mit einer ausgezeichneten Jugendarbeit und einer hervorragenden Infrastruktur.

"Zeitreise" mit Bildern

Die Bedeutung der Veranstaltungen des 1. FC Egenhausen und seinen Stellenwert in der Kommune honorierte der Schultes mit einem großzügigen Scheck, der höchsten bislang gewährten Jubiläumsprämie, über 2500 Euro und einem Unikat des Altensteiger Malers Wolfram Paul, einem Gemälde des Sportheims.

Der Vizepräsident des Sportkreises Calw, Jürgen Prchal, hatte neben Grußworten und Urkunden des Sportkreises und des Württembergischen Landessportbundes Glückwünsche und Schecks zum Jubiläum mitgebracht. Er gratulierte mit Rückblick auf viele Höhen und Tiefen in der Vereinsgeschichte zu einem "tollen menschlichen Miteinander im Verein".

Die Geburtstagsfeier war eingebettet in eine "Zeitreise" mit Bildern, die von der Gründung im Jahr 2021 bis zum heutigen Tag die Namen sämtlicher Vorstände beinhaltete, Fotos aus einstigen Tagen zeigte und mit Anekdoten aus früheren Zeiten die damaligen Sportaktivitäten und Kuriositäten beleuchtete. Markus Kalmbach, Sandra Schaaf und Sabine Brenner hatten dafür viel Zeit investiert, um Bildmaterial und Zeitzeugnisse zu sichten und mit Unterstützung von Wolfgang Schlumberger zu einer Bilderschau zusammenzustellen.

Sabine Brenner berichtete beispielsweise über die brisanten Spiele in Rotfelden oder den Aufruf des VfB Stuttgart in den 1970er Jahren, mit dem Spendenaufruf an den 1. FC Egenhausen, um in der Bundesliga bleiben zu können. Sie erinnerte auch an den Wunsch nach einem zweiten Ausweich-Sportplatz, der binnen kurzer Zeit realisiert werden konnte. Mehrfach konnte der Verein Meisterschaften feiern und nach dem Sportheimbrand am 20. Februar 2015 ein Jahr später im Herbst ins neue Sportheim einziehen.

Der Dank seitens der Vereinsmitglieder galt dem seit 2012 im Amt befindlichen Vorsitzenden Benjamin Finis. Ohne sein Engagement würde der Verein nicht dort stehen, wo er heute steht, so die Dankesworte der Vereinskollegen beim Überreichen des vitaminreich gefüllten Präsentkorbes.

Ergänzend zur Feier hatten die Gäste Gelegenheit, im Keller des Vereinsheim eine Bilderausstellung zur Vereinsgeschichte zu bestaunen und im Flur eine große Anzahl von Spielerpässen aus teils längst vergangenen Zeiten zu betrachten.

(ssta). Gegründet als Fußball-Club Egenhausen im Gasthaus Adler im Jahr 1921, erhielt der Verein nach einer Pause ab 1925 und einer Neugründung im Oktober 1931, im Jahr 1947 den neuen Namen "Sportfreunde Egenhausen". Seit 1957 lautet der Vereinsname 1. FC Egenhausen.

Schon in den 1930er-Jahren gab es Theateraufführungen, Vereinsfeiern und eine gute Kameradschaft.

Die Liste der Vorsitzenden ist lang: Erster Vereinsvorstand war Jakob Welker, gefolgt von Albert Reichle, Georg Gaiser, Walter Stickel, Otto Blau, Robert Metzger, Hans Wackenhut, Heinz Bühler, Christian Thielsch, Hans Pachlhofer, Fritz Bühler, Daniel Neudert, Otto Hammer und seit 2012 Benjamin Finis. Mehrere Meisterschaften konnten gefeiert werden, so beispielsweise in 1990, 2006, 2010 und 2016. 1978 wurde das Mädchenturnen eingeführt. Aktuell rangieren die Fußballer auf dem 1. Tabellenplatz mit sieben gewonnenen Spielen und einem Unentschieden. Unter dem Dach des 1. FC Egenhausen sind die Abteilungen Fußball, Mädchen- und Bubenturnen, Lauftreff, Fitness- und Gesundheitskurse zuhause.