Erst feierte Albstadt sein Stadtfest, ihm folgte der Band-Sommer – jetzt tauch die „1. Albstädter Schlager Mitte“ im Terminkalender auf. Schauplatz ist aber nicht Ebingen.
Die Idee war plötzlich da und kaum abzuweisen. Nach dem großen Albstädter Stadtfest war der Stadtverwaltung von allen Seiten bedeutet worden: Das war super – aber braucht es dafür einen 50. Geburtstag? Warum nicht öfter, fragten die einen, und noch forscher waren die anderen: Machen wir doch einfach weiter!
Man machte weiter, wenn auch im kleineren Rahmen und bei anfangs schlechterem Wetter: Der Band-Sommer wurde wie gehabt den Erwartungen gerecht. Allerdings wieder in Ebingen – und damit stellte sich die nächste, zumindest in Albstadt unabweisbare Frage: Muss es immer Bürgerturm- oder Kiesinger-Platz sein? Gibt es nicht noch andere Stadtteile, wo sie auch wissen, wie man feiert, tanzt und es sich gut gehen lässt? Und noch einen Tick präziser: Ist jetzt nicht mal wieder Tailfingen dran?
Derartige Fragen vernahmen auch Veranstaltungsmacher Johann Schwab und Kronenkeller-Wirt Claus-Peter Retter – wenn sie sie sich nicht schon selbst gestellt hatten. Die beiden dachten nach und kamen zu dem Ergebnis, dass – bei allem Respekt vor der Qualität der heimischen Bands – ein weiteres Wochenende mit Cover-Rock und harten Riffs des Guten zu viel wäre. Was fehlt in Albstadt? Richtig, der gute alte Schlager, bei dem Jung, vor allem aber Alt warm ums Herz wird.
Die Südhälfte des Tailfinger Marktes ist gesetzt
Wo? Der Tailfinger Markt, genauer: seine Südhälfte, ist fast schon gesetzt. Wann? Sinnvollerweise noch in den Ferien – aber erst, wenn die meisten schon wieder aus dem Urlaub zurück sind, also am letzten Wochenende. Das hätte zum einen den Vorteil, dass man der Einweihungsfeier des neugestalteten Uhlandplatzes am 6. September nicht in die Quere kommt, zum anderen aber die Infrastruktur des „Sommerendspurts“ nutzen könnte, den das Kinder- und Jugendbüro Albstadt rings um den Wassertisch anzieht. Die Tailfinger hätten damit neun Tage wohldosierte Event-Atmosphäre in ihrer Neuen Mitte. Wenn das kein Angebot ist.
Die Stadtverwaltung ist bekanntlich auf „Ermöglichungskurs“ und war daher gerne bereit, Schwabs und Retters Vorschlag zu folgen und die Weichen für die Premiere der Tailfinger „Schlager Mitte“ zu stellen. Einige Sponsoren sind auch schon gefunden; eine feste Bühne braucht es nicht – stattdessen kommt ein Oldtimer-Truck zum Einsatz.
Ein Frühschoppen, der etwas länger dauern kann
Am Freitag, 12. September, steht von 8 bis 22.30 Uhr Live-Musik auf dem Programm, am Samstag, 13. September, legt zur gleichen Tageszeit ein DJ auf, und am Sonntag, 14. September, spielen die „Traufgang Schwoba“, die volkstümliche Besetzung der Stadtkapelle Tailfingen, zum Frühschoppen auf – einem Frühschoppen, der sich, mit Pausen, im Bedarfsfall bis in den Nachmittag hinziehen könnte.
Gespielt wird alles, was sich mit einigem Recht Schlager nennen darf; das Spektrum reicht von Peter Kraus über Udo Jürgens und Vicky Leandros bis hin zu Helene Fischer und Vanessa Mai, den Stars der Gegenwart. Wenn der Wunsch besteht, können aber auch ABBA-Evergreens aufgelegt werden – und wenn genug Kinder es verlangen, Rolf Zuckowski. Wenig Chancen, berücksichtigt zu werden, haben allenfalls die Comedian Harmonists – die hat wahrscheinlich kein lebender Albstädter je live gehört.
Der Geist des Stadtfests wird beschworen
Zu essen und zu trinken gibt es natürlich auch; das Angebot ist das gewohnte und reicht von Roten Würsten über Nackensteak bis zu Pizza, von Lagerbier bis zu Aperol Spritz. Auch an Stände ist gedacht, an denen Polizei, Feuerwehr und interessierte Firmen sich und ihre Produkt- und Jobangebote vorstellen könnten. Die „Schwaben Mitte“ hat durchaus den Ehrgeiz, noch einmal den Geist des Stadtfests zu beschwören, das heißt: so viele Albstädter wie möglich mitzunehmen.
Der Wochenmarkt weichtin die Adlerstraße aus
Bleibt noch eine Frage: Was wird am Freitag aus dem Wochenmarkt? Der zieht in die Adlerstraße um – wie schon vor Jahren, als die Neue Mitte entstand. Übrigens auch im kommenden Jahr, wenn es nach den Veranstaltern geht. Die „Schlager Mitte“ soll nämlich keine Eintagsfliege bleiben.