„Für mich bedeutet Villingen sehr viel. Dazu bin ich ein echter Nullachter“, betont Frederick Bruno in unserem Interview. Er will beim FC 08 einiges verändern.
Frederick Bruno bestellt sich erst einmal einen Latte Macchiato, in der Musikanlage des Villinger Cafés am Riettor läuft „Denn sie wissen, was sie tun“ von Tocotronic.
Der Songtitel der Rockband passt. 90 Minuten später ist klar, dass der weiter auch spielende Co-Trainer der U21-Mannschaft, dann in der Verbandsliga, viel vor hat. Frederick Bruno weiß genau, wie er den FC 08 Villingen neu aufstellen will.
Frederick Bruno, Sie haben eine 08-Mappe dabei. Verraten Sie uns etwas vom Inhalt?
(lacht). Ein bisschen schon. Da steht zum Beispiel drin, dass wir eine Saisoneröffnungsfeier planen. Auch eine Trikotpräsentation soll es geben. Weiter haben wir uns für den ersten Heimspieltag eine Aktion überlegt. Weitere soll es im Verlauf der Saison geben. Wir möchten den Fans so auch etwas zurückgeben.
Am Samstag waren Sie beim 4:3-Regionalliga-Abschied des FC 08 in Bahlingen dabei, am Sonntag spielten Sie eine Halbzeit lang für die Oberliga-U21 gegen den SSV Reutlingen. In Zukunft als Geschäftsführer für Marketing und Organisation werden Sie noch mehr Zeit für die Nullachter verbringen. Wie wird denn ab der neuen Saison eine typische Bruno-Woche im Friedengrund aussehen?
Zunächst bin ich hauptberuflich weiter bei der Firma Hilti AG Deutschland angestellt, dort bin ich im Außendienst tätig. In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich mich beim FC 08 immer mehr in verschiedenen Funktionen und Bereichen eingebracht. Dann ist die Idee entstanden, dass es zwei Geschäftsführer gibt. Marcel Yahyaijan wollte sich, dies hat er ja auch mehrfach betont, wieder mehr auf den sportlichen Bereich konzentrieren, ich mehr auf die Organisation und das Marketing. Ich werde aber auch weiter viele Stunden auf dem Fußballplatz verbringen. Wir haben dreimal in der Woche Training mit der Verbandsliga-U21. Insgesamt werde ich wohl schon mit den Spielen sechsmal in der Woche für den FC 08 in verschiedenen Bereichen am Ball sein. Langweilig wird mir nicht (lacht).
Sie haben bisher 196 Spiele im schwarz-weißen Trikot bestritten. Sie gehen also fest davon aus, dass die 200 in der neuen Saison voll wird?
Ja, auf jeden Fall. Der Plan ist, dass ich die 200 in der U21, die dann in der Verbandsliga spielt, voll mache. Dort werde ich wieder als Spielertrainer agieren, zusammen mit Ralf Hellmer das Team betreuen. Dazu wird es noch einen Co-Trainer geben.
Sie werden also weiter auch für die Nullachter spielen. Was sind aber Ihre genauen Aufgaben im neuen Job als Geschäftsführer?
Marcel Yahyaijan kümmert sich vor allem um den sportlichen Bereich, ich um die Organisation und das Marketing.
Und wo sehen Sie da die größten Baustellen?
Grundsätzlich haben wir gesehen, welche Herausforderungen es in der Regionalliga gibt. Da kamen einige Baustellen ans Licht, an denen wir arbeiten müssen. Dinge wie das Ticketing oder Catering müssen so ganz klar funktionieren, diese werden wir wieder vereinfachen. Allgemein bin ich als Villinger, der hier groß geworden ist und seine gesamte Fußballzeit beim FC 08 verbracht hat, gut vernetzt – auch zum Beispiel über die Fasnetvereine. Ich habe mir fest auf die Fahnen geschrieben, die Marke FC 08 Villingen wieder ins richtige Licht zu rücken.
Was macht denn die „Marke FC 08 Villingen“ aus?
Wir sind ja schon im Schwarzwald, in der gesamten Region, als Fußballverein das Aushängeschild. Ich finde es schade, dass die Bindung zu unseren tollen Stadt Villingen etwas verloren gegangen ist. Wir haben es versäumt, dass ist meine persönliche Meinung, uns da in einigen Punkten zu integrieren. Wir wollen dies ändern, also in Zukunft wieder enger mit der Stadt zusammenarbeiten. Ich möchte also die Bindung des FC 08 zur Stadt Villingen und den Einwohnern wieder aufbereiten. Wir haben sehr viel Potenzial, prinzipiell ist das Interesse riesig. Wir möchten auch mit verschiedenen Events den Leuten den FC 08 wieder näherbringen. Mein Ziel ist es, die 08-Tradition und die lokale Identifikation wieder zu verbinden. Das Motto könnte heißen: Mit Emotionen und Leidenschaft gemeinsam in die Zukunft. Dazu wollen wir die Arbeit unserer Ehrenamtler wieder viel mehr würdigen. Wir wollen mehr Menschen für den FC 08 begeistern, so auch die Zuschauerzahlen – und die Mitgliederzahlen – erhöhen. Da werde auch mein Umfeld als „Villinger Jung“ nutzen.
Marcel Yahyaijan wird sich dann „nur“ noch um den sportlichen Bereich kümmern. Das war aus beruflichen und persönlichen Gründen sein Wunsch. Wie werden Sie sich austauschen?
Wir kennen uns ja aus verschiedenen Funktionen – als Mitspieler, als Trainer oder als Sportdirektor. Wir haben uns zuletzt oft ausgetauscht, so ist ja auch die Idee von zwei Geschäftsführern, natürlich zusammen mit den Vorständen Armin Distel und Reinhard Warrle, entstanden. Wir wollen die Aufgaben auf noch weitere Schultern verteilen. Und das wird passieren.
Das hört sich insgesamt nach großen Veränderungen an.
Das kann man so sehen. Wir wollen uns – dies mit der vollen Rückendeckung der Vorstände – verjüngen. Dazu möchten wir viele neue Ideen einbringen. Die App und die Homepage werden wir so auch umbauen. Es muss einfach wieder einfach Spaß machen, zum 08 zu kommen. Zuschauer und Mitglieder müssen sich willkommen fühlen. Wir wollen uns also in vielen Bereichen erneuern, neu aufstellen.