Marcel Carl jubelt: Der Walldorfer Kapitän schnürte am Sonntag einen Doppelpack und erzielte damit seine Tore fünf und sechs gegen die TSG Balingen. Seine Astoria steht momentan auf dem 4. Platz. Im Hintergrund ärgern sich die Balinger Akteure. Foto: Eibner-Pressefoto

Die TSG Balingen läuft dem Geschehen beim 0:6 in Walldorf von Anfang an hinterher. Nach Abschluss der Hinrunde steht man auf dem 15. Platz. Jonas Brändle kassiert eine Rote Karte.

„Wir sind brutal enttäuscht, wir haben uns so viel vorgenommen. Der Spielverlauf war sehr bitter, es war ein Tag zum Vergessen“, resümierte Balingens Cheftrainer Murat Isik auf der Pressekonferenz. Fürwahr, hatte seine Mannschaft doch die Energie, die oft beschworen wird, völlig vermissen lassen.

 

Von Beginn an spielten sich die Hausherren recht mühelos in Richtung des Balinger Tores – es passte rückblickend auch ins Bild, dass das frühe 0:1 durch Felix Kendel noch unglücklich abgefälscht wurde. Die TSG konnte sich aber letztlich bei Torhüter Elvin Kovac bedanken, dass am Ende ein 0:6 auf der Anzeigetafel stand. Der Keeper rettete mehrmals glänzend.

Brändle einst Steven Gerrard

So sagte auch Isik: „In der ersten Halbzeit hatte Walldorf sehr viele Chancen, da müssen wir froh sein, dass wir zur Pause nur 0:3 zurückliegen.“ Die Halbzeit nutzte das Trainer-Team für Veränderungen, nahm gleich drei Wechsel vor. Die Hoffnung auf ein – womöglich furioses – Comeback wurde aber maximal schnell ausgelöscht.

16 Sekunden nach Wiederanpfiff und seiner Einwechslung foulte Jonas Brändle als letzter Mann, sieben Sekunden später zückte der Schiedsrichter folgerichtig die Rote Karte. Es könnte ein rekordverdächtiger Platzverweis sein. Daten in Bezug auf die Regionalliga Südwest sind schwer zu finden, international gab es auch schon Platzverweise nach unter zehn Sekunden – allerdings zu Beginn eines Spiels.

Kein Vorwurf

Brändles Schicksal erlitt aber auch schon eine Ikone des Weltfußballs. 2015 wurde Steven Gerrard im Spiel seines FC Liverpool gegen Manchester United ebenfalls zur Halbzeit eingewechselt und hatte 38 Sekunden später schon wieder Feierabend, nachdem er eine Tätlichkeit gegen Ander Herrera begangen hatte. Dem Balinger indes kann man in der Situation keinen Vorwurf machen, auch Murat Isik nahm Brändle in Schutz.

Er führte aus: „Astoria hat sehr gute Fußballer. Sie machen die Bälle gut fest und haben einen starken ersten Kontakt, das hat uns Probleme bereitet. Wir haben zu wenig auf den Platz gebracht. Der Sieg der Walldorfer geht auch in der Höhe in Ordnung, wir müssen uns jetzt kräftig schütteln und auf die nächsten Aufgaben fokussieren.“

Nun kommt Sonnenhof Großaspach

Diese haben es ebenfalls in sich. Am Freitag kommt – sofern das Wetter mitspielt – Sonnenhof Großaspach in die Bizerba-Arena. Der selbst ernannte „Dorfklub“ entpuppte sich im vergangenen Jahr nicht gerade als Lieblingsgegner der TSG, gleich drei Mal gab es eine 1:6-Packung. Am Wochenende siegte das Team von Pascal Reinhardt trotz einer Gelb-Roten Karte für Ausnahmekönner Mert Tasdelen 3:1 gegen die Stuttgarter Kickers.

Tim Wagner, Co-Trainer der Astoria, war hingegen sehr zufrieden: „Für uns war es nach einer Woche mit zwei großen Nackenschlägen das erwartet schwere Spiel. Wir wussten Balingen kommt mit Rückenwind, wir haben die Mannschaft vor der TSG gewarnt. Momentan läuft es gut für uns.“