Faire Geste: SC-Spieler Vincenzo Grifo verzichtete gegen Eintracht Frankfurt auf einen Elfmeter. Foto: Eibner

Freiburg kassierte die erste Heimniederlage im neuen Stadion. Frankfurt feiert mit dem 2:0 hingegen einen weiteren wichtigen Erfolg.

Als erster Freiburg-Heimbezwinger mahnte Oliver Glasner trotz des wichtigen Auswärtserfolges auch gleich zur Demut. "Wir müssen bescheiden bleiben, viele Sachen waren sehr gut, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns", sagte der Coach von Eintracht Frankfurt nach dem 2:0 (2:0) am Sonntag beim SC Freiburg. Frankfurt hat mit dem dritten Pflichtspielsieg in Serie den Vorsprung auf die Abstiegszone der Fußball-Bundesliga weiter vergrößert. Die Hessen liegen nun schon fünf Punkte vor dem Relegationsrang.

Jesper Lindström (34. Minute) und Filip Kostic (43.) erzielten vor 32 500 Zuschauern im Europa-Park Stadion die Tore für die Gäste, die Freiburgs erste Heimniederlage der Saison perfekt machten. Die Freiburger kassierten zwei Wochen nach dem 1:2 beim FC Bayern München ihre zweite Saisonniederlage und die erste im neuen Stadion. In der Tabelle bleiben sie Dritter, liegen nun aber fünf Zähler hinter dem Zweitplatzierten Borussia Dortmund.

"Wollen fair bleiben"

"Wir hatten auch Chancen, die sind aber nicht reingegangen, dann hatte Frankfurt auch noch Glück, wir hatten es nicht und dann verlierst du so ein Spiel", sagte Freiburgs Coach Christian Streich.

In einem gutklassigen Spiel mit Chancen auf beiden Seite sorgte Freiburgs Vincenzo Grifo für eine besondere Szene, als er nach einem vermeintlichen Foul an ihm im Strafraum (55.) sofort klarmachte, dass es keins war. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass er mich getroffen hat. Wir wollen fair bleiben, auch wenn es uns geholfen hätte", sagte Grifo bei DAZN. Streich hatte von draußen sofort gesehen, dass es kein Elfer war. "Das war gar nichts und das ist dann auch richtig, dass Vincenzo das so kommuniziert, das finde ich gut."

Beide Teams begannen flott und störten den Gegner früh in dessen Hälfte. Ein übler Fehlpass von Freiburgs Woo-yeong Jeong blieb ohne Folgen (10.), kurz später prüfte der emsige Lindström SC-Keeper Mark Flekken aus spitzem Winkel (11.). Die Gastgeber brauchten eine gute Viertelstunde, ehe sie richtige Torgefahr erzeugten – dann aber zweimal in wenigen Minuten. Erst war Frankfurts Torhüter Kevin Trapp bei einem Flachschuss von Lucas Höler gefordert (19.), dann bei einer Flanke von Vincenzo Grifo, die länger und länger geworden war (25.).

Eintracht hat Glück

Die Eintracht brauchte durchaus etwas Glück, um in der bis dahin ausgeglichenen Partie in Führung zu gehen. Vor dem 1:0 durch Lindström spitzelte Gegenspieler Lukas Kübler dem Dänen den Ball unfreiwillig in den Lauf. Beim 2:0 durch Kostic flog ein Freistoß des Serben aus dem rechten Halbfeld über alle Spieler im Strafraum hinweg, prallte auf dem Boden auf und dann vom linken Innenpfosten ins Netz.

Zur zweiten Halbzeit stellte Streich sein System und hinten von Dreier- auf Viererkette um. U21-Nationalstürmer Kevin Schade kam für Verteidiger Nico Schlotterbeck, dessen Einsatz wegen muskulärer Probleme im Vorfeld fraglich gewesen war. Und Schade war direkt in der Partie: Erst holte der 19-Jährige zwei Freistöße heraus, von denen Nicolas Höfler einen an den Pfosten köpfte (51.). Dann vergab er selbst eine gute Chance zum Anschlusstreffer (55.).

Die Freiburger zeigten auch in der Schlussphase große Moral, verpassten durch die Niederlage letztlich aber die Einstellung eines neun Jahre alten Vereinsrekords: Zehn Bundesliga-Heimspiele ohne Niederlage in Serie haben sie bislang nur 2012 geschafft.