Das 0:0 beim TSV Steinbach Haiger verdienen sich die Balinger aufgrund einer sehr guten Defensivleistung. Trotz dieses Punktgewinns wird die Lage im Tabellenkeller aber prekärer.
Der erste Tag des Wochenendes lief für die Fußballer der TSG Balingen zufriedenstellend: Das 0:0 beim TSV Steinbach Haiger war absolut verdient – man war über 90 Minuten gesehen sogar näher am Sieg als die Hausherren. Der Sonntag hingegen dürfte zumindest etwas Ernüchterung gebracht haben, denn die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz feierte gegen Eintracht Trier den zweiten 1:0-Sieg in Serie.
Sieben Punkte Rückstand weisen die Eyachstädter damit nach dem 19. Spieltag auf den momentan ersten Nichtabstiegsplatz auf. Das direkte Duell gegen Fulda an diesem Wochenende hat damit eine immense Bedeutung.
Wenig Risiko im Aufbauspiel
Da man Ergebnisse der Konkurrenz aber naturgemäß nicht beeinflussen kann, dürfte der inhaltliche Fokus bei Murat Isik und Co. auf den Erkenntnissen nach dem Remis in Haiger liegen. Sein Team ging auffallend wenig Risiko im Aufbauspiel ein. Speziell Torhüter Elvin Kovac verzichtete unter Druck fast gänzlich auf flache und kurze Pässe, sondern ging mit langen Schlägen auf Nummer sicher. Da die Balinger auch ansonsten auf größere individuelle Fehler verzichteten, war die „weiße Weste“ eine verdiente Belohnung.
Isik betont: „Wir haben gewisse Anpassungen vorgenommen. Es war geplant, dass wir das Risiko minimieren.“ Co-Kapitän Sascha Eisele sagte zu diesem Thema: „Das war nach den letzten Spielen sicher eine gewisse Sicherheit, die uns der Coach auch mitgeben wollte. Wir hatten in der 1. Halbzeit trotzdem sehr gute Ballpassagen.“
Kurzzeitige Anpassungen
Dass es auf Dauer aber zu keinem radikalen Stilbruch kommen werde, machte Isik noch im Presseraum der Steinbacher am Samstag klar: „Es geht um kurze Anpassungen, das ist nichts, was wir dauerhaft beibehalten wollen. Natürlich sind wir aber froh, dass es der Mannschaft gut getan hat.“
Im defensiven Verbund zeigten Manasse Fionouke und Tim Hannak sicherlich ihre bisher besten Partien im TSG-Dress. Sascha Eisele und Ivo Colic überzeugten durch auffallend viel Kommunikation und eine sehr starke Körpersprache. Eisele hatte früh im Spiel wohl auch die beste Balinger Chance: „Der geht leider einen halben Meter neben das Tor. Wir hatten schon einige Halb- oder auch Dreiviertelchancen.“
Der letzte Punch fehlt
Der letzte Punch ging der TSG aber wieder einmal ab. Auch die Qualität der Hereingaben war am Samstag ein Manko – mehrmals kam man frei zu Flanken, fand aber ganz selten einen Abnehmer, da die Bälle entweder zu kurz oder viel zu lang kamen.
Halim Eroglu und Pedro Almeida Morais hatten jeweils zwei gefährliche Abschlüsse, ein Tor wollte aber nicht fallen. Aufstiegsheld Simon Klostermann hingegen kam gar nicht zum Einsatz und saß 90 Minuten auf der Bank. Er steht zwar bei 17 Einsätzen, lief aber erst fünf Mal von Beginn an auf. Dafür hatte Isik zur Pause U23-Knipser Mirhan Inan gebracht, der in der Landesliga bereits 13 Tore erzielt hat. Bei seinem Debüt in der Regionalliga blieb ihm aber ein Scorerpunkt verwehrt.