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Albstadt Wer rettet die einstige Ebinger Klause?

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Lennart und Walter Spengler (von links) rufen die Bürger dazu auf, bei der Rettung des Hofele-Hauses – einst eine mittelalterliche Klause – zu helfen. Foto: Eyrich Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Karina Eyrich

Albstadt-Ebingen. Nach Ideen zur Rettung der ehemaligen "Klause", auch bekannt als Hofele-Haus, suchen die Mitglieder des Fördervereins Kloste Margrethausen. Warum ausgerechnet sie? Diese Antwort liegt weit in der Vergangenheit.

Manchmal reichen Verbindungen länger zurück als das Gedächtnis der Menschen, wie im Fall der Ebinger Klause. Sie ist 1346, zwei Jahre nach der Gründung des Klosters Margrethausen, erbaut worden, und die einzige der Nonnen, die dort im Jahr nach der Gründung nicht mehr gelistet war, stammte aus Ebingen, berichtet Lennart Spengler vom Förderverein Kloster Margrethausen. Somit liege der Verdacht nahe, dass sie, eine Bürgerstochter, die Klause gründet hat.

Das ist der Grund, warum die Vertreter des Klostervereins hellhörig wurden, als bekannt wurde, dass die Stadt die frühere Klause verkaufen will und das Landesdenkmalamt signalisiert habe, einem Abbruchantrag zuzustimmen, falls der neue Eigentümer es nicht mehr renovieren wolle.

Was die Stadt von einem potenziellen Käufer erwartet sind ein Nutzungskonzept und ein aussagkräftiger Gestaltungsplan in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt – Grund ist die Nachbarschaft zur Martinskirche.

Fördervereins-Vorsitzender Walter Spengler und seine Söhne Lennart und Krishan, Schriftführer und Kassierer des rührigen Vereins, befürchten nun, dass das Gebäude allzu schnell der Abrissbirne zum Opfer fallen könnte, um einem austauschbaren Neuzeit-Bau zu weichen, ehe jemand die Chance hatte, es zu retten. Die katholischen Schwestern, die in der Klause einst tätig gewesen seien, seien in Ebingen – selbst nach der Reformation – höchst beliebt gewesen, haben die geschichtskundigen Spenglers in Erfahrung gebracht. Gewohnt haben sie in einem Haus neben der Klause.

Erst nach dem Tod der letzten dort tätigen Schwester Margarethe Beck im Jahr 1608 wurde die Klause verkauft und in einen Gasthof umgewandelt. Der "Kirchenwirt" habe bis nach dem Zweiten Weltkrieg bestanden, weiß Walter Spengler, der diese Zeit noch erlebt hatte. Dann habe der inzwischen hoch betagte Architekt Eugen Wissmann das Gebäude zu einem Schreibmaschinen- und Schreibwaren-Laden umgebaut.

Laut Landesdenkmalamt gehört das Haus zu den ganz wenigen erhaltenen mittelalterlichen Gebäuden in Ebingen – die Balken des Dachstuhls sind nachweislich im Winter 1426/27 geschlagen worden. Zudem sei es sozial-, lokal- und kirchengeschichtlich bedeutsam: durch die fast 200 Jahre lange Nutzung als Klause, "einer während des Spätmittelalters verbreiteten Lebensform unverheirateter frommer Frauen in klosterähnlicher Gemeinschaft". Aus wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen sei das Haus als Kulturdenkmal zu betrachten.

Dennoch, so Lennart Spengler, habe das Denkmalamt schon 1996 einem Abriss zugestimmt, zumal damals eine Durchfahrtstraße zwischen Klause und Martinskirche geplant gewesen sei, wie Walter Spengler sich noch erinnert.

Dass der Förderverein Kloster Margrethausen, der künftig genug mit dem Betrieb der regionalen Bildungsstätte im Kloster zu tun haben wird, die frühere Klause nicht selbst kaufen kann, stellen Vater und Sohn Spengler deutlich klar, betonen aber auch: "Es wäre sehr schade, würde sie abgerissen", nicht nur, weil es dann wieder einen interessanten Haltepunkt weniger bei den Stadtführungen gebe.

Der Förderverein hat deshalb einen Arbeitskreis gegründet und hofft, dass sich Personen melden, die mit guten Ideen und oder durch finanzielle Mittel mithelfen, das Gebäude zu retten. Eine künftige Nutzung können sich die Initiatoren als Unterkunft und Selbstversorgerhaus – etwa für Teilnehmer großer Sportveranstaltungen – vorstellen, und Lennart Spengler betont: "Das käme der einstigen Bedeutung als Klause schon wieder recht nahe."

u Ideen für das Hofele-Haus, die frühere Klause, nimmt Lennart Spengler entgegen, E-Mail bklen73/aol.com; Anschrift: Praxis Dr. Spengler, Sonnenstraße 29, 72458 Albstadt-Ebingen.

 
 

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