Haigerloch. Märchen sind nicht nur etwas für Kinder sondern auch für Erwachsene. Das zeigte sich kürzlich in der Galerie Mediterran. Rund 50 Frauen und Männer lauschten dort dem Erzähler Naceur Charles Aceval.
Aceval wurde in der algerischen Hocheben geboren. Dort, wo die Nomadenstämme im Frühjahr ihre Zelte aufschlagen. Die Märchen seiner Mutter und Großmutter, beide traditionelle Märchenerzählerinnen, begleiteten seine Kindheit und Jugend. Im Zelt seiner Großmutter hörte er von klein auf die Nomadenmärchen seines Stammes.
Und ein Teil dieser Geschichten erzählte Aceval auch im Mediterran. Eine handelte von der Hoffnung, die man in nie aufgeben sollte. Darin ging es um eine Mutter, die ihren Sohn in den Krieg ziehen lassen muss und lange nichts anderes tun kann, als Brot zu backen. Dieses verschenkt sie an einen alten Mann. Kurz bevor sie die Hoffnung an die Rückkehr ihres Sohnes aufgeben will, klopft es an der Türe. Er habe nur überlebt, so berichtet der Sohn, weil ihm ein alter Mann Brot zu essen gegeben habe. Eine andere Geschichte handelte von einer habgierigen Prinzessin, die eine lange Leidensgeschichte erleben muss, bis sie endlich frei von Gier in Ruhe leben kann. Erzähler Aceval berichtete spannend und in den schönsten Farben von den Erlebnissen der Protagonisten, deren Charakterzüge man doch immer wieder auch in sich selbst findet.
Im Anschluss an die Geschichten gab es noch andere Freunden, und zwar für den Gaumen: Der Märchenerzähler schwang nämlich den Kochlöffel und bereitete ein leckeres Couscous zu.