ALBSTADT
Globales Denken und lokales Handeln gehen Hand in Hand
Albstadt/Stuttgart. Die Stiftung für Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) hat an ihrem Aktionstag in Stuttgart den ersten Preis der landesweiten Initiative "Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt" an die Albstädter Aktion "Zeichen setzen ... für Bisoro/Burundi" verliehen. Eine Albstädter Delegation, bestehend aus Rolf Armbruster, dem Motor des Arbeitskreises Chambéry und der Albstädter Aktivitäten für Bisoro, Stadträtin Marianne Roth, die OB Dr. Jürgen Gneveckow vertrat, und den Arbeitskreismitgliedern Manuela Heider, Renate Steim-Ölkrug und Rainer Günther, nahm den mit 2000 Euro dotierten Preis am Samstag aus den Händen von Ernst Pfister, Wirtschaftsminister und Schirmherr des Wettbewerbs, entgegen.
"Global denken und lokal handeln" - mit diesem Leitwort hatte die SEZ Gemeinden, Kreise und kommunale Gruppen zur Teilnahme am Wettbewerb "Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt" aufgerufen. Kreativ, innovativ und öffentlichkeitswirksam sollten die Projekte, mit denen man sich bewerben konnte, sein. Nach Meinung des Wirtschaftsministers hat Albstadt diese Aufgabe in herausragender Weise gelöst. Was ihm besonders gut gefiel: die glückliche Verbindung mit den baden-württembergischen Literaturtagen: "Wo, wenn nicht bei Literaturtagen, bietet es sich an, über Analphabetismus und Mangel an Bildung andernorts zu informieren?"
Viele Gruppen peilen
gemeinsames Ziel an
Die SEZ lobte wiederum, dass es in den Projektmonaten September und Oktober 2007, wie in der Ausschreibung gefordert, gelungen sei, Gruppen auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören, die sich bisher selten ein und derselben Sache verschrieben hatten. 45 Künstler der Region, drei Ebinger Banken - Sparkasse Zollernalb, Dresdner Bank, Volksbank Ebingen - waren dabei. Drei Trommlerensembles der ABA und der Jugendmusikschule sorgten im Rahmen der Aktion "Bilder für Bildung" auf parallel stattfindenden Vernissagen für ein beeindruckendes Flair. 6415 Euro kamen bei der vom OB geleiteten Benefizauktion zusammen. "Lese-(Zeichen)" setzten Albstädter Kommunalpolitikerinnen, angeführt von Stadträtin und Arbeitskreismitglied Manuela Heider, bei vielen Veranstaltungen der Literaturtage mit ihren Sammelbüchsen: Die Spenden, mit denen die Alphabetisierungskampagne für 900 Frauen in Bisoro unterstützt werden sollen, haben mittlerweile die 3500-Euro-Grenze überschritten. Eine Besonderheit, fand Dr. Susanne Pacher vom einstigen Oberschulamt Tübingen, war auch die gemeinsame Ausstellung von Schülern aus Albstadt und Bisoro: Afrikanische und deutsche Kinder schilderteb einander via Comic ihren Alltag - sprachliche Hemmschwelle spielten hier keine Rolle.
Alle diese Aktivitäten konten von denen, die sie betrafen, aus nächster Nähe beobachtet werden: Eine Delegation aus Bisoro, zeitweilig begleitet von der burundischen Botschafterin Domitille Barancira, war im Oktober einer Einladung des Arbeitskreises Chambéry nach Albstadt gefolgte. Sie hatte sich vor Ort über Themen wie Hauspflege, Weltläden, Service-Leistungen der Stadt und der Stadtwerke und nicht zuletzt das Leben deutscher Familien informiert und ihrerseits an Schulen in Albstadt und seiner Umgebung Jugendlichen vom schwierigen Alltag der burundischen Frauen erzählt.
26.11.2007 - aktualisiert am 26.11.2007 14:10
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