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BAD DÜRRHEIM 

Bad Dürrheim - Unstrittener Mobilfunksendemast aufgestellt

Die Bauarbeiter bereiteten die zweite Hälfte des Masten vor, damit sie am späten Nachmittag noch auf die erste Hälfte gesetzt und damit die Gesamthöhe von 43 Metern erreicht werden konnte. Foto: Reutter
Die Bauarbeiter bereiteten die zweite Hälfte des Masten vor, damit sie am späten Nachmittag noch auf die erste Hälfte gesetzt und damit die Gesamthöhe von 43 Metern erreicht werden konnte. Foto: Reutter
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Die Bauarbeiter bereiteten die zweite Hälfte des Masten vor, damit sie am späten Nachmittag noch auf die erste Hälfte gesetzt und damit die Gesamthöhe von 43 Metern erreicht werden konnte. Foto: Reutter Bauleiter Ludwig Seifert, Umweltberater Klaus-Peter Koch und Bauamtsleiter Hans Beirow (von links) inspizieren die Baustelle am Minaraweiher. Foto: Reutter
 

Bad Dürrheim - Die Kurstadt ist um eine »Attraktion« reicher. Gestern wurde der 43 Meter hohe Mobilfunksendemast am Minaraweiher aufgestellt.

Kur und Bäder-Geschäftsführer Thomas Bank meint, er hätte sich auch »andere Attraktionen« am Hallenfreibad Minara vorstellen können. Doch trotzdem glaubt Bank, handle es sich bei der Standortwahl für den Masten um die »bestmögliche Lösung«.

Schließlich sei im Vorfeld viel überlegt und diskutiert worden. Mobilfunk würde den heutigen Stand der Technik widerspiegeln und komme dem gesellschaftlichen Bedürfnis nach ständiger Erreichbarkeit entgegen. Wer diese »Bequemlichkeit« wolle, müsse auch die »Unannehmlichkeiten« in Kauf nehmen.

Schutz gegen verbotene Kletterei angebracht

Beim Aufbau des Sendemasten waren auch Bauamtsleiter Hans Günter Beirow und der städtische Umweltberater Klaus-Peter Koch zugegen. Sie besprachen mit Bauleiter Ludwig Seifert die weitere Gestaltung des Geländes.

So soll die Zufahrt, die durch die schweren Baufahrzeuge gelitten hat, wieder hergerichtet und die Baustelle mit Bäumen und Büschen begrünt werden. Am 43 Meter hohen Sendemasten befinden sich Sprossen, um die Mastspitze für Wartungsarbeiten gut erreichen zu können.

Um verbotener Kletterei entgegen zu wirken, sind die Sprossen am Mastfuß mit einer verschließbaren Abdeckung versehen. Wobei Ludwig Seifert einräumt, dass es sich nicht um einen 100-prozentigen Schutz vor Vandalismus handle. Seifert ist von der Firma Europoles, die als Generalunternehmen im Auftrag des Mobilfunkbetreibers O2 für den Aufbau des Masten verantwortlich ist.

Anlage soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen

Seifert geht davon aus, dass die Sender in den »nächsten Wochen« installiert werden. Die Anlage soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen, bestätigte O2-Pressesprecher Thomas Lichtenberger bei einem früheren Gespräch.

Wie Umweltbeauftragter Koch betont, sei der Standort am Minaraweiher unter dem Gesichtspunkt gewählt worden, die Strahlenbelastung für die Bevölkerung möglichst niedrig zu halten. Reaktionen auf den neuen Sendemasten hat Koch von beiden Seiten erhalten. So hätten sich einige Gegner zu Wort gemeldet, aber auch solche, die sich auf einen besseren Handyempfang freuen.

Ähnlich geteilt waren die Reaktionen bei einer kleinen Umfrage des Schwarzwälder Boten. So meint beispielsweise Josef Hug, 73 Jahre, dass ihn der neue Mast nicht störe und er auch keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen befürchte. Da habe er schon anderes hinter sich.

Rentner spricht von "Schandfleck"

Edwin Störk hingegen, ebenfalls Rentner, spricht von einem »Schandfleck im Gelände«. Ihm wäre es wohler, der Mast wäre weiter entfernt aufgestellt worden.

Zwei junge Skater am Jugendhaus Bohrturm, die ihrem Hobby künftig in unmittelbarer Nähe des Sendemasten nachgehen, haben keine Bedenken. Einer von ihnen ist Systemelektroniker. Seines Wissens seien die Risiken von Mobilfunk noch nicht wissenschaftlich hinreichend geklärt. Deshalb würde er den Bau einer solchen Anlage bei Spielplätzen oder Kindergärten nicht befürworten.

Allerdings sei die Strahlung sei ein Stück weit Alltag geworden, merkt der andere Skater an. Fast in jedem Haushalt gebe es eine Mikrowelle, viele hätten das Handy ständig bei sich oder auf dem Nachttisch liegen. Die beiden Skater wollen ihrem Hobby am Bohrturm auch künftig nachgehen, mit oder ohne Sendemast.

Von Markus Reutter

18.11.2009 - aktualisiert am 18.11.2009 12:13

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