BAD DÜRRHEIM
Bad Dürrheim - Unstrittener Mobilfunksendemast aufgestellt
Bad Dürrheim - Die Kurstadt ist um eine »Attraktion« reicher. Gestern wurde
der 43 Meter hohe Mobilfunksendemast am Minaraweiher aufgestellt.
Kur und Bäder-Geschäftsführer Thomas Bank meint, er hätte sich auch »andere
Attraktionen« am Hallenfreibad Minara vorstellen können. Doch trotzdem glaubt
Bank, handle es sich bei der Standortwahl für den Masten um die »bestmögliche
Lösung«.
Schließlich sei im Vorfeld viel überlegt und diskutiert worden. Mobilfunk
würde den heutigen Stand der Technik widerspiegeln und komme dem
gesellschaftlichen Bedürfnis nach ständiger Erreichbarkeit entgegen. Wer diese
»Bequemlichkeit« wolle, müsse auch die »Unannehmlichkeiten« in Kauf nehmen.
Schutz gegen verbotene Kletterei angebracht
Beim Aufbau des Sendemasten waren auch Bauamtsleiter Hans Günter Beirow und
der städtische Umweltberater Klaus-Peter Koch zugegen. Sie besprachen mit
Bauleiter Ludwig Seifert die weitere Gestaltung des Geländes.
So soll die Zufahrt, die durch die schweren Baufahrzeuge gelitten hat, wieder
hergerichtet und die Baustelle mit Bäumen und Büschen begrünt werden. Am 43
Meter hohen Sendemasten befinden sich Sprossen, um die Mastspitze für
Wartungsarbeiten gut erreichen zu können.
Um verbotener Kletterei entgegen zu wirken, sind die Sprossen am Mastfuß mit
einer verschließbaren Abdeckung versehen. Wobei Ludwig Seifert einräumt, dass
es sich nicht um einen 100-prozentigen Schutz vor Vandalismus handle. Seifert
ist von der Firma Europoles, die als Generalunternehmen im Auftrag des
Mobilfunkbetreibers O2 für den Aufbau des Masten verantwortlich ist.
Anlage soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen
Seifert geht davon aus, dass die Sender in den »nächsten Wochen« installiert
werden. Die Anlage soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen, bestätigte
O2-Pressesprecher Thomas Lichtenberger bei einem früheren Gespräch.
Wie Umweltbeauftragter Koch betont, sei der Standort am Minaraweiher unter dem
Gesichtspunkt gewählt worden, die Strahlenbelastung für die Bevölkerung
möglichst niedrig zu halten. Reaktionen auf den neuen Sendemasten hat Koch von
beiden Seiten erhalten. So hätten sich einige Gegner zu Wort gemeldet, aber
auch solche, die sich auf einen besseren Handyempfang freuen.
Ähnlich geteilt waren die Reaktionen bei einer kleinen Umfrage des
Schwarzwälder Boten. So meint beispielsweise Josef Hug, 73 Jahre, dass ihn der
neue Mast nicht störe und er auch keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen
befürchte. Da habe er schon anderes hinter sich.
Rentner spricht von "Schandfleck"
Edwin Störk hingegen, ebenfalls Rentner, spricht von einem »Schandfleck im
Gelände«. Ihm wäre es wohler, der Mast wäre weiter entfernt aufgestellt worden.
Zwei junge Skater am Jugendhaus Bohrturm, die ihrem Hobby künftig in
unmittelbarer Nähe des Sendemasten nachgehen, haben keine Bedenken. Einer von
ihnen ist Systemelektroniker. Seines Wissens seien die Risiken von Mobilfunk
noch nicht wissenschaftlich hinreichend geklärt. Deshalb würde er den Bau
einer solchen Anlage bei Spielplätzen oder Kindergärten nicht befürworten.
Allerdings sei die Strahlung sei ein Stück weit Alltag geworden, merkt der
andere Skater an. Fast in jedem Haushalt gebe es eine Mikrowelle, viele hätten
das Handy ständig bei sich oder auf dem Nachttisch liegen. Die beiden Skater
wollen ihrem Hobby am Bohrturm auch künftig nachgehen, mit oder ohne Sendemast.
Von Markus Reutter
18.11.2009 - aktualisiert am 18.11.2009 12:13
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