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SCHRAMBERG 

Schramberg - Museums- und Geschichtsverein: missverstanden


Schramberg - Absicht oder Versehen? Im Blick auf das Stellenprofil für den neuen Stadtarchivar fühlt sich der zu Rate gezogene Museums- und Geschichtsverein missverstanden. Immer wieder begleitete der Geschichtsverein den fortschreitenden Ausbau der Schramberger Museumslandschaft mit der Forderung nach einem geeigneten hauptamtlichen Stadtarchivar, sobald der verdiente ehrenamtliche Verwalter Erich Maier aus Altersgründen seine Tätigkeit beendet.

Mit dem Haushaltsplan 2008 hat der Gemeinderat auch beschlossen, in diesem Jahr erstmals die Stelle eines hauptamtlichen Stadtarchivars zu besetzen. Eine Projektgruppe der Verwaltung hat sich daraufhin mit einem Anforderungsprofil beschäftigt.

Diese Gruppe sieht den Schwerpunkt der Archiv-Arbeit in den Komenden Jahren in der Bewertung, Ordnung, und Erschließung der Sammlungen zur Stadtgeschichte und des Schriftguts der Verwaltung sowie in der Mitwirkung bei der digitalen Archivierung. Die Verwaltung schlägt deshalb vor einen Diplom-Archivar mit Berufserfahrung oder eine Persönlichkeit mit vergleichbarer Qualifikation einzustellen.

Dazu wurden auch der Museums- und Geschichtsverein aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Der Verein wiederum spricht sich darin für einen Archivar im gehobenen Dienst oder einen Historiker mit Archivarausbildung aus. Weiterhin interpretierte die Stadtverwaltung die Wünsche des Museums- und Geschichtsverein dahingehend, dieser lege besonderen Wert darauf, dass sich der neue Stelleninhaber schwerpunktmäßig einer aktiven historischen Forschungs- und Bildungsarbeit widmet.

Die Projektgruppe dagegen sieht in den nächsten Jahren die systematische Erschließung als unabdingbar an. Dies scheide eine öffentliche Geschichts- und Kulturarbeit zwar nicht aus, mache jedoch deutlich, dass die Stadt den Schwerpunkt in der Neuorganisation und im Betrieb des Archivs sehe. Und genau da liegt wohl der Hase im Pfeffer. In einem aktuellen Schreiben zur heutigen Sitzung des Verwaltungsausschusses stellt Vorsitzender Martin Maurer fest, dass der Museums- und Geschichtsverein zu keinem Zeitpunkt eine »schwerpunktmäßige« aktive historische Forschungs- und Bildungsarbeit gefordert habe.

Der Verein sehe darin lediglich eine der Aufgaben des neuen Stelleninhabers. Mit ihrer Auslegung der Vereinsmeinung zum Stellenprofil setze die Stadtverwaltung bewusst oder unbewusst einen falschen Akzent. Bei dieser »Haarspalterei« geht es im Klartext offenbar darum, dass sich der Museums- und Geschichtsverein nicht den »Schwarzen Peter« in die Schuhe schieben lassen will, er fordere die bestmöglich und auch teuerste personelle Lösung für die Stadt.

Gleichwohl empfiehlt auch der Verein, die Stelle ohne Festlegung auf eine Besoldungsgruppe auszuschreiben, um eine möglichst große Zahl hoch qualifizierter Bewerber anzusprechen. Im Gefolge der Diskussion um eine personelle und räumliche Aufwertung des Stadtarchivs im früheren Dienstgebäude der Stadtwerke kursierte auch immer wieder der Name eines aus Schramberg stammenden Historikers, der inzwischen im Staatsarchiv in Karlsruhe tätig ist. Zwischen ihm und seiner Heimatstadt scheint aber, rein beruflich gesehen, das Band der Freundschaft mittlerweile zerschnitten.

Von Edgar Reutter 

03.07.2008 - aktualisiert am 03.07.2008 12:57

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