Von Rolf Rombach
Schiltach. »Von der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Volksbank Kinzigtal nicht betroffen. Das Unternehmen hat sich an keinen Spekulationen beteiligt. Die Kunden brauchen sich keine Sorgen um ihr bei uns angelegtes Geld machen«, versicherte Vorstandssprecher Werner Schmitt. Er zeigte in der Mitgliederversammlung in der Friedrich-Grohe-Halle in Schiltach zunächst die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und im EU-Raum auf und machte deutlich, dass es im Jahr 2010 wieder »ordentlich aufwärts« gehen werde. Es sei bereits wieder »Boden gefunden«. Er regte an, mit mehr Konsum die Konjunktur zu stärken, wobei die derzeit niedrigen Guthabenzinsen ebenfalls Konsum anraten ließen. Schon jetzt seien die Konsumausgaben gegenüber 2008 angestiegen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten werde sich jedoch weiter nach unten entwickeln. Die Inflation liege unter Null.
Schmitt leitete dann über zu den Zahlen der Volksbank. Die Bilanzsumme belief sich mit Stand 23. November 2009 auf 510 Millionen Euro, am 31. Dezember 2008 waren es 529 Millionen Euro. Das entspreche einem Minus von 19 Millionen Euro oder 3,6 Prozent.
Die Forderungen an Kunden betrugen 2009 insgesamt 361 Millionen Euro, 2008 waren es 316 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden lagen 2009 insgesamt bei 338 Millionen Euro, 2008 dagegen waren es 339 Millionen Euro. Die Privatkundenkredite nehmen einen Anteil von zwei Dritteln ein, die Firmenkundenkredite machen das restliche Drittel aus.
Das betreute Kundenkredit- und Anlagevolumen betrug zum 30. September 2009 957 Millionen Euro, gegegnüber 934 Millionen Euro im Vorjahr. Dies bedeutet einen Zuwachs von 23 Millionen Euro oder 2,5 Prozent. Den 1706 Kreditanträgen dieses Jahres mit einem Volumen von 56 Millionen Euro standen 1581 Verträge mit 42 Millionen Euro im Vorjahr gegenüber.
Das Eigenkapital ist im Vorjahr auf 48 Millionen Euro angewachsen, das sind 9,2 Prozent der Bilanzsumme. Im Juni konnte für das Jahr 2008 eine Dividende von 5,5 Prozent an die 16 000 Mitglieder ausgeschüttet werden. »Auch für 2009 wird es wieder eine Dividende geben«, kündigte Schmitt an. Die Höhe stehe derzeit aber noch nicht fest.
Schmitt zeigte sich bei seinen Ausführungen insgesamt optimistisch im Blick auf die Volksbank Kinzigtal, und auch sein Vorstandskollege Martin Heinzmann vertrat diesen Optimismus. Heinzmann gab eine Kurzinformation zur der Erbschaftssteuer. Er machte die Bedeutung der Erbschaftssteuer bei den Steuereinnahmen der Bundesrepublik deutlich. In Deutschland würden jährlich 200 Milliarden Euro vererbt.
Abschließend konnte Heinzmann auf eine ansehnliche Förderbilanz der Volksbank im abgelaufenen Jahr verweisen: 200 000 Euro Auftragsvergaben an heimische Handwerker, 322 000 Euro Dividende an die Mitglieder sowie in den letzten fünf Jahren insgesamt 3,08 Millionen Euro Gewerbesteuer.
Heinzmann gab außerdem bekannt, dass der bisherige Leiter des Kompetenz-Centers Schiltach, Gerhard Schmider, zum 1. Januar in die Abteilung »Qualifizierte Baufinanzierungen« nach Wolfach wechselt. Seine Nachfolgerin in Schiltach wird Carmen Fieser..
25.11.2009 - aktualisiert am 25.11.2009 21:22