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DORNSTETTEN 

"Was muss denn noch passieren?"


Dornstetten. Moderatorin Birgitt Michalek hatte keinen ganz einfachen Job. Bei der vom BUND und der Aacher Bürgerinitiative veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema "Risiko Mobilfunk" wurde teilweise sehr emotional diskutiert.



Zunächst gab Hans Lambacher als Sprecher der Bürgerinitiative jedoch bekannt, dass MdB Renate Gradistanac und MdL Norbert Beck wegen Erkrankung kurzfristig absagen mussten. Der CDU-Abgeordnete Hans-Joachim Fuchtel hingegen habe von vornherein abgesagt. Anstatt Warnschüsse aufzunehmen, werde beim Thema Mobilfunk vieles verharmlost, stellte Lambacher seine Position dar.

Er übergab das Wort an den Arzt und Biochemiker Dr. Guido Zimmer. Der führte für die anwesenden Laien allerdings relativ unverständlich in das Thema ein. Er versuchte, deutlich zu machen, dass besonders bei Kleinkindern elektromagnetische Strahlung die Energetik der Zellen so beeinflusse, dass eine neuronale Vernetzung im Gehirn nicht stattfinden könne. Die Folge seien Konzentrations- und damit auch Lernstörungen.

Ärztin Cornelia Waldmann-Selsam berichtete von gesundheitlichen Problemen strahlungssensibler Patienten, die nach Verlassen des Strahlungsfeldes nachweislich aufgehört hätten. Dass die Kausalität von Seiten der Politik noch immer verneint würde, sei aus ihrer Sicht völlig unverständlich. Weiterhin forderte sie Meldestellen für die Betroffenen.

Mit ihrer Aussage, dass wissenschaftliche Nachweisbarkeit immer ein schwieriger und langwieriger Prozess sei, rief die Grünen-Abgeordnete Sigrid Kotting-Uhl die Gegner auf den Plan: "Was muss denn noch passieren, damit Erfahrungsmedizin anerkannt wird, und wer hat überhaupt die Kompetenz, dies zu entscheiden?" Ihr eigener Ansatz sei die Schaffung belastungsfreier Räume, beispielsweise in der eigenen Wohnung. Im Gegensatz zum SPD-Kreisvorsitzenden Gerhard Gaiser, der niedrigere Grenzwerte forderte, sah Kotting-Uhl das Problem eher in der dauerhaften Bestrahlung. Gaiser machte deutlich, dass den Kommunen durch Änderung der Gesetzestexte mehr Mitspracherecht bei der Errichtung von Mobilfunkmasten eingeräumt werden könnte. MdB Karin Binder (die Linke) sah im Einfluss der Wirtschaft das Hauptproblem, forderte rechtliche Grundlagen für Schutzräume und massive Aufklärungsarbeit. Die Veranstaltung endete in einer intensiven Diskussion.
03.03.2008 - aktualisiert am 05.03.2008 10:11

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