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Ein schwedisch-preußischer Abend in der Burg


Burg Hohenzollern. Erhabene und elegant-virtuos vorgetragene Musik, zu der das vornehme Ambiente des Grafensaals vorzüglich passte, kennzeichnete den schwedisch-preußischen Abend, den das 64. Wohltätigkeitskonzert der Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung in der Burg Hohenzollern bescherte.

Die Preußenflagge am Fahnenturm der Burg kündigte am Samstag schon von weitem an, dass der Hausherr anwesend war. Für Touristen ging ab 14 Uhr jedoch nichts mehr. Die Burg wurde für den Galaabend im Grafensaal gesperrt.

Bald danach kamen auch schon die ersten Burgbesucher in eleganter Abendgarderobe, manche Herren auch in Uniform, und zu Veranstaltungsbeginn hatte sich eine illustre Gästeschar aus ganz Deutschland und aus dem Ausland im Burghof eingefunden, darunter hohe Militärs, Aristokraten und Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Zum ersten Mal dabei waren der Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen in Afrika und Ex-Europa-Commander, General William Ward, und seine Ehefrau, denen das Konzert und der Empfang gut gefiel.

Neben deutsch, englisch, französisch, italienisch und russisch wurde viel schwedisch gesprochen, denn die Künstler des Abends kamen aus Stockholm: die Sopranistin Ida Falk Winland, der unangekündigte Überraschungsgast und Bariton Joa Helgesson, der Dirigent und Virtuose am Hammerklavier, Mark Tatlow, sowie drei Streicher aus dem Orchester des Drottningholmer Schlosstheaters.

Dieses Schlosstheater wurde einst von der Schwester Friedrich des Großen und der schwedischen Königin Luise Ulrike (1720-1782) gegründet, weshalb Georg Friedrich Prinz von Preußen auf den »schwedisch-preußischen, aber nicht schwäbisch-preußischen Abend« in seiner Begrüßungsrede hinwies.

Die Künstler ernteten am Ende, als sie in der Zugabe ? einer Arie aus Rossinis Barbier von Sevilla ? in einer Art Helden-Duett bestachen, begeisterten und schier nicht enden wollenden Applaus. Die beiden hatten schon zuvor in ihren Soloauftritten das Auditorium für sich vereinnahmt.

Zum musikästhetisch und harmonisch angenehmen Hörgenuss trugen die Literatur mit Schwerpunkt auf Mozartinterpretationen und die fein nuanciert spielenden Streicher auf ihren historischen Instrumenten sowie ihr Dirigent auf dem hell klingenden Hammerklavier bei.

Von Willy Beyer

07.09.2009 - aktualisiert am 07.09.2009 18:16

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