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Balingen - Viele fallen auf DG-Fonds rein

DZ-Bank in Frankfurt, Schrott-Immobilien im Osten: Viele Geschädigte hoffen angesichts der jüngsten Entwicklung, dass die doch noch an ihr Erspartes kommen werden. Fotos: dpa
DZ-Bank in Frankfurt, Schrott-Immobilien im Osten: Viele Geschädigte hoffen angesichts der jüngsten Entwicklung, dass die doch noch an ihr Erspartes kommen werden. Fotos: dpa
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DZ-Bank in Frankfurt, Schrott-Immobilien im Osten: Viele Geschädigte hoffen angesichts der jüngsten Entwicklung, dass die doch noch an ihr Erspartes kommen werden. Fotos: dpa <!-- No such variable: $tooltip at cmsProvider:127.62 -->
 

Balingen - Dass Eberhard Kipp als einer der Geschädigten der früheren DG-Bank an die Öffentlichkeit gegangen ist, zieht weite Kreise. Stellungnahmen im Internet und auf dem Postweg zeigen: Vielen ist es so gegangen wie ihm – sogar seinem ehemaligen Finanzberater.

Ihm kann aus heutiger Sicht auf keinen Fall unterstellt werden, dass er die faulen Papiere wissentlich als »todsichere Anlage« angepriesen hatte. Alfred Gambach hat selbst eine größere Summe in faule Anlagepapiere investiert: »Ich war selber mit dabei. Und es war nicht alles falsch und schlecht«, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Volksbank Rosenfeld gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. »Wir haben die Fonds angeboten wie alle anderen auch. Sie waren in jeder Hinsicht interessant: Man konnte sich an gewerblichen Immobilien beteiligen und hatte 50 Prozent Steuerersparnis.«

Auf mehrere Objekte gestreut

Gewiss sei eine solche Investition mit einem gewissen Risiko verbunden. Aber die Fonds seien auf mehrere Objekte gestreut gewesen, um das Risiko zu minimieren. Insgesamt 50 Fonds habe die ehemalige DG-Bank damals auf den Markt gebracht. »Es waren viele gute dabei, aber eben auch schlechte«.

Er selbst habe sie seinen Kunden mit gutem Gewissen empfohlen: »Ich habe mich voll auf den Verbund verlassen.« Die Zentrale habe die Produkte angeboten, die Formulare dazu geliefert und sei auch für die Prüfung zuständig: »Die kleine Bank vor Ort hatte gar keine Möglichkeit, das Angebot genau zu prüfen. Wir mussten uns in jeder Hinsicht auf die DG-Bank verlassen.«

Nach Alfred Gambach liegt das Hauptproblem darin, dass die kleinen Banken vor Ort dafür verantwortlich gemacht würden, dass viele Anleger Geld in den Sand gesetzt haben. »Die DG-Bank hat die Papiere ausgegeben und hat sie in Vorträgen angepriesen. Es tut mir leid, dass wir in Rosenfeld viele Fonds verkauft haben, aber ich bin mir keiner Schuld bewusst.« Wenn das Gericht tatsächlich zugunsten der Geschädigten urteilen sollte, dann müsse die DZ-Bank für den Schaden geradestehen, »nicht die kleine Bank vor Ort«.

Verfahren bis zum Bundesgerichtshof tragen

Aber die Frankfurter Zentrale der Genossenschaftsbanken wehrt sich: »Der DZ-Bank ist bekannt, dass die Ansprüche der Anleger begründet sind«, schreibt der Schweinfurter Rechtsanwalt Michael Schulze, der Eberhard Kipp und mehrere andere Geschädigte vertritt. »Gleichwohl beabsichtigt diese, die Verfahren bis zum Bundesgerichtshof zu tragen, wohl auch in der Hoffnung, dass einerseits geschädigte Anleger so von einer Geltendmachung ihrer Ansprüche abgehalten werden, oder dass sich andererseits das diesbezügliche Problem aufgrund des meist hohen Alters der Anspruchsteller ›biologisch‹ lösen lässt.« Er sei aber optimistisch, dass auch das Landgericht Hechingen wie bereits das Landgericht Koblenz und das Oberlandesgericht Stuttgart im Sinne der geschädigten Anleger entscheiden werde, teilt Schulze weiter mit.

»Zusammen mit ihren Mitgliedern wurde auch die Volksbank über den Tisch gezogen«, schlussfolgert Eberhard Kipp. Bedauerlich findet er es, dass sich die Bank jetzt auf die Seite des Stärkeren und gegen den Schwachen stelle: »Die Genossenschaft tut jetzt genau das, wogegen sie in Zeiten des Herrn Raiffeisen gegründet wurde.«

Von Gert Ungureanu

13.10.2009 - aktualisiert am 15.10.2009 10:08

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Kommentare von Lesern:
   
Name: F. Müller
Text: Man stelle sich vor: Wenn ein Bank-Berater eine (wörtlich) „sichere, wertbeständige Anlage“ empfiehlt, muss der Kunde selbstverständlich mehr mehr
   
Name: M.Ackermann
Text: Auch mein Bankberater und (zumindest) ein Vorstandsmitglied haben nach eigenem Bekunden Anteile des DG34 gezeichnet und sind ebenso herein gefallen mehr mehr
   
Name: Dr. Reinhardt
Text: Herr Gambach war offenbar ebenso gutgläubig wie Herr Kipp und wir alle. Im genossenschaftlichen Verbund war bis dahin Vertrauen eben ein ganz hoher mehr mehr
   
Name: exbankgenosse
Text: Der Katzenjammer des Hr. Gambach als Täter/Opfer an den "sicheren Anlagen", einst hoch gepriesen, kaum zu glauben. Hat denn auch die mehr mehr
   
Name: R. Stangen
Text: Es ist bekannt, dass die maroden DG Fonds nicht nur Kunden/Mitgliedern, sondern auch Angestellten/Vorständen von Volksbanken/Raiffeisenbanken mehr mehr






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