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Zwangspause Bei Kälte ruht die Baustelle

olm, vom 23.12.2011 11:08 Uhr
Weihnachten auf dem Bau: woher der Brauch kommt, einen beleuchteten Weihnachtsbaum auf den Baustellenkran zu dekorieren, ist nirgends belegt. Es wird vermutet, dass die Idee aus Übersee übernommen wurde. Foto: Mierendorf
Weihnachten auf dem Bau: woher der Brauch kommt, einen beleuchteten Weihnachtsbaum auf den Baustellenkran zu dekorieren, ist nirgends belegt. Es wird vermutet, dass die Idee aus Übersee übernommen wurde. Foto: Mierendorf

Zwischen Dezember und März stehen regelmäßig die Baustellen für mehrere Wochen still. Betroffen von der Zwangspause im Winter ist in erster Linie der Rohbau. Zwar gebe es mittlerweile Technologien, mit denen Beton auch bei relativ niedrigen Temperaturen eingebracht werden kann, „irgendwann ist aber auch hier Schluss”, erklärt Ralph Scheer von Drees & Sommer in Stuttgart.

Dann bleibt nichts anderes übrig, als den Bau einzustellen, bis die Witterung ein Weiterbauen erlaubt. Wenn die Baustelle bereits weiter fortgeschritten ist und es sich um eine terminkritische Baustelle handelt, könne die Baustelle auch winterfest gemacht werden. Winterfest bedeutet, vor allem die Fensteröffnungen provisorisch dicht zu machen und unter Umständen eine Bauheizung aufzustellen, damit auch bei sehr niedrigen Außentemperaturen im Innern gebaut werden kann. Das sei keine billige Maßnahme. Man erkaufe sich damit quasi die fehlende Gutwetter-Phase. Nach der Zwangspause im Winter muss vor allem darauf geachtet werden, dass die Nässe, die noch im Beton steckt, austrocknen kann, bevor mit den nachfolgenden Gewerken weitergebaut wird, so Scheer. Beachtet man dies nicht, kann es später unter Umständen zu Schäden am Bau kommen. Vor allem, wenn Bodenbeläge zu schnell aufgebracht wurden, könne es darunter zu Schimmelbildung kommen, weiß der Experte. Damit es erst gar nicht zu Schäden durch Witterungseinflüsse kommt, versucht man schon in der Planungsphase, den Bauablauf insgesamt so zu terminieren, dass die kritischen Baugewerke wie der Rohbau und die Fassade nach Möglichkeit nicht in die Winterzeit fallen. Während das bei kleinen Projekten in der Regel kein Problem ist, werde bei größeren Bauvorhaben so geplant, dass möglichst wenige der kritischen Baugewerke in den Wintermonaten liegen. „In der Regel wird immer versucht, das Objekt vor dem Winter dicht zu bekommen, damit man dann in der kritischen Zeit im Innern weiterarbeiten kann”, erklärt der Drees-&-Sommer-Geschäftsführer.

Je weiter der Bau fortgeschritten ist, umso größer sei dann allerdings auch die Gefahr von Diebstahl. Dies sei zunehmend nicht nur im Winter ein Problem, weiß Scheer. Teilweise werden komplett eingebaute Sanitäranlagen wieder ausgebaut und entwendet. Deshalb setzt Drees & Sommer auch verstärkt auf ein eigenes Sicherheitsmanagement mit regelmäßigen Kontrollgängen der Sicherheitsdienste auf ihren Baustellen.

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