Zollernalbkreis Straßenmusiker stören keinen

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Straßenmusik (Symbolbild) ist in den Städten des Zollernalbkreises geduldet. Foto: Hitij

Zollernalbkreis - Die Adventszeit ist für manchen Musiker Anlass, sein Instrument auszupacken, um an der Straßenecke besinnliche Melodien erklingen zu lassen, um das Weihnachtsgeld mit ein paar Münzen aufzubessern.

Doch nicht jeder Passant oder jede Geschäftsfrau freut sich über quietschende Blockflöten oder verstimmte Geigen vor der Ladenzeile. In den größeren Orten im Zollernalbkreis gibt es deshalb ordnungsrechtliche Regelungen, oder zumindest Gepflogenheiten wann, wo und wie lange Straßenmusiker flöten und fiedeln dürfen.

In Balingen gibt es keine festen Regelungen für Straßenmusik, auch nicht in der Adventszeit. Besondere Genehmigungen sind dafür nicht erforderlich. In aller Regel beschränkt sich die Straßenmusik in der Kreisstadt auf Marktplatz, Fußgängerzone, Friedrich- und Bahnhofstraße.

Bei Anfragen zur Straßenmusik weist die Stadt darauf hin, dass keine Lautsprecher oder Verstärker verwendet werden sollten und dass nach etwa zwei Stunden der Platz zu wechseln ist, um Störungen für die direkten Anwohner beziehungsweise Geschäfts- oder Büroinhaber zu vermeiden.

In Haigerloch ist es nach Auskunft von Eberhard Butter vom städtischen Ordnungsamt generell so, dass, wenn jemand etwas auf der Straße tut, das von den üblichen Dingen abweicht, er bei der Stadt eine Genehmigung für eine Sondernutzung beantragen muss. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn jemand ein Podest aufstellt, von dem er herunter politische Reden hält oder einen Informationsstand aufbaut. Generell ist es sogar eine Sondernutzung, wenn ein Geschäft auf der Straße kleine Werbeständer aufstellt. Die Stadt könnte dafür sogar Sondernutzungsgebühren verlangen.

Was den Auftritt von kleinen Gruppen der örtlichen Musikkapellen beim Haigerlocher Christkindlesmarkt betrifft, so ist das keine Sondernutzung, sondern gehört zum normalen Rahmen- und Unterhaltungsprogramm des sowieso von der Stadt organisierten Christkindlesmarktes.

In Hechingen gibt es keine feste Regelung für Straßenmusik. In der polizeilichen Umweltverordnung, nach der sich die Stadt richtet, ist "aggressives Betteln" verboten, Musizieren mit Hut vorne dran aber kein Problem. Somit darf jeder spielen, der will, sofern er die von 22 bis 8 Uhr geltende Nachtruhe einhält, keine Verkehrsbehinderungen verursacht und sich kein Hechinger beschwert.

Oft kommen Musiker vorher auch ins Rathaus und sprechen den Platz mit der Gemeinde ab. Doch bisher gibt es diesbezüglich in Hechingen keine Probleme – und eine besondere Regelung für die Adventszeit war auch noch nicht notwendig.

Ursula Schurer vom Amt für öffentliche Ordnung in Albstadt verweist auf Paragraf 16 des baden-württembergischen Straßengesetzes, der Straßenmusik als "erlaubnispflichtige Sondernutzung" einstuft und Straßenmusiker dazu anhält, sich schriftlich um diese Erlaubnis zu bemühen. Das ist die Theorie – die Praxis sieht etwas anders aus: In Albstadt wie auch anderswo beziehen die Straßenmusiker einfach ihre Posten, irgendwann erscheint dann der gemeindliche Ordnungsdienst und weist sie freundlich an, doch gewisse Spielregeln zu befolgen: Alle halbe Stunde sollte ein neuer Standort eingenommen werden, und zwar in gebührender Entfernung vom alten, damit nicht ständig dieselben Anwohner beschallt werden. Zehn Meter sind aber zuwenig, das gilt nicht.

Die Albstädter, so Schurer, seien tolerant, und die Stadt habe keine Veranlassung, es anders zu halten. Die Straßenkünstler, die zuletzt am häufigsten in der Ebinger Fußgängerzone gesehen wurden, sind Pantomimen – wer sollte an ihrem Auftritt Anstoß nehmen?

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