Zollernalbkreis - Auf der CMT in Stuttgart werden sechs Landkreise, das Land Baden-Württemberg sowie viele Städte und Gemeinden gemeinsam auftreten: Der Verein "Schwäbisches Streuobstparadies" wirbt für die Region Fils-Neckar-Alb.

Am Montag, 14. Januar, hat der Zollernalbkreis seinen großen Auftritt: In der Regio-Stuttgart-Lounge, direkt neben dem östlichen Eingang, präsentiert die Mosterei Holweger ihren Birnen-Secco, die Mosterei Wetzel stellt ihren Säfte vor, und der Obst- und Gartenbauverein Boll wartet mit Apfel-Chips auf.

Auch eine Mitmach-Aktion für Kinder gibt es: Die Mosterei Holweger stellt das alte Küfer-Handwerk vor und zeigt, wie man ein Fass macht. Und Kreisobstberater Markus Zehnder wird nebenbei auch im Namen der WFG/Zollern­alb Touristinfo die Werbetrommel für den Zollernalbkreis als Radfahrer- und Wanderparadies rühren.

Vier Jahre ist es her, seit Markus Zehnder sein Buch über Streuobstbau herausgebracht hat. In dem Kapitel über die schwäbische Streuobstlandschaft heißt es, dass es das größte zusammenhängende Streuobstgebiet in Mitteleuropa sei. Es war gewissermaßen der Startschuss für das "Streuobstparadies": Am 22. Mai 2012 hatten 147 Mitglieder aus den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Göppingen, Reutlingen, Tübingen und Zollernalb in Weilheim/Teck den Verein "Schwäbisches Streuobstparadies" aus der Taufe gehoben.

Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehören neben dem Kreis und der Stadt Rosenfeld auch der Kreisverband für Obstbau, Garten und Landschaft, die Baum- und Fachwarte Zollernalb, die Obst- und Gartenbauvereine Hechingen-Boll und Balingen-Endingen, die Mostereien Wetzel und Holweger sowie die Stingel Fruchtsäfte GmbH.

Der Rosenfelder Bürgermeister Thomas Miller wurde als Vertreter für den Zollernalbkreis in den Vorstand gewählt, Kreisobstbau-Fachberater Markus Zehnder vertritt die Baum- und Fachwarte Zollern­alb. Im Gremium sitzt auch Andrea Maute für die Stadt Balingen. Zum Vorstandsvorsitzenden wurde der Esslinger Landrat Heinz Eininger gewählt, zu seinem Stellvertreter Mössingens Oberbürgermeister Michael Bulander. Erklärtes Ziel des Vereins: die Streuobstwiesen zwischen Alb und Hohenstaufen als eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas zu erhalten und besser zu vermarkten – und sie auch künftigen Generationen als ein Stück Heimat zu bewahren.

"Die Stärken des Zollernalbkreises liegen auf der Hand", sagt Silke Schwenk, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Zollernalbkreis und Mitglied im Fachbeirat Tourismus des Vereins – nicht nur wegen der zahlreichen Streuobstwiesen, sondern auch wegen der Produkte aus Streuobst wie Destillate und Seccos.

1,5 Millionen Obstbäume, 26.000 Hektar Streuobstwiesen, gibt es allein in den sechs Landkreisen. Eine ebenso vielfältige Direktvermarkterlandschaft biete zahllose regionale Produkte an. Mehr als 740 Brennereien, 130 Mostereien, Besenwirtschaften, Lehrpfade, Kirschen-, Most- oder Zwetschgenfeste und Museen sind eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Vereinsarbeit. Auch viele Städte und Gemeinden sind Mitglieder, zudem das Land Baden-Württemberg mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Ein erstes gemeinsames Projekt ist zustandegekommen: Ein Betrieb in Heilbronn stellt aus handverlesenen Äpfeln von den Streuobstwiesen Apfelchips her.

Vorerst sei es ein Pilotprojekt, sagt Markus Zehnder. Bisher seien die Chips nämlich ausschließlich aus Tafelobst produziert worden. Vermarktet wird das neue Produkt von der Firma Seeberger aus Ulm.

"Wenn es gut läuft, wird es in großem Stil angeboten. Das entscheidet sich aber erst im März", sagt Zehnder.