Zollernalbkreis Dubiose Sammler im Kreis unterwegs

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Steht noch ein altes Fahrrad irgendwo rum? Kein Problem: Ungarische "Sammler" holen es ab. Foto: dpa

Zollernalbkreis - Eine alte Masche, neu aufgezogen, aber nicht minder dubios: Ungarische Schrottsammler sind derzeit im Zollernalbkreis unterwegs – angeblich im Auftrag oder zugunsten der Freiwilligen Feuerwehr Herend.

»Wir möchten Sie darüber informieren, dass eine ungarische Familie eine Sammlung organisiert«, heißt es auf den Handzetteln, die dieser Tage in Balinger Wohngebieten verteilt worden sind. »Wir nehmen alles, was Sie nicht brauchen.« Genannt werden »alle möglichen Fahrräder«, aber auch Fahrradteile und sogar Autos, die »außer Verkehr gesetzt wurden«.

Polizeisprecher Peter Mehler kennt den Trick: Auch er selbst habe schon solche Zettel in seinem Briefkasten gefunden, sagt er. Gewöhnlich seien die Zettel voller Rechtschreibfehler.

Das Organisieren einer solchen Straßensammlung sei an sich noch keine Straftat. Vorausgesetzt, die Sammlung sei beim Amt für Abfallwirtschaft angemeldet. Das sei meistens nicht der Fall. Auch habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die »Sammler« vor dem Abtransport alles aussortieren, was ihnen nicht gefällt – oder eben nicht alle (wie es auf dem Zettel heißt, »hinausgetanten Sachen«) mitnehmen: »Dann gibt es wilde Müllablagerungen.« Auch werde oft vorgetäuscht, dass die Sammlung einem guten Zweck diene – dass der Erlös zum Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Roten Kreuz zugute komme.

Es sei davon auszugehen, dass manch einer seinen unangemeldeten Sperrmüll auf die Art und Weise losbekommen wolle, vermutet der Leiter des Amts für Abfallwirtschaft des Zollernalbkreises, Friedrich Scholte-Reh.

Auch das Amt für Abfallwirtschaft des Zollernalbkreises habe in der Vergangenheit immer wieder mit solchen »Sammlern« zu tun gehabt, bestätigt er. Seit Einführung der Sperrmüll-Sammlung auf Abruf sei es allerdings etwas besser geworden.

Zum Teil habe man in solchen Fällen auch die Polizei eingeschaltet. Aber die dubiosen Abfallunternehmer seien gewieft und nur schwer zu kriegen. Das Ganze werde »sehr professionell« abgezogen. Meist seien die Unbekannten an dem genannten Abholtag mit zwei Transportern unterwegs – wann genau und wo, das wisse niemand. »Wenn man sie doch einmal erwischt, kann man sie im besten Fall zwingen, alles wieder abzuladen«, sagt Scholte-Reh. Jedenfalls sei diese neue Fahrrad- und Auto-Sammlung nicht angemeldet, daher illegal.

Auch bei dieser neuen Sammlung, die für den morgigen Freitag, 10. April, zwischen 7 und 12 Uhr, angekündigt ist, werde das Abfallwirtschaftsamt die Polizei verständigen.

 

  
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