Zollernalbkreis - Baden-Württemberg soll ein "Musterland für gute Arbeit" werden. Ein landesweites Projekt verfolgt unter anderem das Ziel, Langzeitarbeitslose in Arbeit zu bringen. Der Zollernalbkreis ist mit im Boot.

Sozialdezernent Eberhard Wiget stellte das Projekt im Schul-, Kultur- und Sozialausschuss des Kreistags vor. Es geht darum, Passivleistungen der Jobcenter an Langzeitarbeitslose, die mindestens drei Jahre ohne Arbeit sind, in Aktivleistungen an die Arbeitgeber zu transferieren.

Wie das gehen soll? Ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde werde auf jeden Fall garantiert, erklärte Wiget. Das mache einen Monatslohn von rund 1500 Euro aus. Davon werden 1000 Euro vom Jobcenter an den Arbeitgeber bezahlt, 400 Euro steuert das Land bei. Bleiben 100 bis 150 Euro, die der Arbeitgeber zuzahlen muss. Hinzu kommt eine sozialpädagogische Betreuung, die vom Landkreis organisiert und vom Land bezahlt wird, als Unterstützung für Arbeitgeber und Beschäftigte.

Martin Frohme (SPD) erkundigte sich, wie die Auswahl getroffen werde. Christoph Hepp (FWV) wollte zudem wissen, ob es eine Altersobergrenze gebe. Und Eberhard Jaensch (Linke) äußerte die Befürchtung, dass die Arbeitgeber die billigen Arbeitskräfte nehmen und nach zwei Jahren wieder entlassen könnten, und das Spiel beginne von neuem.

In der Tat suche das Jobcenter die Teilnehmer aus, sagte Wiget. Eine Altersgrenze gebe es nicht, aber er gehe davon aus, dass es "keine 65-Jährigen" sein werden. Nachhaltigkeit? Selbstverständlich sei es das Ziel, Menschen in Arbeit zu bekommen, erklärte der Sozialdezernent. Aber für die Arbeitgeber gebe es keine Auflagen, für die Arbeitnehmer keine Garantie. Dass die Unternehmen die Leute nach Ablauf des Programms entließen, sei demnach möglich. Aber selbst dann bringe es für die Projektteilnehmer Vorteile: "Sie haben zwischendrin zwei Jahre gearbeitet." Landrat Günther-Martin Pauli fügte hinzu, dass es auf der Zollernalb hauptsächlich familiengeführte mittelständische Unternehmen gebe, bei denen der soziale Aspekt noch groß geschrieben werde.

Edmund Merkel (CDU) erklärte, seine Fraktion befürworte die Beteiligung des Landkreises an dem Arbeitsmarktprogramm. "Wenn ein Arbeitgeber mitmacht, dann macht er es nicht wegen des Geldes", sagte Merkel.

Einstimmig folgte das Gremium daraufhin dem Vorschlag, im Zollernalbkreis acht solche Arbeitsplätze zu schaffen.