(fr). Die Volleyballerinnen des TSV Burladingen sind in der Oberliga das Maß aller Dinge. Am Sonntag nahmen sie im Topspiel in der Burladinger Trigema-Arena den bis dato ebenfalls noch ungeschlagenen Tabellenzweiten MTV Ludwigsburg mit 3:0 auseinander.Wer soll dem TSV Burladingen in dieser Oberliga-Saison überhaupt das Wasser reichen. Zum sechsten Mal gab das Team von Trainer Fritz Reiff keinen Satz ab – dabei war doch Aufsteiger Ludwigsburg mit der Empfehlung von 12:0 Punkten angereist.

Nach anfänglichem Abtasten im ersten Satz zog Burladingen nach dem 6:6 mit platzierten Aufschlägen, guter Block-Arbeit und wuchtigen Angriffen davon. Nach gerade einmal 20 Minuten hatten die Gastgeberinnen den Abschnitt mit 25:12 für sich entschieden. Wie war das dann möglich, dass Burladingen rekordverdächtige 31 benötigte, um den zweiten Durchgang klar mit 25:18 zu gewinnen?

Bis zum 9:4 deutete wieder alles auf einen sicheren Durchmarsch hin, doch dann die aufgeregte Diskussion zwischen Anschreiber Andreas Rach und dem zweiten Schiedsrichter – Burladingens Coach Reiff wird hinzugezogen. Der zweite Schiedsrichter spricht sich mit dem ersten Referee ab: Aus der 9:4-Führung wird ein 0:4-Rückstand. Ein Aufschrei im Publikum – Was war passiert? Reiff hatte wie immer seine Aufstellungskarte mit den Nummern der Spielerinnen für den zweiten Satz dem zweiten Schiedsrichter ausgehändigt. Der ließ die Aufstellung vom Anschreiber in den Spielberichtsbogen eintragen und kontrollierte anhand der Karte die Aufstellung auf dem Feld. Beim 9:4 bemerkte dann Rach, dass statt Nadja Kretschmann (9) Stefanie Schaller (2) auf dem Feld stand. Obwohl der zweite Schiedsrichter fehlerhaft kontrolliert hatte, wurden dem TSV dem Reglement entsprechend die Punkte aberkannt. In der Folge bejubelten die Burladinger Fans jeden Punkt ihres Teams frenetisch. Beim 11:11 war der Rückstand wieder eingeholt und beim 25:18, waren die Hoffnungen des MTV auf ein Geschenk der Burladingerinnen zu Nichte.

Ausgeglichen und spannend ging es im dritten Satz weiter. Beim 10:9 stellte Ludwigsburg das System um, statt mit Zuspielerinnen versuchten es die Gäste nun mit einer Zuspielerin und der groß gewachsenen Spielertrainerin Anja Schanz auf der Diagonalen. So hatten die Gastgeberinnen, wenn Elena Kuster nur zwei Angreiferinnen an Netz zur Verfügung standen, kaum Möglichkeiten gegen den körperlich überlegenen Block zu punkten – die Angriffs-Versuche aus dem Hinterfeld waren noch zu zaghaft. Nu zeigte sich, wie wertvoll Heike Waidmann für den TSV ist. Mit ihrer variablen Schlagtechnik und ihrem guten Auge befreite sie Burladingen aus der brenzligen Lage und trug wesentlich zum 25:22- Satzerfolg bei. TSV Burladingen: Waidman, Wenk, Schaller, Jörg, S. Uhland, Kuster, Kretschmann, L. Uhland, Heinzelmann, M. Uhland, Dietrich.