
Von Thomas Hauschel Das schönste Geschenk hat sich Tatjana Malek, die heute ihren 24. Geburtstag feiert, bereits gestern selbst gemacht. Mit 6:3 und 6:4 gewann die Bad Saulgauerin die 14. Ladies Open gegen ihre deutsche Finalgegnerin Sarah Gronert.Triumphierend reckte Malek nach rund 80 Minuten die Fäuste in den grauen Hechinger Himmel. Der letzte Ball von Gronert war im Aus gelandet, und die Bad Saulgauerin durfte sich zum zweiten Mal nach 2006 – übrigens auch der letzte deutsche Sieg bei den Ladies Open – in die Siegerliste eintragen. Damit ist auch der "Fluch der Nummer eins gebannt", denn Malek gewann als erste topgesetzte Spielerin überhaupt die Hechingen Ladies Open.
Obwohl die 178. der Weltrangliste am Samstag einen wahren Marathon zu bewältigen hatte – zunächst musste sie das abgebrochene Viertelfinale gegen die Kolumbianerin Mariana Duque-Marino, das am Freitag wegen eines Gewitters beim Stand von 6:2 und 4:4 abgebrochen worden war, nachholen und gewann den zweiten Satz mit 7:5. Anschließend wartete im Halbfinale mit Catalina Castano eine weitere Kolumbianerin, die Malek in einem spannenden Match nach hartem Kampf mit 1:6/7:6/6:4 gewann. Doch damit nicht genug, zum dritten Mal auf den Court musste sie im Doppelhalbfinale an der Seite der Österreicherin Sandra Klementschits, das die beiden gegen Castano/Duque-Marino mit 6:2/6:4 gewannen.
Nicht ganz so stressig verlief der Samstag für Gronert, die sich im deutsch-deutschen Duell mit der jungen Hamburgerin Carina Witthöft kurz und knapp mit 6:1 und 6:1 durchsetzte.
Die Strapazen des Samstags waren Malek im Finale nicht anzumerken. Die Bad Saulgauerin spielte von Beginn an sehr konzentriert, sehr variantenreich und ging auch mit 1:0 in Führung. Gronert glich zwar aus, musste dann aber ihr zweites Aufschlagspiel an Malek abgeben, die nach dem 3:1 mit starken Aufschlägen die Führung auf 4:1 ausbaute. Gronert verkürzte zwar zum 2:4, aber wiederum servierte Malek stark und ging so mit 5:2 in Front, und nach nur 36 Minuten holte sich Malek den ersten Satz mit 6:3.
Gronert fand auch zu Beginn des zweiten Satzes nicht so richtig ins Spiel, leistetet sich mehrere leichte Fehler und musste ihren Aufschlag gleich abgeben. Malek indes spielte weiter auf hohem Niveau und baute ihre Führung auf 3:2 aus. Dann leistete sich die Bad Saulgauerin eine kleine Schwächephase. Gronert war nun besser im Spiel, ließ Malek mit krachenden Vorhandschlägen laufen und erarbeitete sich zwei Breakbälle, die sie aber nicht nutzen konnte – Malek brachte ihr Service zum 4:2 durch.
Nun marschierten beide im Gleichschritt voran, und nach rund 75 Minuten hatte Malek beim Stand von 6:3, 5:4, 40:30 den ersten Matchball, den ihre Gegnerin aus Mönchengladbach mit einer krachenden Vorhand abwehrte. Doch der zweite Matchball saß und Malek reckte ihre Fäuste in den Himmel...
"Das war eine tolle Woche für mich. Ich freue mich riesig, dass ich wieder hier in Hechingen gewonnen habe. Ich hoffe, dass es wieder aufwärts geht", resümierte die Gewinnerin und strahlte. Aber auch Gronert war trotz der Finalniederlage zufrieden: "Ich bin glücklich, dass ich ins Finale gekommen bin und bedanke mich bei den Zuschauern für die tolle Unterstützung", so die 25-Jährige.